Der Vergleich

Kaum etwas ist so mächtig wie ein gut gewählter Vergleich. Vergleiche arbeiten direkt im Kopf der Zuhörer und brennen Bilder ins Hirn. Bitte nutzen Sie darum Vergleiche nur, wenn Sie wollen, dass Ihr Gegenüber die Dinge so sieht, wie Sie. Wichtig ist, den „Angriffspunkt“ genau zu treffen. Welchen Aspekt wollen Sie definieren? Was sollen die Zuhörer darüber denken? Welche weiteren Einschätzungen wollen Sie transportieren.

Hier ein Beispiel für gegenteilige Eindrücke je nach gewähltem Vergleich.

  • Gabriel den Haushalt steuern zu lassen, ist so erfolgversprechend wie sein T-Bone-Steak von einem Berner Sennhund bewachen zu lassen.
  • Gabriel den Haushalt steuern zu lassen, ist so erfolgversprechend wie sein T-Bone-Steak von einer Hyäne bewachen zu lassen.

Was ist ein Vergleich?

Der Vergleich setzt Dinge in Beziehung zueinander. Die Dimension bezüglich derer die Gleichheit oder Ungleichheit der zu vergleichenden Objekte gemessen wird, ist das „Tertium comperationis“. Es ist damit die Maßeinheit der Ähnlichkeit der beiden verglichenen Objekte. (In den folgenden Beispielen sind das Größe, Gewicht und XXX.)

  • A ist so groß wie B.
  • B ist 5 kg schwerer als C.
  • C hat genauso eine XXX wie A.

Wobei hilft ein Vergleich?

Man nutzt Vergleiche, damit das zuerst genannte Objekt in Bezug auf eine bestimmte Dimension besser eingeschätzt werden kann. Dies geschieht entweder in Bezug auf die Änlichkeit der beiden oder den Kontrast zwischen den beiden Objekten. Die verglichene Eigenschaft wird eindringlich veranschaulicht.  Bsp.: Haare (erstes Objekt) so schwarz (verglichene Eigenschaft) wie Ebenholz (Veranschaulichung).

Vor jeder Entscheidung steht die Beurteilung der Optionen. In der Mehrzahl der Fälle stellt das Publikum dazu ganz automatisch und oft unbewusst Vergleiche an. Wenn Sie Ihren Zuhörern den Vergleich und damit das Vergleichsobjekt selbst an die Hand geben, haben Sie großen Einfluss darauf, wie das Urteil ausfällt.

Durch die Wahl des Objekts der Veranschaulichung können Sie Humor, Bildung und Sachkunde beweisen. Darum sein Sie bitte kreativ und innovativ. Dann wird aus dem oft langweiligen Vergleich eine richtig tolle Sache.

Sie können aber auch implizit sehr viel aussagen. (s.o. Berner Sennhund gegen Hyäne.) Die Flüchtlingslawine ist eben nicht nur riesig, wir sind ihr ausserdem hilflos ausgeliefert.

Meine Lieblingsvergleiche

  • Das ist so sinnvoll wie eine Landkarte im Maßstab 1:1.
  • Er bewegt sich so schnell wie eine gelähmte Schnecke.

Verfälschende Vergleiche

Um zu manipulieren, muss man lediglich das Objekt, mit dem verglichen wird, geschickt auswählen. Hier ein weiteres Beispiel:
Sie hatte Lippen so rot wie Erdbeeren. – Ihre Lippen waren so rot wie Schweineblut.
Die weiteren Eigenschaften des verdeutlichenden Objekts übertragen sich auch dann, wenn sie nichts zum eigentlichen Vergleich beitragen.

Verunglückte Vergleiche

Bestimmte Vergleiche sind tabu. In Deutschland sind das z.B. alle Vergleiche, die irgendeinen Aspekt der nationalsozialistischen Herrschaft zur Verdeutlichung von Leistung nutzen. Der Blitzkrieg mag in Japan bewundert werden, hier nicht.

Ähnliche Stilmittel

Metapher, Synkedoche, Meonymie, Parallelismus und Gleichnis

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