Hilfe! Das Redepult ist zu groß!

Manches Rednerpult ist einfach viel zu goß. In Universitäten findet man oft geradezu riesige Katheder. Viele Frauen und manche Männer sind sogar zu klein, um hinter normalgroßen Redepulten gut zu wirken. Für diesen Fall gebe ich immer zwei Empfehlungen.

1. Benutzen Sie das Redepult einfach nicht.

Manchmal ist es möglich, sich einfach nicht hinter das Rednerpult zu stellen. Es gar nicht zu benutzen. Das empfehle ich grundsätzlich jedem und immer. Vielleicht gibt man Ihnen statt dessen ein Standmikrophon oder ein Headset. Sie könnten sich auch neben das Pult stellen, wenn man Ihnen kein Extramikrophon zubilligt.

Der Vorteil dieser Lösung: Sich nicht hinter das Pult zu stellen, sieht extrem mutig aus. Ausserdem können Sie mehr von sich zeigen, sich bewegen und von der Mitte der Bühne aus sprechen.* Als Redner*in wirken Sie so nahbarer und moderner.

Man kann dann aber weder Notizen noch Teleprompter verwenden. Sie müssten auf Stichwortkarten ausweichen, wenn Sie die Rede nicht frei halten können.

Die Erfahrungen der Personen, die diesem Vorschlag gefolgt sind, waren durchweg sehr positiv.

2. Sorgen Sie für einen Tritt hinter dem Rednerpult

Die zweite Lösung: Sorgen Sie für einen Tritt hinter dem Redepult. Bei diesem Videoclip einer Veranstaltung mit Bill Clinton scheint der Tritt sogar zum Redepult dazuzugehören. Etwa bei 40 Sekunden können Sie das Höckerchen sehen. Auch diesen Tipp haben Klient*innen schon erfolgreich umgesetzt. Manche sind sogar mit dem eigenen Tritt in der Hand nach vorn gegangen. Es gab prominente Politiker*innen, die immer eine Holzkiste im Kofferraum des Dienstwagens liegen hatten. Nur für den Fall….

Achten Sie darauf, dass Sie den Tritt sicher benutzen können. Er darf nicht zu hoch sein und muss eine größere Tiefe haben als normale Tritte. Sie sollten elegant hinauf- und rückwärts hinuntersteigen können. Darum muss die Auftrittsfläche umso tiefer werden, je niedriger er ist. Ist der Tritt höher, kann er etwas weniger tief sein. Der Tritt darf nicht kippeln oder verrutschen können. Üben Sie die Benutzung im Gegensatz zur Dame im Video vorher. Dann steht einem gelungene Auftritt nichts im Weg.

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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=f4keFcDfzZQ&list=UUMkYd9teJEBlCOwDan6qPpg&index=28
Bill Clinton bei der Wall Street Project Conference, 1997

Bitte entscheiden Sie selbst, welche Lösung Sie bevorzugen. Nur, finden Sie eine! Denn je weniger man von Ihnen sehen kann, um so schwerer wird es für Sie werden, Ihre Zuhörer zu überzeugen. Wir Menschen sind Augentiere. Darum müssen Redner*innen immer gut zu sehen sein.

Sie haben ein anderes, spezielles Problem? Ich helfen Ihnen gern, dazu eine Lösung zu finden. Rufen Sie mich einfach an oder buchen Sie das entsprechende Seminar.

* Rednerpulte stehen meist am linken Rand der Bühne. Das ist für keinen Redner der richtige Platz. Interessanterweise standen die Rednerpulte dort schon immer, auch als es noch keine Präsentationen gab. Eigentlich gehören wir in die Mitte der Bühne. Präsentationen sollten übrigens immer rechts von uns, zu unseren beiden Seiten oder über uns gezeigt werden. Niemals links von uns.
Seitenangaben werden immer aus der Sicht des Publikums gemacht.

Was tun, wenn Sie keine Antwort wissen?

Eine Antwort nicht zu wissen, ist der Albtraum für viele. Dahinter steckt die Angst, für dumm oder unwissend gehalten zu werden. Viele fühlen sich an die Schule und die Demütigungen von damals erinnert. Das macht Fragerunden für viele sehr schwer. Hier die gute Nachricht: Ab und zu eine Antwort nicht zu wissen, ist überhaupt kein Drama.

Wie ich gelernt habe, dass keine Antwort eine gute Antwort sein kann

Als junge Abgeordnete der CDU im Berliner Abgeordnetenhaus habe ich von Beginn an viele Besuchergruppen betreut. Sie machen keinen Hehl aus ihrer Abscheu über unseren Spendenskandal. Sie nehmen keine Rücksicht darauf, dass ich ganz neu bin. Die Bauordnung in Bayern nicht detailliert kenne. Am Spendenskandal der CDU keinen Anteil habe.

Ich sitze vorn, meist als einzige Frau in der Runde, fast immer in der Mitte. An meiner Seite erfahrene Kollegen/Konkurrenten aus den anderen Fraktionen. An den restlichen Tischen im hellen Sitzungssaal bis zu 50 Besucher. Sie haben alle ein gratis 0,33l -Getränk vor sich und 45 Minuten Zeit, uns alles zu fragen, was sie möchten. Ich kann gar nicht alle Fragen beantworten können. Niemand könnte das.

Eine meiner wertvollsten Erfahrungen: Zu sagen, dass ich keine Antwort weiss, aber die Antwort gern nachliefere. Damit mache ich richtig Punkte. Bin beinahe versucht, es absichtlich zu sagen. Es wirkt mutig, ehrlich und verantwortungsvoll. Das zu lernen ist ein echtes Geschenk.

Heute vermisse ich die Besuchergruppen sehr. Sie haben mir so viel beigebracht und mir so viel Einblicke geschenkt. Vielen Dank nachträglich!

Was tun, wenn man die Antwort nicht weiss?

Versuchen Sie zuerst die Frage zu beantworten. Viele geben zu früh auf. Stellen Sie darum erst einmal sicher, dass Sie die Frage richtig verstanden haben. Fragen Sie nach weiteren Details oder einer Einordnung der Frage. Sie können auch Angebote machen: „Finden wir es gemeinsam heraus“ oder auch „Vielleicht können wir es gemeinsam herausfinden?“

Wenn es sich dann doch um eine Frage handelt, die Sie wirklich nicht beantworten können, dann geben Sie das zu. Bieten Sie an, die Antwort nachzuliefern. Am nächsten Tag per Mai. Mailadresse einzusammeln nicht vergessen! Sie könnten auch die anderen anwesenden Zuhörer fragen, ob sie die Antwort kennen. Gehen Sie souverän mit der Situation um.

Mein schlimmster Albtraum

Ich werde meine firmeninterne Abschlussprüfung bei Siemens niemals vergessen. Sie entschied über das Einstellungsgehalt. Es geht um 500 Mark mehr oder weniger jeden Monat. Mehr als 20% meines gesamten Gehalts. Richtig viel Geld.

Ich wache morgens auf und muss froh sein, meinen Namen buchstabieren zu können. „Siemens“ ist schon zu schwer für mich. Ich weiss nichts mehr. Wirklich gar nichts mehr. Ein totaler Blackout.

Die Prüfung

Zum Glück wusste ich schon damals viel über Rhetorik. Darum gebe ich die ganze Prüfung hindurch meine selbstbewusste Haltung den fünf hochrangigen Prüfern gegenüber nicht auf. Meine Arme liegen raumgreifend auf den beiden Armlehnen meines isoliert im Raum stehenden Stuhls, meine Füße stehen fest und sicher nebeneinander auf dem Boden. Ich sitze aufrecht und halte Blickkontakt.

Gleich die erste Frage schockiert mich: „Was steht auf Seite 12 unten?“. Ich weiss es nicht. Gar nicht. Es föllt mir extem schwer, weiter Selbstsicherheit zu heucheln, aber das ist meine einzige Chance. Immer wieder wird mir diese eine Frage gestellt. Ich weiss die Antwort nicht und muss das noch mehrfach zugeben. Ich komme einfach nicht drauf. Wir plaudern derweil sehr nett über andere Dinge. Irgendwann reicht es einem Prüfer. Er bittet seinen Kollegen „Nun sagen Sie es ihr doch.“

Das Ergebnis

Einen Tag später erfahre ich, dass ich in dieser Prüfung eine eins mit Stern bekommen habe. So kann es auch gehen. Darum: Niemals aufgeben und mit den Dingen punkten, die man kann. Auch wenn es im ersten Moment nur das aufrechte, gespielt selbstbewusste Sitzen ist. Denn wäre ich in Panik verfallen, hätte ich niemals die wunderbaren Fragen bekommen, mit denen ich meine Qualitäten zeigen konnte.

Falls Sie neugierig geworden sind: Ich habe eine kaufmännische Ausbildung bei Siemens gemacht und auf Seite 12, der letzten Seite des Abschlussberichts, steht der Gewinn. Das hätte ich tatsächlich wissen sollen und auch durch etwas Nachdenken herausfinden können…. Ein bisschen peinlich war meine Wissenslücke also tatsächlich. Heute erzähle ich mir die Geschichte gern selbst, wenn ich wieder einmal durchs Feuer gehe.

Gern trainiere ich Sie für zukünftige Fragerunden. Es gibt keinen besseren Zeitpunkt, um richtig, richtig Eindruck zu machen. Rufen Sie mich einfach an, schreiben Sie mir oder buchen Sie das Seminar „Q & A: Die nächste Frage BITTE!

Lampenfieber und Körperhaltung

(Rede-)Angst ist selten ein guter Ratgeber. Die meisten der aus Lampenfieber geborenen Gewohnheiten sind schädlich. Doch schon drei kleine Änderungen Ihrer Haltung helfen Redeangst abzubauen.

Mini-Tipp gegen Lampenfieber #1 – Cheerleader engagieren

Mit dieser Verhaltensänderung erhalten Sie stärkendes, positives Feedback während Sie reden.

Viele Redner versuchen den Blicken der Zuhörer auszuweichen. Probieren Sie statt dessen etwas neues: Suchen Sie nach den Cheerleadern im Publikum. Diese Menschen sehen der Redner*in direkt in die Augen und nicken und lächeln, während sie zuhören. Betrachten Sie in Zukunft nur diese, während Sie sprechen. Nehmen Sie Blickkontakt mit ihnen auf. Denn solche Zuhörer*innen signalisieren ganz deutlich: „Sprich weiter. Ich höre Dir zu.“

Ausdruckslose oder feindlich wirkende Gesichter meiden Sie bitte. Meiden Sie sie, solange Sie sich nicht wohlfühlen.

Fun Fact: Unsere interessiertesten Zuhörer*innen sehen oft am gemeinsten aus. Denn sie vergessen das höfliche Lächeln und starren uns ausdruckslos und konzentriert an. Der Blick in ein solches Gesicht lässt das Lampenfieber wachsen – bis man weiss, was dahinter steckt.

Mini-Tipp gegen Lampenfieber #2 – Hände befreien

Verschränken Sie Ihre Arme nicht. Halten Sie nicht eine Hand mit der anderen fest. Geben Sie Ihren Händen die Gelegenheit sich zu bewegen. Sprechen ist nämlich viel leichter, wenn die Hände sich frei gewegen können, d.h. quasi in Bereitschaft stehen. Nicht umsonst heisst es „um Worte ringen“. Jede – noch so kleine – Bewegung der Hände hilft beim Sprechen.

Sie können nicht glauben, dass es so leichter wird zu sprechen? Dann versuchen Sie einmal das Folgende: Setzen Sie sich auf Ihre Hände und erklären Sie einen komplexen oder komplizierten Sachverhalt. Sie werden sofort merken, dass Ihre Gedanken nicht mehr richtig fließen.

Legen Sie darum bitte ab sofort Ihre Hände im Sitzen immer locker ab. Einfach auf den Tisch oder die Armlehnen Ihres Stuhls oder die eigenen Oberschenkel. Im Stehen lassen Sie die Arme locker herunterhängen. So geben Sie Ihren Händen Raum. Danach kümmern sich nicht mehr um Arme und Hände. Diese werden ganz von selbst das Richtige tun.

Mini-Tipp gegen Lampenfieber #3 – Ochsenfroschstrategie

Versuchen Sie nicht, sich klein zu machen. Machen Sie sich statt dessen groß und breit. Wie ein Ochsenfrosch. Sitzen oder stehen Sie aufrecht, dem Gegenüber zugewandt. Achten Sie nicht nur in der betreffenden Situation auf Ihre Haltung, sondern auch in den Minuten und Momenten davor.

Wenn wir uns unsicher fühlen, neigen wir dazu, uns klein zu machen und z.B. unsere Arme zu verschränken. Damit zeigen wir nicht nur unsere Unsicherheit nach aussen und behindern den Redefluss (s.o.). Wir verstärken mit solch einer Haltung auch die eigene Unsicherheit. Im umgekehrten Fall gewinnen wir tatsächlich an Sicherheit hinzu. Unsere Haltung sollte darum sicher d.h. offen, groß und breit sein – eben wie ein Ochsenfrosch. Denn dann werden wir a) als selbstsicher wahrgenommen und werden uns b) nach einer gewissen Zeit auch so fühlen. Die Ochsenfroschstrategie speist sich aus den Erkenntnissen über Power Poses.

20 weitere Tipps und Methoden um Lampenfieber und Redangst zu bekämpfen finden Sie im Artikel „Redeangst überwinden „.

Sie möchten besser wirken und überzeugender auftreten? Dann lesen Sie weiter in Körpersprache. Im Rhetorik-Bootcamp arbeiten wir intensiv daran, dass Sie sich beim Reden in Ihrem Körper wohlfühlen und ihn zu Ihrem Vorteil einsetzen.

Frauenfeindliche Witze kontern

Es fängt mit netten Witzen an und plötzlich überbieten sich die Anwesenden im Erzählen frauenfeindlicher Witze. Einer schlimmer als der andere. Was harmlos genug anfängt mündet oft genug irgendwann in Beleidigungen. Lachen Sie nicht mit. Lassen Sie es nicht so weit kommen.

Frauenfeindliche Witze gehen zu weit. Wo Sie die Grenze setzen, ist Ihnen überlassen. Sie dürfen und sollten sensibel sein, denn frauenfeindliche Witze dienen immer einem Zweck. Typischerweise der Abwertung und Ausgrenzung, oft genug auch der Beleidigung oder gar der sexuellen Belästigung. Lassen Sie sich das nicht gefallen.

Typischerweise bauen sich diese Situationen langsam auf.  Oft wird den Opfern vorgeworfen, mitgemacht zu haben. Es muss nicht dazu kommen. Wenn Sie die Eskalation früh genug stoppen, kann der Abend wieder nett werden oder bleiben.

Immer, wenn die Witze gehässiger werden, immer, wenn es nur gegen eine Gruppe geht, sollten Sie kontern. Je früher Sie es tun, als desto natürlicher wird man es empfinden, als desto weniger störend wird es wirken. Üben Sie also gern auch, wenn es nicht gegen Frauen sondern gegen Ausländer*, Blondinen oder Behinderte geht.

Wann sollte ich auf frauenfeindliche Witze reagieren?

Es ist gut sensibel zu sein. Lassen Sie erst gar keine Eskalation zu. Im Zweifel reagieren Sie darum lieber früher als später. Lassen Sie sich nicht ausgelachen. Mit den unten beschriebenen Techniken wird vielen gar nicht auffallen, was Sie getan haben. Es ist wichtig, dass Sie frühzeitig eingreifen. Bevor der Abend abdriftet.

Strategien, mit denen Sie frauenfeindliche Witze kontern können

Selbst einen guten Witz erzählen

Sie könnten selbst einen guten Witz erzählen, der eine andere Zielrichtung hat. Passiert das früh genug, nimmt der Abend oft gar keine so unangenehme Richtung. Hat es aber jemand darauf angelegt, Sie aus der Gruppe zu vertreiben, wird er das nicht zulassen. Er wird darum seinerseits wieder die alte Richtung anstreben. Dann müssen Sie eine „Entscheidung“ der restlichen Gruppenmitglieder vorantreiben. Das geht gut mit Strategie zwei:

Einen männerunfreundlichen Witz erzählen

Um die Eskalation hin zu frauenfeindlichen Witzen zu verhindern, habe ich für mich die Lösung des männerunfreundichen Witzes gefunden. Leider patze ich beim Erzählen von Witzen regelmäßig. Darum ist die Strategie eins für mich nicht gut geeignet. Aber mindestens einen speziellen, nicht männerfreundlichen Witz als Konter habe ich immer drauf.

Der Witz muss nicht gut und auch nicht neu sein. Sie müssen ihn nicht einmal gut erzählen. Er soll nur sagen, „Stop. Das geht mir jetzt zu weit. Ich halte dagegen.“ Lassen Sie Ihr Publikum das Gefühl des schlechten Witzes auf seine Kosten erleben. Es nimmt dem Prozess den Schwung. Die Kette reißt ab. Mehr ist nicht nötig. Die Eskalation ist gestoppt.

Nach dem männerunfreundlichen Witz wird es deutlich schwieriger wieder zu den frauenfeindlichen Witzen zurückzukehren.

Männerunfreundliche Witze:

  • Die Missfits texteten: „Wozu hat der liebe Gott die Männer erfunden? Antwort: Als Prüfung für die Frauen, damit sie gute Eigenschaften wie Geduld und Mitleid lernen.“
  • „Was sagte Gott, nachdem er den Mann erschaffen hatte? „Das kann ich auch noch besser.“
  • Als Entgegenung auf Bondinenwitze: „Was macht ne Blondine morgens mit Ihrem Arsch? Sie schmiert ihm ein Brot und schickt ihn zur Arbeit.“
  • Mein liebster Anti-Witz (inzwischen aber alt und manchen sicher zu hart): „Was sind tausend tote Mönner auf dem Meeresgrund? Ein guter Anfang.“ (Ich habe ihn sicher schon 50 Mal erzählt und es hat immer geholfen.)

Mänerfeindliche Witze

Zu weit gehen mir die folgenden Witze. Ich empfinde Sie als mönnerfeindlich.

  • „Warum werden an den Münchener Universitäten jetzt alle Versuche zur Verhaltensbiologie mit Männern statt mit Ratten durchgeführt? Es gibt einfach ein paar Dinge, die Ratten nicht tun würden.“ Das kann man (frau) erst erzählen, wenn sie sowieso gehen möchte.
  • „Warum haben Männer ein Gen mehr als Schweine? Damit sich das Schwänzchen nicht ringelt.“ Sicher hübsch für den Mädelsabend, aber sonst etwas zu hart.

Männer lachen nicht gern über sich selbst

Die meisten Männer können weniger gut über sich selbst lachen als Frauen im umgekehrten Fall. Darum bitte nicht Gleiches mit Gleichem vergelten. Seien Sie gnädig. Lächeln Sie beim Erzählen des männerunfreundlichen Witzes. Die Andeutung reicht. Wenn Sie mir nicht glauben, denken Sie einfach über das Folgende nach: Google findet für „männerfeindliche Witze“ 11.900 Treffer, für „frauenfeindliche Witze“ aber fast dreimal so viele nämlich 32.000 Treffer

Einer neueren Untersuchung zufolge werden sexistische d.h. frauenfeindliche und homophobe Witze vor allem von Männern gemacht, die sich in ihrer Männlichkeit bedroht fühlen.

Fun Fact: In einer Studie fanden Studenten mehrheitlich die Witze von Frauen lustiger, schrieben sie aber eher Männern zu.

Macht Lachen schön?

Ein gutes, aber leider sehr altes Buch zum Thema ist Helga Koffhoffs: „Das Gelächter der Geschlechter. Humor und Macht in Gesprächen von Männern und Frauen.“ Generell zum Thema Humor: „Macht Lachen schön? 223 Fragen (und Antworten) zum Thema Humor, Witz und Lachen“ von Harald Alexander Korp und Michael Titze.

Wenn Sie in jeder Situation schlagfertiger werden wollen, kommen Sie gern in mein Schlagfertigkeitsseminar.

Die frauenfeindlichen Witze zum Thema machen

Die dritte Strategie: Es kann sehr lohnend sein, diskriminierende und aggressive Witze zum Thema zu machen.

In der „lustigen“ Runde werden Sie das Problem kaum ansprechen können. Die Dynamik des Zusammenseins steht dem entgegen. Es spricht aber alles dafür, am nächsten Tag das Gespräch zu suchen. Suchen Sie sich Verbündete – egal ob Chef oder Kollegen – um den Prozess beim nächsten Mal stoppen zu können

Bitte benennen Sie dabei konkret was Sie sich wünschen und was besonders abstoßend war. Versuchen Sie aufzuzeigen, wie unwohl sich andere Gruppenmitglieder wegen der frauenfeindlichen Witze gefühlt haben.

Warum werden so häufig Witze erzählt, die andere herabsetzen?

Agressive und diskriminierende Witze sind oft nur eine abgewandelte Form des Raufens. Man testet seine Kräfte und meint es nicht unbedingt „böse“. Wenn in diesem Zusammenhang auch frauenfeindliche Witze erzählt werden, eskaliert die Situation gern. Vielleicht auch, weil man(n) darauf wartet, das frau sich wehrt und mitspielt.

Herabsetzende Witze können aber auch eine wichtige Funktion in der Gruppe erfüllen. Das gemeinsame Lachen über andere kann nämlich gruppenstabilisieren wirken. Mit ihm kann man sich versichern auf derselben Seite zu stehen, dasselbe zu wollen. Ab- und Ausgrenzung von anderen sind zwei der einfachsten Methoden, um den Gruppenzusammenhalt zu stärken.

Innerhalb von hirarchisch aufgebauten Gruppen gibt es zudem das Bedürfnis sich von Rangniederen abzugrenzen oder die Rangordnung zu testen. Lachen wird hier als Währung für Anerkennung verstanden. Es ist der geschuldete Tribut. Deshalb wird der Witz im Zweifel von den Mächtigeren erzählt. Man lacht den Unterlegenen aus. Wenn über den Witz gelacht wird, ist der Zweck erfüllt.

Das Erzählen von aggressiven und diskriminierenden Witzen hat immer ein Ziel. Er istTest, Machtdemonstration oder Methode der Ausgrenzung. Oft genug wird dabei jemand ausgelacht. Darum ist es für die „Anderen“ so problematisch, bei herabsetzenden diskriminierenden Witzen mitzulachen. Denn es ist gegbenenfalls ein Akt der Unterwerfung. Man sollte sich darum gut überlegen, ob man dabei mitspielen möchte.

Warum werden so oft frauenfeindliche Witze erzählt?

Die Erklärung ist ganz einfach. Der kleinste gemeinsame Nenner von Gruppen ist häufig genug die Abwesenheit oder Machtlosigkeit von Frauen. Frauenfeindliche Witze können damit ohne Risiko sowohl für Abgrenzung als auch für die Machtversicherung genutzt werden.

Frauenfeindliche Witze stellen Frauen als Objekte und sexuelle Gewalt als lustig da. Sie spielen die Belastung durch sexuelle Gewalt herunter. So können sie zu einer ablehnenden Haltung gegenüber Frauen beitragen.

Mit jedem frauenfeindlichen Witz werden Frauen marginalisiert. In Studien konnte zudem belegt werden, dass frauenfeindliche Witze Misogynie fördern. Humor verändert die Grenzen des sozial Akzeptablen. Das kann gut sein. Leider fördert er aber auch die Toleranz gegenüber unangebrachten oder falschen Verhaltensweisen. Jeder frauenfeindliche Witz macht so die Diskriminierung und Herabwürdigung von Frauen also normaler. Ich bin darum ganz klar dafür, frauenfeindliche Witze nicht zu tolerieren. Auf Dauer kommt uns das Lachen über frauenfeinliche Witze zu teuer.

Sie möchten lernen humorvoll reden? Sie möchten mit Humor führen? Sie möchten peinliche Momente mit Humor überbrücken? Dann kommen Sie zu meinem Humorworkshop.

* Falls Sie einen ausländerfeindlichen Witz kontern wollen, ist das hier meine beste Antwort: „Wie viele Deutsche braucht es, um eine Glühbirne zu wechseln? Einen. Die Deutschen sind effektiv und haben keinen Humor.“

Warum ich gerne Kniffe verrate, aber keine Tricks

Ich werde oft  nach Tricks gefragt. Beim Kartenspiel und in der Zauberei sind Tricks gut geübte Sequenzen, mit denen das Gegenüber überlistet wird. Solche Tricks sind das Resultat von Erfindungsgeist und harter Arbeit. Sie funktionieren nur mit viel Übung.

Wenn man mich nach Tricks fragt, dann sollen das Abkürzungen sein. Erleichterungen. Methoden die wie ein Pfuschzettel wirken.

Ich möchte Sie aber dauerhaft fit machen. Sie sollen jederzeit auf jeder Bühne und vor jedem Publikum bestehen können. Nicht nur in einer einmaligen Prüfung, nach dem man das Gelernte getrost vergessen darf.

Tricks als Krückentechniken

Es geht deshalb niemals um „Tricks“ in meinen Kommunikationsseminaren. Solche „Krückentechniken“ versagen immer dann, wenn es ernst wird. Sie versagen auch, wenn etwas ein klein wenig anders läuft als geplant. Ausserdem ist das Laufen mit einer Krücke nur selten elegant. Krückentechniken behindern Sie in Ihrem Wachstum. Sie lassen Sie auf Dauer nicht gut aussehen. Höchstleistungen sind so nicht möglich.

Tricks, die einem helfen sollen, wenn man das eigentlich erforderliche nicht tun mag, nenne ich Krückentechniken. Leider behindern Krückentechniken mehr als sie helfen.

Wir pfuschen nicht in meinen Seminaren. Sie beherrschen im Anschluss Methoden und Kniffe, die tatsächlich funktionieren, die wirken, die Sie sicher machen. Diese Methoden können auf  jede Situation – auch auf die ungeübte – übertragen werden. Schlussendlich trägt so gerüstet jeder „Auftritt“ zu Ihrem Erfolg bei! Hier einige Beispiele für Kniffe:

Sie brauchen eine Lösung für ein spezielles rhetorisches Problem? Sie finden hier im Blog und auch sonst keine Lösung? Dann melden Sie sich einfach bei mir zum Rhetorikchoaching. Auch Stundenweise bin ich gern für Sie da. Eigentlich ist Rhetorik ganz leicht.

PS: Ich träume schon ewig davon irgendwann einmal einen Begriff oder eine Redewendung zu erfinden. Bislang ohne Erfolg. Selbst „Krückentechnik“ gibt es schon.

Links oder Rechts!?

„Heben Sie jetzt bitte die rechte Hand…“ und dann hebt das Publikum die Linke. So kann es gehen. Der Redner macht es nämlich falsch – mit seiner eigenen rechten Hand  -vor.

Da kann man sich dann schon mal wundern. Rechts? Links?







Links? l i n k s ?

Alles, wozu Ihr Publikum eine Seitenangabe braucht, müssen Sie spiegelverkehrt ansagen. Das kann sehr anstrengend werden. Nutzen Sie doch einfach folgenden Kniff:

Bitte vertauschen Sie Ihr eigenes „Rechts“ und „Links“ bevor Sie auf die Bühne gehen. Stellen Sie sich dazu ein tätowiertes „L“ und „R“ auf Ihren Handrücken vor.

Wenn Sie das ein paar Mal geübt haben – es geht auch in privaten Gesprächen – wird Ihnen das Umschalten leicht fallen. Ich bin auf diese Art einige Wochen lang sehr sicher durch den englischen Linksverkehr gekommen. Nur linksherum durch den Kreisverkehr zu fahren blieb aufregend. Ich musste aber in Deutschland auch noch nie einen Kreisverkehr mehrfach umrunden…

Sie wenden doch jetzt nicht etwa ein: „Aber das passt doch nicht, wenn ich über meine Folien spreche!“? Dann würde ich Ihre Äusserung ignorieren. Ich würde zu Ihren Gunsten hoffen, dass Sie Ihrem Publikum niemals den Rücken zuwenden. Ausserdem würde ich hoffen, dass Ihre Folien immer so eindeutig sind, dass sie solcher Erklärungen nicht bedürfen.

Wenn Sie einmal etwas nicht mit dem „Bühnen-Links“ / 
„Bühnen-Rechts“ ansagen müssen, dann machen Sie etwas falsch!

Spiegelverkehrt denken zu müssen ist leider sehr anstrengend. Darum nochmals: Benennen Sie Ihre Hände einfach um, wenn Sie auf die Bühne treten. Die Tatoos dürfen auch leuchten, wenn Sie das möchten.

Fun Fact

Was wir abseits der Bühne – aus inhaltlichen Gründen – für rechts oder links halten, folgt bestimmten Konventionen. Warum ein deutscher und ein französischer Gleiswärter denselben toten Hund gleichzeitig rechts und links der Bahn entdecken können, lesen Sie hier. (Artikel folgt.)

Körpersprache und Wirkung

Körpersprache bildet unsere innersten Gedanken und Haltungen ab. Deshalb ist es so schwer, sie zu steuern. Besser funktioniert es indirekt. Der einfachste Weg zu ausdrucksstarker Körpersprache: Sprechen Sie nur, wenn Sie vom Inhalt der Rede überzeugt sind.

Wir kommunizieren immer mit dem ganzen Körper. Jeder und immer. Bei Langeweile z.B. zeigen wir keine großen Gesten. Im schlimmsten Fall sehen wir aus wie ein leerer Sack Mehl und bohren in der Nase. Wie es Paul Watzlawick schon sagte: „Man kann nicht nicht kommunizieren.“

Körpersprache ist in weiten Teilen universal gültig. Selbst von Geburt an blinde Sportler reissen beim Jubeln die Arme hoch. Glückliche Kinder hüpfen weltweit auf und ab.

Kongruente Körpersprache

Vor allem Ihre Körpersprache entscheidet darüber, ob man Ihnen glaubt und folgt. Denn das Publikum prüft ständig, ob Sie die Wahrheit sagen. Es tut das, indem der Inhalt der Rede damit „Wie es gesagt wurde“ verglichen wird. Ist beides nicht deckungsgleich (kongruent), dann wird die Botschaft verworfen. Deshalb ist es so wichtig, natürlich, echt und ungekünstelt zu wirken.

Aufregung als Problem

Sind wir sehr aufgeregt, durchdringt die Aufregung alles. Sie zeigt sich in Mimik Gestik, Haltung und Bewegung. Folglich stimmen Körpersprache und die Botschaft unserer Rede nicht überein. Versuchen Sie nicht, die Aufregung zu verdrängen. Sonst entstehen Übersprungshandlungen. Die Abweichung zwischen Inhalt und Körpersprache wird noch größer.

Übersprungshandlungen sind z.B. Kleidung bzw. Haare zu richten, sich zu kratzen, das Klicken mit dem Kugelschreiber, das Reiben der Nase. Das schlimmste, was ich je gesehen habe, war ein Redner, der auf dem Weg zum Pult noch seinen Slip richtete.

Es ist folglich sehr wichtig, die eigene Aufregung in den Griff zu bekommen. Wenn Sie sich wohlfühlen, wird Ihre Körpersprache zum Beweis Ihrer Redlichkeit.

Eine erregende Einstellung finden

Gute Körpersprache ist ausdrucksstark. Sie verstärkt Ihre Botschaft. Wenn Ihre Körpersprache wirken soll, brauchen Sie vor allem drei Dinge.

Sie brauchen:
1. gespannte Aufmerksamkeit (der Tiger vor dem Sprung)
2. eine klare Struktur und
3. eine Botschaft, die Sie mit Leidenschaft vertreten.

Auch Zahlen können sehr wohl Leidenschaft wecken. Es muss nicht immer die Begeisterung über die Werte an sich sein. Zahlen oder deren Ursprung müssen nur gut analysiert werden. Die Ergebnisse dieser Analyse sprechen immer eine klare Botschaft. Diese Botschaft können Sie dann voller Überzeugung vortragen.

Wenn Sie andere begeistern wollen, dann seien Sie einfach selbst begeistert. Sie wünschen sich größere Gesten? Sie möchten ausdrucksvoller sein? Ihre Körpersprache soll stärker wirken? Dann finden Sie bitte eine erregende Einstellung zur eigenen Botschaft. Der Rest kommt dann fast von allein.

Sich eine Ansicht zu eigen machen

Wenn Ihnen ein Thema eigentlich nicht liegt, müssen Sie daran arbeiten Sie müssen es zu Ihrem Thema machen. Sonst können Sie nicht überzeugend dazu sprechen.

Als Politikerin kenne ich diese Situation gut. Seltenst ist die Meinung der Partei identisch mit meiner. Also fragte ich mich, wo ich zustimme und worauf ich stolz bin. Es hilft auch, mich zu fragen, warum es zu dieser Entscheidung genommen ist. Vielleicht ist der kleine Schritt das maximal Erreichbare.

Mit aussreichend Arbeit kann man sich sehr viele Ansichten zu eigen machen. Es geht nicht darum zu lügen, sondern darum, tiefes Verständnis für die zu vertretende Position zu entwickeln. Wenn ich mit nichts übereinstimme, dann sollte ich die Rede nicht halten.***

Eindrucksvolle Körpersprache

Was lässt Sie glaubwürdig und eindrucksvoll wirken? Sprechen Sie über eigene Erlebnisse. Bringen Sie Beispiele. Werden Sie emotional. Viele denken dabei sofort an Schauspiel. Sie liegen damit nicht ganz falsch.

Method Acting

Redner können viel von Schauspielern lernen.

Schauspieler erwecken Worte zum Leben. Wir sollen in Filme eintauchen. Glauben, dass die Geschichte vor unseren Augen spielt. Wir sollen die Kunst vergessen. Das Spiel soll real wirken.*

Viele Schauspieler bauen auf das Stanislawski-System oder Method Acting. Sie nutzen persönliche Erlebnisse. Der Abruf dieser Erlebnisse gewährt Zugang zu den damit verbundenen Gefühlen. Die Gefühle werden gespeichert. Später können sie auf der Bühne benutzt werden, um die Rolle besser zu „spielen“.

Über Liebe sprechen ist leichter, wenn wir uns noch gut daran erinnern wie es war. An diesen Tagen am Meer. Mit ihm. Mit ihr.
Über Liebe zu sprechen ist leichter, wenn wir uns noch gut daran erinnern wie es war. An diesem Tag. Am Meer. Mit ihm. Mit ihr.

Die Methoden sind sehr wirksam. Das beweist eine lange Liste sehr erfolgreicher Schauspieler, die sich ihnen verschrieben haben: James Dean, Paul Newman, Al Pacino, Jane Fonda, Jack Nicholson. Daniel Day-Lewis gewann damit schon drei Mal den Oscar für die beste männliche Hauptrolle.

Wollen Sie Ihre Körpersprache direkt beeinflussen? Ohne Umweg über das Method Acting? Dann üben Sie bitte hundertfach. Danach sind die Bewegungen abrufbar. (Wenn Sie nicht von etwas überrascht werden.)

Blickkontakt

Sie wollen sympathisch wirken? Sie möchten glaubwürdig sein? Sie wollen zeigen, dass Sie kompetent sind? Dann ist der Blickkontakt Ihr Hebel. Ihr Blickkontakt soll ruhig, stet und direkt sein. Schauen Sie dazu entweder in das rechte oder das linke Auge. Nicht auf die Stirn oder auf die hintere Wand. Je intensiver Ihr Blickkontakt ist, um so mehr Autorität, Souveränität und Kompetenz schreibt man Ihnen zu.

Blickkontakt ist ein Autoritätssignal. „Ich sehe, was du tust.“ Demütig gesenkte Blicke haben statt dessen keine Autorität.

Aber warum macht Sie der Blickkontakt sympathisch?
Es ist recht einfach. Das Publikum möchte gesehen werden. Es will den Kontakt mit uns: intim und unmittelbar. Denn das unterscheidet Live von der Konserve. Kein Aspekt der Körpersprache, ausser der Nennung eines Namens, sagt klarer „Du bist gemeint!“. Diese Zuwendung macht sympathisch.

Tipp: Sie wollen den Eindruck „Ich rede nur für Dich“ verstärken? Dann Personalisieren Sie Ihren Vortrag doch.

Im Gespräch halten nur die Zuhörer stets Blickkontakt. Der Sprecher muss das nicht. Denn es ist  schwer Blickkontakt zu halten, während man spricht. Beim Denken z.B. schauen wir meist weg. Aus diesen Gründen würde ständiger Blickkontakt im Gespräch als „Anstarren“ gewertet.

Doch auch wenn Sie vor großen Gruppen reden, möchte jeder Zuhörer angeschaut werden. Darum gelten für Redner zwei Gesetze:

  1. Nie mehr reden ohne Blickkontakt.
  2. Jeden Blickkontakt so lange halten, bis Sie eine Rückmeldung bekommen.

Blickkontakt-Kniff: Cheerleader

Damit es leichter klappt, hier noch ein Kniff. Sprechen Sie, wenn Sie sich nicht wirklich gut fühlen nur zu Ihren Cheerleadern. Cheerleader sind die Zuhörer, die Ihnen zu verstehen geben, dass sie „ganz Ohr“ sind. Sie tun das durch Lächeln, intensiven Blickkontakt und ggf. Nicken. Die beschriebenen Signale sagen Ihnen deutlich: „Sprich weiter. Ich will mehr hören. Du machst das gut“ – Cheerleader halt.

Kniff: Blickkontakt für Fortgeschrittene

Sprechen Sie genau eine Phrase, einen kurzen Abschnitt zu jedem Zuhörer, mit dem Sie Blickkontakt halten. Wenn Sie durch sind, nicken Sie kurz. Warten Sie die Reaktion ab und gehen erst dann zum nächsten Zuhörer über. Dadurch wird Ihr Blickkontakt zu einem virtuellen Handschlag.

Dieser Kniff hilft Ihnen auch dabei, mehr und gute Pausen zu machen.

Einen Artikel zu ausdrucksstarker Gestik finden Sie hier.

Haltung

Stehen und sitzen Sie aufrecht! Lassen Sie Ihr Brustbein strahlen!

Sich aufzurichten zahlt sich aus. Jeder einzelne Zentimeter Körpergröße ist bares Geld wert. Für Männer 0,65% Brutto monatlich.

Es ist darum nicht verwunderlich, dass bedeutende Könige schon sehr früh (Kyros II. – bereits in der Antike) „Groß“ genannt wurden. Auch eine unterdurchschnittliche Körpergröße (Alexander – um 1,50m, Katharina II. – keine 1,52m, Friedrich II. – 1,62m) war kein Hinderungsgrund. Einzig Karl der Große war mit – auf heute umgerechneten – 1,95m tatsächlich weit überdurchschnittlich groß.

Wir betrachten beeindruckende und hervorragende Leistungen nicht nur sprachlich als GROßartig.

Blasen Sie sich unbedingt „zu voller Ochsenfroschgröße“ auf, wenn Sie auf der Bühne sind. Versuchen sie nicht, sich zu verstecken. Zeigen Sie sich. Ich bin ja der Ansicht, dass mir mein Gewicht auf der Bühne hilft. (Helmut Kohl, 1,93m konnte Menschen erschrecken, einfach indem er einatmete.) Trotzdem empfehle ich Ihnen eine Gewichtszunahme nicht als Strategie. Weniger schlanke Menschen werden gern für dumm, faul und undiszipliniert gehalten.

Halten Sie sich lieber einfach besonders aufrecht. Gestikulieren Sie weit ausladend und expansiv. Das lässt Sie größer wirken. Besonders groß wirken Sie mit Gesten, bei denen die Hände bis auf die Höhe der Schultern kommen.

Freude und Triumph sind Gefühle, die sich nach oben orientieren. Sie richten uns auf. Deshalb wirken Gesten die nach oben führen auch so gut. Hängende Schultern machen unglücklich.

Marionetten-Übung

Sie wollen lernen sich gerade zu halten? Bitte stellen Sie sich vor, dass oben auf Ihrem Kopf ein Faden befestigt ist. An diesem Faden werden Sie marionettengleich nach oben gezogen, bis sich ganz aufrecht stehen. Bitte ziehen Sie die Schultern nicht gleichzeitig zu den Ohren hoch. Die Schultern bleiben unten.

Engels-Übung

Sie kennen Abbildungen des Erzengels Gabriel? Nein? Vielleicht ja doch. Er ist der mit den riesigen Flügeln. Flügeln, für die mindestens fünfzehn Gänse Ihr Leben lassen mussten.

Bitte stellen Sie sich vor, solche Flügel auf dem Rücken zu tragen. Gehen Sie danach durch ein Einkaufszentrum oder zur Kantine. Das Gewicht der Flügel zieht Ihre Schultern nach hinten. Sie müssen sich bewusst gerade halten und etwas langsamer gehen, um trotz des Luftwiderstands vorwärts zu kommen. Beim Gehen hören Sie ein leises „Wusch, Wusch, Wusch“.

Sie dürfen gern dabei lächeln und den Entgegenkommenden in die Augen schauen. Auch wenn man Ihnen sonst keinen Platz macht. Auch wenn Sie sonst oft ausweichen müssen. Während dieser Übung ist das anders, wenn Sie alles richtig machen.

Nougatkrokant-Übung

Sie sehen einen Türrahmen. Das ist ab sofort Ihr Signal. Denn oben im Türrahmen hängt etwas, das Sie unbedingt mit Ihrem Mund schnappen sollten. Ganz so wie Sie es am liebsten haben, handelt es sich dabei um ein Sück Nougatkrokant, ein Mettbrötchen mit Zwiebeln, ein Stück dunkle Schokolade. Von mir aus gern ein Bissen saftige, aromatische Melone. Schnappen Sie zu. Es wird Sie innerlich wie äußerlich aufrichten.

Nase-Nabel-Kontakt

Sie wollen Ihren Blickkontakt nun noch weiter intensivieren? Dann machen Sie ihn zum Nase-Nabel-Kontakt.

Die volle Zuwendung zum Publikum wird durch den N-N-Kontakt perfekt beschrieben. Wenden Sie dazu Ihre Nase der Nase eines Zuhörers zu. Richten Sie auch Ihren Nabel auf seinen hin aus. Die Verbindungslinien von Nase zu Nase und von Nabel zu Nabel verlaufen nun parallel. Ihre Hüfte steht senkrecht dazu. Zeigen Sie möglichst vielen diese intensive Form der Hinwendung. Der N-N-Kontakt ist absolut das Gegenteil des über-die-kalte-Schulter-blickens.

Gerade, wenn Sie nicht so groß sein sollten, ist der N-N-Kontakt wichtig für Sie.

Kniff

Setzen Sie den N-N-Kontakt bewusst ein. Immer. Bei allen Gesprächen und Auftritten. Ergänzen Sie Ihren Blickkontakt mit dem N-N-Kontakt. Es wird Ihnen schnell in Fleisch und Blut übergehen.

Intensiver Kontakt ist einer der stärksten Treiber für Ihre Ausstrahlung. Verzichten Sie deshalb niemals wieder darauf. In keiner Situation außer dem Konfliktgespräch.

Achten Sie darauf, wer in einer Gruppe den meisten N-N-Kontakt bekommt. Er oder sie ist der Führer der Gruppe. Wenn Sie eine Entscheidung erreichen wollen, müssen Sie ihn überzeugen.

Stand

Bitte wenden Sie sich Ihrem Publikum immer frontal zu. Ihr Brustbein zeigt in die Mitte des Publikums. Sie sollen gut zu sehen sein. Wenden Sie sich nicht ab. Stehen Sie nicht im Halbprofil. Es sei denn, es gibt einen guten Grund dafür.

Sie sollten nicht nur sehr aufrecht, sondern auch sicher stehen. Idealtypisch beschreibt man das so:

  1. Gewicht auf beiden Füßen
  2. Gewicht tendenziell mehr auf den Ballen als auf den Fersen
  3. Füße etwa hüftbreit auseinander
  4. einen Fuß zwei Finger breit vor dem anderen.

Männer dürfen etwas breiter stehen, aber dafür nicht viel schmaler werden. Frauen dagegen dürfen nicht viel breiter stehen. Verhalten sie sich anders, könnte es sein, dass das Publikum mehr über Ihre Geschlechtsidentität nachdenkt als über Ihr Thema.

Wimbledon-Übung

Wimbledon ist berühmt für seine Rasenplätze. Jedes Jahr beim großen Tennisturnier leidet der Rasen, weil er das intensive Spiel nicht gut verträgt.

Um zu spüren, wie sich ein richtig guter Stand anfühlt, machen Sie bitte die Wimbledon-Übung. Testen Sie ein Stück Rasen: Stehen Sie gerade und aufrecht. Unter Ihren Füßen liegt der Test-Rasen für Wimbledon. Trampeln Sie, treten Sie den Rasen mit aller Kraft. Lassen Sie auf einem etwa Din A3 großen Flecken (Zeichenblock) möglichst keinen Grashalm stehen. Benutzen Sie dabei erst den einen und dann auch den anderen Fuß. Verausgaben Sie sich.

Nun treten Sie locker einen Schritt zurück und verharren. Stehen Sie aufrecht. Spüren Sie Ihre Füße. Nehmen Sie die Verbindung zum Boden wahr. Wenn Sie intensiv genug „Getestet“ haben, wird Ihr Stand nun fast perfekt sein. Diesen Stand sollten Sie ab heute immer einnehmen, wenn Sie beginnen zu sprechen. Über den Sinn von Routinen schreibe ich hier. (folgt)

Haselnuss-Kniff

Ausstrahlung besteht aus Kontakt und Haltung. Nichts verbessert Ihre Präsenz mehr als eine gute Körperspannung. Daran können Sie ganz leicht und ganz bewusst arbeiten. Stellen Sie sich einfach vor, eine Haselnuss zwischen den Pobacken festzuhalten.

Sie kennen eine ähnliche Anweisung schon vom Sport. „Becken nach vorn. Bauch fest.“ Den zweiten Teil der Anweisung ignorieren Sie bitte. Ihre Bauchdecke soll nicht angespannt sein. Sie brauchen sie, um mit dem Zwerchfell zu atmen und für die Stimmresonanz.

Bewegung

Stand und Bewegung sind eng verknüpft. Mischen Sie beides trotzem nicht. Wenn Sie stehen, stehen Sie ruhig. Einen Standpunkt mus man vertreten. Wenn Sie sich bewegen, tun Sie es absichtsvoll.

Es gibt noch einen ganz anderen Aspekt. Wir sind Nachfahren von Jägern. Darum suchen wir den Horizont fortwährend nach Beute und Raubtieren ab. Wer das nicht tat, verschwand aus dem Genpool.Darum es uns zur zweiten Natur geworden. Und darum hält uns Bewegung auf der Bühne wach. Bewegungslosigkeit wirkt dagegen beruhigend und einschläfernd.

Bewegung ist gut. Zuschauer belohnen Energie und Abwechslung.

Wie bringt man beide Aspekte zusammen? Bewegung ist immer dann gut, wenn sie das Gesagte unterstreicht. Sie bringen ein neues Argument, dann wechseln Sie dazu den Platz. Sie sagen: „Es muss so bleiben“, dann bewegen Sie sich bitte nicht. Schwanken, Tänzeln oder Wippen am Platz ist nicht gut.

Ein Zuviel an Bewegung ist schlecht. Denn es lenkt ab.

Außerdem verlieren Sie so an Status. Warum das so ist, fragen Sie? Wichtige Menschen bewegen sich nur wenig. Statt dessen bewegen sich die anderen Gruppenmitglieder um das alpha-Tier herum oder darauf zu oder davon weg.


* Ja, Brecht sieht das anders.
*** Wenn Sie so gar keinen Weg finden können, sprechen Sie mich an. Es dauert meist nicht lang, Sie zu einem guten Botschafter zu machen. Ein Wechsel der Perspektive und die Wahl des richtigen Rahmens helfen erfahrungsgemäß sehr.

Es stört Sie doch nicht, wenn ich weiter ruhig bleibe?!

Schlagfertig mit Standardantworten

Gerade, wenn man gestresst ist und den Anderen einfach nur stoppen möchte, sind Standardsätze und Standardantworten die Kronjuwelen der Schlagfertigkeit. Mit Standardsätzen sind Sie schlagfertig ohne sich anzustrengen. Mit Standardsätzen weisen Sie den Anderen in die Schranken, ohne viel darüber nachdenken zu müssen. Bleiben Sie dabei ruhig und gelassen. So können Sie die Situation deeskalieren, ohne inhaltlich nachzugeben oder das Gesicht zu verlieren.

Ängstlich zu sinnen und zu denken, was man hätte tun können, ist das Übelste, was man tun kann.

Georg Christoph Lichtenberg

Lassen Sie sich nicht ablenken. Machen Sie Ihrem Gegenüber klar, dass er Abstand halten soll, dass sein Verhalten nicht ok ist. Sparen Sie Ihre Energie und bleiben Sie beim Thema. Nutzen Sie Standardsätze.

Beispielsätze

  1. Es macht ihnen sicher nichts aus, wenn ich weiter ruhig bleibe.
  2. Sie sollten nicht von sich auf andere schließen.
  3. Sie gestatten sicher, dass ich weiter höflich bleibe.
  4. Ich bin bereit, trotz allem weiter konstruktiv an einer Lösung zu arbeiten. Können sie sich das auch vorstellen?
  5. Für Sie ist es sicher in Ordnung, wenn wir uns weiter (konstruktiv) um eine Lösung bemühen?

Nehmen Sie sich einen der Beispielsätze und lernen Sie ihn auswendig. Versuchen Sie ihn eine Woche lang immer wieder anzuwenden. Dazu müssen Sie ihn nicht einmal laut aussprechen. Denken reicht. Danach steht er Ihnen auch im Ernstfall – schlagfertig – zur Verfügung.

Standardsätze sind nicht immer die allerbeste Lösung, aber immer ein guter Anfang. Schlagfertige Menschen suchen nicht nach 150-prozentig passenden Antworten . Es geht oft darum, überhaupt eine Antwort zu haben, die zu Ihnen passt. (Jemand mit meiner Größe und Ausstrahlung darf z.B. nicht „Das ist Ihr Horizont sagen„. Mit 1,52m ginge es vielleicht schon.) Darum erarbeiten wir im Seminar individuelle Standardantworten. Je besser Sie sich damit fühlen, desto eher werden Sie sie benutzen.

Buchen Sie mein Schlagfertigkeitstraining, um noch schlagfertiger zu werden und sich dabei wohl zu fühlen.

Ruhe! – Redeeinstieg geglückt

So sichern Sie sich die volle Aufmerksamkeit zu Beginn Ihrer Präsentation

Um bereits vor dem Beginn Ihrer Präsentation die volle Aufmerksamkeit des Publikums zu erhalten, dürfen Sie nicht versuchen dagegen anzusprechen. Selbst mit Mikrophon wird Ihr Redeeinstieg sonst nicht ausreichend gewürdigt.

Es gibt aber einen einfachen Kniff für den gelungenen Beginn Ihrer Präsentation. Sprechen Sie Ihre ersten Worte erst, wenn das Publikum ruhig geworden ist. Geben Sie dem Publikum Zeit, Sie wahrzunehmen. Aufmerksam zu werden. Zuzuhören. Bauen Sie so Spannung auf.

Bis das Publikum nicht ruhig ist, folgen Sie einfach diesen Anweisungen:.

  1. Stellen Sie sich sehr aufrecht in die Mitte der „Bühne“.
  2. Beschäftigen Sie sich mit nichts anderem – nur mit dem Warten darauf, dass endlich Ruhe einkehrt.
  3. Schweigen Sie.
  4. Nehmen Sie Blickkontakt auf.
  5. Warten Sie genüsslich ab.
  6. Schauen Sie in die Ecken, in denen noch Unruhe herrscht.
  7. Nehmen Sie Blickkontakt auf.
  8. Schweigen Sie.
  9. Warten Sie genüsslich ab.

Wenn Sie es aushalten, nicht zu sprechen, wird es von ganz allein ruhig werden. Ihr Redeeinstieg wird die nötige Aufmerksamkeit bekommen. Man wird Ihren ersten Worten gespannt lauschen. Mit einer gelungenen Einleitung können Sie danach die Aufmerksamkeit Ihres Publikums binden.

Achtung: Dies ist keine Disziplinarmaßnahme. Wenn es ruhig genug geworden ist, beginnen Sie mit Ihrer Präsentation. Warten Sie nicht auf den allerletzten Zuhörer.

Gelinggarantie

Vermeiden Sie den Eindruck, beschäftigt zu sein. Sie haben nichts anderes zu tun, als diese Anleitung Schritt für Schritt zu befolgen. Das ist die Gelinggarantie für einen wirkungsvollen Beginn. Sie wollen es besonders gut machen? Dann warten Sie – nachdem Ruhe eingekehrt ist – noch eine Millisekunde ab, bevor sie sprechen.

Wie kam ich dazu, diese Form des Redeeinstiegs zu entwickeln?

Vor vielen, vielen Jahren stehe ich das erste Mal vor mehr als 120 aufgeregten Oberstufenschülern. Ein schwieriges Publikum. Ich habe kein Mikrophon. Was ich sagen muss, ist wichtig für das Gelingen der Veranstaltung. Denn werde ich nicht gehört, wird es das totale Chaos entstehen. Weil ich weiss, dass ich diese vielen Menschen niemals werde übertönen können, warte ich (scheinbar) ruhig ab. Und es wirkt wie nichts anders zuvor. Die Schüler sind tatsächlich alle ruhig, als ich beginne zu sprechen. Die letzten werden von ihren Nachbarn per Ellenbogencheck zum Zuhörer aufgefordert. Die Veranstaltung kann wie erhofft ablaufen.

Damals blieb mir nichts anderes übrig. Die Methode hat seitdem IMMER funktioniert und lässt alle, die sie anwenden, herrlich souverän wirken.

Auch in Meetings und auch bei Wortbeiträgen sollten Sie niemals sprechen, bevor Sie nicht ausreichende Aufmerksamkeit erhalten. Die Stille, die durch Ihr Abwarten entsteht, ist lauter als alles andere, das Sie tun könnten.

Im Rhetorik-Bootcamp üben wir diesen und andere Kniffe, damit Sie sich sicher fühlen und souverän wirken.

Alterozentriert durch die LAP-DANCE-Methode

Mit einer erkennbar alterozentrierten* Rede vertiefen wir die Sympathie des Publikums für uns, verstärken die Verbindung des Publikums zu uns und vervielfachen dessen Bereitschaft, sich von uns überzeugen zu lassen. 
Bitte stellen Sie darum immer (wieder) das Publikum in den Mittelpunkt Ihrer Präsentation. Hörbar. Zuhörern muss auffallen, dass ein Vortrag für sie ganz persönlich gehalten wird. 

Wie kann man selbst Standardreden zu alterozentierten Rede machen? Kommen Sie Ihrem Publikum aufreizend nahe mit einem LAP-DANCE.

Die Zauberformel LAP-DANCE übersetzt sich in: Lokalisierung, Aktualisierung und Personalisierung.

Lokalisierung

Unter Lokalisierung versteht man das Herstellen eines regionalen Bezugs. Erwähnen Sie den Ort, an dem Sie sprechen.  „In diesem Saal…“, „In hunderten Räumen, die genauso aussehen wie dieser hier, jede Woche…“. Sagen Sie nicht „in Bogenhausen“, sondern „nur 3 km von hier, in Bogenhausen“. Oder sagen Sie „Herzlich willkommen in Bayreuth. Wer Bayreuth denkt, denkt Wagner. So wie Wagner die Musik revolutionierte, so wird KI …“. Es geht dabei nicht um Nähe, sondern um den Bezug zum Ort, an dem Sie sich befinden.

Unter Lokalisierung fällt übrigens auch, dass Sie die richtigen Metaphern nutzen. Am Meer sprechen Sie vielleicht über Schiffe, die in den Hafen einlaufen. In den Bergen würden Sie über Wanderer sprechen, die die schützende Hütte erreichen. Machen Sie es den Gehirnen Ihrer Zuhörer leicht, bei Ihnen zu bleiben.

„Wir in Deutschland…“ ist keine Lokalisierung sondern ein Appell an das Gemeinschaftsgefühl, die Gruppenzugehörigkeit vielleicht auch eine Versuch das Prinzip der sozialen Bewährtheit zu nutzen.

Aktualisierung

Die Aktualisierung stellt einen Bezug zum Zeitpunkt der Rede her. „Jetzt, um zwölf Uhr wird in Brüssel entschieden…“, „Erst gestern…“, „Heute beim Frühstück…“, „Wenn morgen…“ „In der Türkei passiert gerade das Gleiche…“. Sie machen ausserdem klar, dass Sie auf der Höhe der Zeit sind. So wird aus einer Standardrede eine aktuelle. Ausserdem können Sie so leicht den Zusammenhang zwischen Ihrer Präsentation und einem anderen, für Ihr Ziel günstigen Ereignis herstellen

Personalisierung

Werden Sie persönlich! Bei der Personalisierung geht es darum, die Zuhörer bei der Begrüßung und gern auch mitten in der Präsentation direkt anzusprechen. Dabei nennen Sie entweder einzelne, beliebte und bekannte Gruppenmitglieder oder Gruppierungen oder die Gruppe als Ganzes: „Sie selbst, Frau…“, „Ihr, als Gewerkschaftsführer und Gewerkschaftsführerinnen…“, „Echte Aficionados wie Sie…“.

Auch geschlossene Fragen wie: „Wer von Ihnen…?“ sind eine Form der Personalisierung.

Wenn Sie keine eigenen Erlebnisse erzählen, erzählen Sie die Geschichten Ihrer Zuhörer. Solange Sie sich nicht zur Anonymität verpflichtet fühlen, sagen Sie wer die Geschichte erlebt hat und zeigen Sie wo diese Person im Publikum sitzt.

Nicht jede Begrüßung ist gleich eine Personalisierung. Lieblos vorgetragene Namen und Gruppenbezeichnungen reichen nicht aus! Werden Sie statt dessen kreativ! Ihre IT hat sicher nichts dagegen, „Heimliche Herrscher über die Arbeitplätze“ genannt zu werden.

Dieser kleine kleine Kniff hebt Ihre Präsentation von allen anderen ab.

Standardpräsentationen aufpeppen

Nutzen Sie diese drei Methoden um Ihre Reden und Präsentationen aufzupeppen. Wahlkampfreden z.B. wären anders gar nicht zu bewältigen.

In der Geschäftswelt sind diese Techniken noch viel zu wenig bekannt. Darum sollten Sie sie auch bei Präsentationen nutzen, die nur einmal gehalten werden. Salz gehört schließlich auch an jedes Gericht inklusive Margaritas.

Im der Rhetorik-Masterclass üben wir diese und andere Techniken.

*Alterozentriert: Das Gegenüber in den Mittelpunkt stellen