Alterozentriert durch LAP

Bitte stellen Sie immer (wieder) das Publikum in den Mittelpunkt Ihrer Präsentation. Hörbar. Mit einer erkennbar alterozentrierten* Rede vertiefen wir die Sympathie des Publikums für uns, verstärken die Verbindung des Publikums zu uns und vervielfachen dessen Bereitschaft, sich von uns überzeugen zu lassen.  Zuhörern muss auffallen, dass ein Vortrag für sie ganz persönlich gehalten wird. 

Die drei Zauberformeln heissen: Lokalisierung, Aktualisierung und Personalisierung.

Lokalisierung

Unter Lokalisierung versteht man das Herstellen eines regionalen Bezugs. Erwähnen Sie den Ort, an dem Sie sprechen.  „In diesem Saal…“, „In hunderten Räumen, die genauso aussehen wie dieser hier, jede Woche…“. Sagen Sie nicht „in Bogenhausen“, sondern „nur 3 km von hier, in Bogenhausen“. Oder sagen Sie „In Bogenhausen, einer Stadt, die genauso groß ist wie unsere Stadt…“. Es geht dabei nicht um Nähe, sondern um den Bezug zum Ort der Rede.

Unter Lokalisierung fällt übrigens auch, dass Sie die richtigen Metaphern nutzen. Am Meer sprechen Sie vielleicht über Schiffe, die in den Hafen einlaufen. In den Bergen würden Sie über Wanderer sprechen, die die schützende Hütte erreichen. Machen Sie es den Gehirnen Ihrer Zuhörer leicht, bei Ihnen zu bleiben.

„Wir in Deutschland…“ ist keine Lokalisierung sondern ein Appell an das Gemeinschaftsgefühl, die Gruppenzugehörigkeit vielleicht auch eine Versuch das Prinzip der sozialen Bewährtheit zu nutzen.

Aktualisierung

Die Aktualisierung stellt einen Bezug zum Zeitpunkt der Rede her. „Jetzt, um zwölf Uhr wird in Brüssel entschieden…“, „Erst gestern…“, „Heute beim Frühstück…“, „Wenn morgen..“ „In der Türkei passiert gerade das Gleiche…“. Sie machen ausserdem klar, dass Sie auf der Höhe der Zeit sind. So wird aus einer Standardrede eine aktuelle. Ausserdem können Sie so leicht den Zusammenhang zwischen Ihrer Präsentation und einem anderen, für Ihr Ziel günstigen Ereignis herstellen.

Personalisierung

Werden Sie persönlich! Bei der Personalisierung geht es darum, die Zuhörer bei der Begrüßung und gern auch mitten in der Präsentation direkt anzusprechen. Dabei nennen Sie entweder einzelne, beliebte und bekannte Gruppenmitglieder oder Gruppierungen oder die Gruppe als Ganzes: „Sie selbst, Frau…“, „Ihr, als Gewerkschaftsführer und Gewerkschaftsführerinnen…“, „Echte Aficionados wie Sie…“.

Auch geschlossene Fragen wie: „Wer von Ihnen…?“ sind eine Form der Personalisierung.

Wenn Sie keine eigenen Erlebnisse erzählen, erzählen Sie die Geschichten Ihrer Zuhörer. Solange Sie sich nicht zur Anonymität verpflichtet fühlen, sagen Sie wer die Geschichte erlebt hat und zeigen Sie wo diese Person im Publikum sitzt.

Nicht jede Begrüßung ist gleich eine Personalisierung. Lieblos vorgetragene Namen und Gruppenbezeichnungen reichen nicht aus! Werden Sie statt dessen kreativ! Ihre IT hat sicher nichts dagegen, „Heimliche Herrscher über die Arbeitplätze“ genannt zu werden.

Dieser kleine kleine Kniff hebt Ihre Präsentation von allen anderen ab.

Standardpräsentationen aufpeppen

Nutzen Sie diese drei Methoden um Ihre Reden und Präsentationen aufzupeppen. Wahlkampfreden z.B. wären anders gar nicht zu bewältigen.

Achten Sie einmal darauf. Im Job sind diese Techniken noch viel zu wenig bekannt. Darum sollten Sie sie auch bei Präsentationen nutzen, die nur einmal gehalten werden. Salz gehört schließlich auch an jedes Gericht inklusive Margaritas.

Im Rhetorik-Bootcamp üben wir diese und andere Techniken.

*Alterozentriert: Das Gegenüber in den Mittelpunkt stellen

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