Sympathisch wirken, aber wie? – 30 Methoden

Wenn Sie sympathisch wirken möchten, gibt es eine ganz einfache Methode. Finden Sie Ihr Gegenüber sympathisch. Dann werden Sie sich automatisch richtig verhalten.

Wenn Sie Ihr Verhalten lieber / zusätzlich bewusst steuern möchten, gibt es unzählige Dinge, die Sie tun könnten. Aber nur genau vier Kriterien bestimmen, ob Sie sympathisch wirken:

  1. Ähnlichkeit
  2. Freundlichkeit
  3. Schönheit
  4. Virilität

In der Folge beschreibe ich Ihnen 30+ detaillierte Methoden, mit denen Sie sympatischer wirken. Ihnen komt das übertrieben vor? Dann lesen Sie besser bald, warum es sich lohnt, sympathisch zu wirken.

Ähnlichkeit

Ähnlichkeit ist einer der Haupttreiber für Sympathie. Wir halten Menschen die uns ähnlich sind, für sympathisch. Warum, ist leicht erklärt. Menschen weichen nämlich generell der Anstrengung aus und suchen nach Leichtigkeit.

  1. Ähnlichkeit verspricht weniger Anstrengung – es ist leichter bekannten als neuen Mustern zu folgen.
  2. Ähnlichkeit suggeriert besseres Verstehen, was ebenfalls wieder zu Leichtigkeit führt.
  3. Nicht zuletzt führt Ähnlichkeit – scheinbar – zu Vorhersehbarkeit, was uns wiederum Sicherheit suggeriert. Nicht auf der Hut sein zu müssen, ist viel weniger anstrengend als auf jedes und alles achten zu müssen
  4. Es fällt uns leicht, Menschen zu trauen, die uns ähnlich sind. Wenn ich vertraue, muss ich nicht auf der Hut sein. Auch deshalb halten wir den Umgang mit sympatischen Menschen für einfacher.
  5. Was genau können Sie tun um (noch) sympathischer zu wirken? Ähnlichkeit entsteht durch Gemeinsamkeiten. Betonen Sie darum Gemeinsamkeiten, um sympathischer zu wirken. Sie haben dabei die folgenden Optionen:

Methode eins: Finden Sie Gemeinsamkeiten bezogen auf Herkunft und Biographie

Betonen Sie Gemeinsamkeiten zwischen sich und den anderen. Haben Sie vielleicht an derselben Universität studiert, Ihre Kinder zur selben Zeit bekommen, denselben Trainer? Haben ihre Eltern ähnlich gelebt?

Sie könnten solche Gemeinsamkeiten bewusst herstellen. So etwas ist oft zu beobachten, wenn geübte Redner eine Rede mehrfach halten. Sie benutzen den LAP-Dance (Lokalisierung, Aktualisierung und Personalisierung), um eine Rede der Situation vor Ort anzupassen. Dabei zeigen sie, welchen persönlichen Bezug sie selbst oder ihnen nahestehende Personen zum Ort, dem Anlass oder den handelnden Personen haben.

Methode zwei: Passen Sie Ihre Kleidung an

Für Ihre Kleidung gilt: Verbiegen Sie sich nicht – aber passen Sie sich an. Wer im Frack zu einem Fußballturnier geht, macht einen Fehler. Wer als Banker im Gespräch mit Obdachlosen im Jogginganzug rumlümmelt, auch. Passen Sie sich an, ohne sich zu verkleiden. Am besten lernen Sie die Dresscoderegeln und zeitgemäßes Styling. Um sympathisch zu wirken, sollten Sie sich an die Regeln der anderen halten. Nicht an Ihre eigenen.

Methode drei: Passen Sie Ihre Sprache an

Achten Sie darauf, Ihre Sprache der Ihres Publikums anzupassen. Es geht dabei nicht nur um das Sprachniveau, d.h. Ihr Vokabular oder die Verwendung von Fremdworten. Es geht genauso um das Tempo, in dem Sie sprechen. Um Ihre Sprachfärbung und die Lautstärke. Es ist z.B. sehr anstrengend, jemandem zuzuhören, der sehr viel schneller oder langsamer spricht als man selbst. Zu leises und zu lautes Sprechen machen auch nicht sympathisch. Machen Sie es Ihren Zuhörern leicht. Diese Leichtigkeit übersetzt sich direkt in Sympathie.

Darum ist ein selten genannter aber einfacher Kniff um sympathischer zu wirken der kurze bzw. leicht verständliche Satz.

Methode vier: Betonen Sie Gemeinsamkeiten in der Haltung

Kirchgang, Twitternutzung, politische Einstellung. All das kann Ihre Sympathiewerte erhöhen. Schließlich möchte unser Publikum, dass wir seine Werte teilen. Meist werde Werte nur als Mittel der Differenzierung betrachtet. Ich halte es für noch viel wichtiger, diesbezügliche Gemeinsamkeiten herauszustellen. Früher wurden gemeinsame Werte als gegeben vorausgesetzt. Davon können wir heute nicht mehr ausgehen.

Methode fünf: Zeigen Sie Gemeinsamkeiten im Lebensstil

Sie spielen Golf, tragen eine Rolex, fahren kein Auto? Reden Sie darüber, wenn es passt. Vielleicht essen Sie auch weniger Fleisch als früher oder leiden unter schlechtem Schlaf. Wenn Ihr Publikum dasselbe tut oder lässt, kann das Sympathie schaffen.

Methode sechs: Seien Sie nicht perfekt

Perfektion ist ein direkter Vorwurf an jeden, der nicht perfekt ist. Darum versuchen Sie bitte gar nicht erst perfekt zu sein. Wenn Sie vertrauenswürdiger erscheinen möchten, ist es sogar strategisch ratsam, einzelne Fehler und Schwächen von sich aus und grundlos zuzugeben. Sympathisch wirken Sie, wenn Sie zu Ihrer Fehlbarkeit stehen.

Methode sieben: Spiegeln Sie

Ganz unwillkürlich imitieren wir Menschen, die uns sympathisch sind. Diesen Prozess dürfen Sie natürlich auch bewusst nutzen. Spiegeln Sie Ihr Gegenüber. (im gleichen Rhythmus atmen, gleiche Haltung, Abstand usw.) Ihr Gegenüber weiß dann nicht, ob er selbst Sie unbewusst imitiert hat oder ob Sie aktiv etwas getan haben, um diesen (falschen) Eindruck zu erzeugen. Da unser Gehirn für das Denken der zweiten Option zu faul ist, geht es davon aus, dass Sie sympathisch sind. Damit die Wirkung nicht ins Gegenteil umschlägt, kommt es auf das richtige Maß an.

Methode acht bis 17: Sympathisch wirken durch Freundlichkeit

Freundliche Menschen wirken sehr sympathisch.

LMAA war früher eine schwere Beleidigung. Ab sofort steht es bitte für „Lächle mehr als Andere!„. Was Sie sonst noch alles tun können, damit man Ihre Freundlichkeit erkennt. Und Sie sympathisch wirken:

  • freundliches Lächeln, gern auch mal grundlos
  • Hilfsbereitschaft – ohne sich zum Fußabtreter zu machen
  • Nähe suchen – z.B. nach der Arbeit mit Kollegen ausgehen, um Hilfe bitten
  • „Bitte“ und „Danke“ sagen – auch öffentlich z.B. nach einem Projektabschluss
  • interessiert zuhören – gern auch mal freundliche Fragen stellen
  • loben. Auch bei kleinen Anlässen. Ihr Gegenüber muss nicht die Welt retten, damit Sie etwas sagen können.
  • offen für Neues sein und nicht direkt ablehnen reagieren
  • gelungene Komplimente machen – denn dagegen sind Deutsche fast wehrlos. Und wie ich mal sagte: „Solange man nicht lügt, ist alles erlaubt. Sie müssen Ihre Komplimente nicht beim Notar beeiden lassen.“
  • beim Namen nennen – Ein Zeichen von Respekt (ich habe Dich wahrgenommen). Ein ganz einfaches Kompliment ist es, das Gegenüber mit dem Namen anzusprechen. Doch bitte übertreiben Sie es nicht. Mancher Vertrieb wurde so sehr gedrillt, dass man sich wünschte, man hätte keinen Namen.
  • grüßen – grüßen – grüßen Sie „alles, was sich bewegt“.
  • Seien Sie zuverlässig

Freundliches Verhalten tut jedem gut. Versuchen Sie – besonders in schwierigen Situationen und an schlechten Tagen – Ihren Partner*innen ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern. Es wird Ihnen vielfach zurückgezahlt werden. Schließlich gilt:  „Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es heraus“.

Methoden 18 bis 20: Ganz subtil

Sorgen Sie dafür, dass Ihre Besucher*innen, Partner*innen und Gäste sich wohlfühlen. Waschen Sie sich z.B. kurz vor einem Termin die Hände mit warmem Wasser. So haben Sie bei der Begüßung einen warmen Händedruck.

Lassen Sie Ihre Besucher*innen möglichst nicht hart sitzen. Geben Sie ihnen immer ein warmes Getränk. Am liebsten in den stoffummantelten Bechern und Tassen der Kahla AG*. Weichheit macht sanft und weniger wachsam.

Fun Fact

Wenn Sie statt der Becher echte Porzellantassen mit zierlichen Henkeln nutzen, werden Ihre Äußerungen und die Ihrer Partner*innen automatisch präziser werden. Form follows function.

Methode 21: Offene Körpersprache

Wir machen uns innerhalb von Millisekunden ein Bild von unserem Gegenüber. Meist noch bevor das erste Wort gefallen ist. Darum ist Ihre Körpersprache so wichtig.

Wenden Sie sich Ihrem Partner*in zu, zeigen Sie eine möglichst offene Körperhaltung. Gern auch oft die Handinnenflächen. Wenn Sie sich nicht im Konflikt befinden, kann der Nase-Nabel-Kontakt hilfreich sein.

Hände, Augen und Augenbrauen müssen immer sichtbar sein. Nur so kann Ihr Gegenüber alle wichtigen Signale wahrnehmen. Dies ist sehr wichtig. Denn wer etwas versteckt, dem ist nicht zu trauen.

Während Sie zuhören, ist Blickkontakt (in unserem Kulturkreis) Pflicht! Sie könnten außerdem nicken und lächeln. Am Telefon ersetzen ein mmh oder ach so und ja diese Signale

Methode 22: Berührungen

Kleine Berührungen stehen für Vertrautheit und Freundschaft. Berühren Sie kurz den Oberarm (seitlich), Ellenbogen oder Unterarm Ihrer Gesprächspartner*in. Die Sympathie zwischen Ihnen beiden wird unmittelbar steigen. Kellner erhalten für so ein Manöver etwa 60% mehr Trinkgeld**. Wenn Sie sich im Umgang mit Berührungen unsicher fühlen oder wenn es sich um eine Partner*in des anderen Geschlechts handelt, gehen Sie lieber nach dem Motto „weniger ist mehr“ vor.

Wenn Sie sympathisch wirken möchten, verzichten Sie nicht auf den Handschlag zu Begrüßung. Es sei denn, Ihr Gegenüber möchte das.

Methode 23: Bilden Sie Vertrauen

Nur wenn ein Gespräch die Regionen des belanglosen Smalltalks verlässt, kann Sympathie wachsen. Das Teilen kleiner Geheimnisse, festigt die Beziehung ebenso wie das Zeigen (kleiner) Schwächen. Gemeinsames Lachen oder gemeinsame Erlebnisse – beides stärkt die Beziehung zwischen zwei Menschen. Wenn Sie zu Ihren Schwächen stehen, wächst das Vertrauen Ihrer Gesprächspartner*innen.

Vielleicht finden Sie auch einen gemeinsamen „Gegner“. Nichts lässt so schnell ein „Wir-Gefühl“ und damit eine hohe Sympathie entstehen. Aber übertreiben Sie es nicht – über andere herzuziehen, macht unsympathisch

Methode 24: Bitten Sie um einen kleinen Gefallen!

Sie wollen Sympathien festigen? Dann bitten Sie die betreffende Person einfach um einen (kleinen) Gefallen. Das in sie gesetzte Vertrauen und der Glaube an seine Fähigkeiten schmeichelt Ihrem Partner*in.

Viel besser: Wenn wir einem Menschen einen Gefallen erbringen, schließt das Gehirn ganz „logisch“: Ich muss ihn/sie mögen, sonst würde ich ihm/ihr keinen Gefallen tun. Also bekommen Sie nicht nur Ihren Wunsch erfüllt. Sie wirken auch sympathischer. Aber Vorsicht. Sie müssen im Gegenzug auch gefällig sein.

Methode 25 bis 31: Sympathisch wirken durch Schönheit

Gutes Aussehen wirkt sympathisch. Tatsächlich gehört zur Schönheit vieles:

  • gute Körperpflege
  • gesunde Zähne, Haut und Haare
  • Ihre guten Seiten betonende Kleidung. Versuchen Sie einmal Ihre Haar- und / oder Augenfarbe in Ihrer Kleidung zu wiederholen. Das wirkt wahre Wunder.
  • gepflegte Kleidung und Schuhe
  • schmeichelnde Accessoires
  • ein schöner Arbeitsplatz
  • alles um Sie herum sollte wertig sein. Die Wertigkeit Ihres Umfelds erhöht Ihren Wert. Gute Stoffe z.B. wirken einfach besser und sind schöner. Wertig ist dabei nicht gleich teuer.

Methode 32: Sympathisch wirken durch Virilität

Das Wort Virilität kommt aus dem Lateinischen von „vir“ – der Mann. Virilität im engeren Sinn bedeutet Zeugungsfähigkeit. Somit geht es bei diesem Aspekt der Sympathie um Jugendlichkeit, Gesundheit, Fitness. Darum springen manche Redner so gern auf die Bühne. Fürs Erste würde reichen: Haltung zeigen: Schultern zurück und das Brustbein strahlen lassen. Selbst auszuschlafen lässt Sie sympathisch wirken, denn es verhindert Augenringe. Vieles von dem, was zur Schönheit beiträgt, zahlt auch auf Virilität ein. Sympathisch zu wirken ist aber tatsächlich (auch) eine Sache der Äußerlichkeit.

Kann zu viel Sympathie schädlich sein?

Die meisten Teilnehmer*innen meines Branding Seminars: Wie wirke ich auf andere?, wollen gern (noch) sympathischer wirken. Manchmal lohnt es sich aber, ganz bewusst nicht (noch) sympathischer zu wirken. Denn Sympathie und Kompetenz schließen sich teilweise gegenseitig aus. Zu sympathisch zu wirken, kann das Maß an Kompetenz und Führungsstärke, das man Ihnen zuschreibt, mindern. Dies gilt ganz besonders für Frauen.

Wird zu offensichtlich um Sympathie gebuhlt, wird das als Anbiederung verstanden. Achten Sie darauf unabhängig zu bleiben. Eigene Meinungen zu vertreten – ohne aggressiv zu werden. Ganz bewusst Widersprüche auszuhalten. Wenn Sie es richtig machen, dann kann solches Verhalten auf Sympathie und Kompetenz einzahlen.

Sie wollen noch mehr ganz praktische Tipps und Kniffe lernen? Dann kommen Sie auch ins Rhetorik-Bootcamp, in die Rhetorik-Masterclass, oder zu Schwierige Gespräche erfolgreich führen.

*nach den neuesten Regeln muss ich diesen Link als Werbung kennzeichnen, auch wenn ich keinen Vertrag mit Kahla habe und nichts daran verdiene.
** Richard Wisemann: Wie Sie in 60 Sekunden Ihr Leben verändern.

Personal Branding

Beim Personal Branding werden Ihre wertvollsten Seiten ins rechte Licht gerückt. Auch ein Diamant braucht eine meisterliche Fassung, um seine ganze Brillianz zu zeigen. Ein gelungenes Branding gibt Ihnen diese Fassung. Es gibt Ihnen aber auch Ihren ganz individuellen, hoffentlich aufsehenerregenden Schliff.

Sie entscheiden, welche Ihrer Talente und Eigenschaften Sie betonen möchten. Ein gelungenes Selfbranding kann zu Charisma und Selbstsicherheit führen.

Steuern Sie die Fremdwahrnehmung

Es geht beim Personal Branding nicht zuerst um Stilberatung. Es geht darum, die Fremdwahrnehmung gezielt zu beeinflussen. Sie werden verstehen, womit Sie die anderen um sich herum triggern. Gut auszusehen ist das eine. So aufzutreten, dass man sein Ziel erreicht, ist etwas anderes.

Kennzeichen eines gelungenen Personal Brandings

Ein gelungenes Personal Branding sorgt dafür, dass andere erkennen wer Sie sind und wofür Sie stehen.

Ein gelungenes Personal Branding stülpt Ihnen nichts über. Sie sind schließlich kein Schmiedeeisen, das man mit Hitze und vielen präzisen Schlägen in jede beliebige Form bekommt. Sie sind lebendig und müssen Sie selbst bleiben. Ein gutes Personal Branding ist eher die Konzentration Ihre Selbst als eine Maske.

Ihr Personal Brand muss mit Ihnen wachsen können. Er muss Ihnen Raum geben, sich zu verändern. Größer zu werden. Aus Ihren Erfahrungen zu lernen. Und auch älter zu werden.

Ein präzises Personal Branding ist wie ein Leuchtturm. Wenn das Fundament solide ist, kann man hoch darauf bauen und in der Folge das Licht weit strahlen. Solch ein Leuchtturm weist Ihnen die Richtung – auch bei widrigem Wetter. Ein gute Personal Brand macht es Ihnen leichter, zielführende Enscheidungen zu treffen. Sie werden schneller wissen, was das Richtige für Sie (und Ihren Brand) ist.

Wie können Sie ein Personal Branding vorbereiten?

Bevor Sie sich branden „lassen“, entscheiden Sie bitte genau, wofür sie sich branden lassen möchten. Legen Sie noch nicht fest, wie Sie wirken möchten. Überlegen Sie statt dessen genau, wobei Ihnen das Branding helfen soll. Wofür möchten Sie bekannt sein? Wofür möchten Sie stehen? Was wollen Sie erreichen?

Ihre erste Aufgabe in Vorbereitung des Personal Brandings ist daher: Definieren Sie drei Eigenschaften, die Sie anschließend gern verkörpern würden. Jede Rolle kann sehr unterschiedlich geprägt werden. Ihre „Lieblings“- Eigenschaften und größten Talente machen Sie unverwechselbar. Selbst wenn Sie „dasselbe“ anbieten wie „alle anderen“.

Vorurteile neu bewerten

Wie oft haben Sie schon gedacht: „Ich will nicht in eine Schublade gesteckt werden“? Hören Sie auf damit. Das ist Punkt Nummer zwei der Vorbereitung. Gewöhnen Sie sich daran: Sie wollen in eine Schublade gesteckt werden! Nur die Richtige muss es sein. Vorurteile und Verhaltensmuster sind das Material, mit dem Branding arbeitet. Suchen Sie nach Vorbildern – gern auch für Teilbereiche. Dann kann Ihr Personal Branding darauf abgestimmt werden.

Wenn Sie Ihren Besuch meines Personal Branding Seminars oder Einzelcoachings so vorbereiten, werden Sie viel mehr davon haben. Ich muss genau wissen, was das Ziel sein soll, auf das Sie hinarbeiten möchten. Meine Hinweise und unsere gemeinsame Arbeit wird desto zielführender sein.

Wie funktioniert Personal Branding?

Früher, bevor das Konzept bekannt war, entstanden Personal Brands eher zufällig. Eine Person fällt (nicht nur oder gar nicht durch Leistung) auf. Sie bricht (damit) ein Schema ohne die Verbindung dazu zu verlieren. Sie tritt danach konsistent immer wieder ähnlich auf. Zeigt andere, den „ersten Eindruck“ abrundende Verhaltensweisen und Eigenschaften. Die Marke ergibt sich im Laufe der Zeit ganz von allein, quasi zufällig aus der Wiederholung bestimmter Signale. Damals waren Marken ein mehr oder weniger zufälliges Nebenprodukt des Wirkens der Personen. Allerdings soll bereits Coco Chanell einen Ihrer Liebhaber bezahlt haben, damit er ihre bekannten Bonmots schreibt.

Oft wird und wurde die Markenbildung von einem optischen Signal begleitet, das zum Markenzeichen wird. Darum waren die Beatles lang als Pilzköpfe bekannt. Udo Lindenberg kennen die allermeisten nur mit Hut. Elton John trug verückte Brillen.

Die Raute, die Angela Merkel zu Beginn Ihrer Karriere sicher nicht aus Gründen des Personal Brandings zeigte, ist inzwischen fast ikonisch zu nennen. Sie steht für Angela Merkel wie der Stern für Mercedes.

Wer in der Öffentlichkeit sehr penetrant immer dasselbe tut und dabei auffällt (vom Mainstream abweicht!), hat gute Chancen zu einer Marke zu werden. Gleichzeitig müssen die wahrgenommen Eigenschaften, dazu passen, wofür der Personal Brand steht.

Wer moderne Politik macht, sollte z.B. auch modern aussehen. Wer Jugendlichkeit ausstrahlen will, lässt sich als Mann dazu schon mal die Geheimratsecken mit Haar auffüllen. Je kongruenter die Signale, die eine Person mit ihrem Aussehen, Auftreten und Handeln aussendet, sind, desto wirksamer ist das Personal Branding.

So entsteht eine starke Personenmarke

Um eine starke Personenmarke, ein Personal Brand zu werden, sollte man sich nicht verbiegen. Das kann man kaum lange genug durchhalten. Denn das anschließende Impression Management muss dauerhaft und konsistent betrieben werden. Man sollte darum lieber die Eigenschaften, die sowieso schon da sind, klarer zutage treten lassen. Sie werden komplettiert und abgerundet, um ein schlüssiges eindringliches Bild entstehen zu lassen.

Wie wird das Personal Branding konkret umgesetzt?

Beim Personal Branding erarbeiten wir gemeinsam und ganz konkret, wie Sie in Zukunft wirken wollen.

Viele denken dabei sofort, dass sie „sympathischer wirken“ möchten. Das ist aber nicht immer die richtige Antwort. Ein Brand wird komponiert. Sympathie und Kompetenz können sich z.B. gegenseitig in ihrer Wirkung behindern. Außerdem wäre Sympathie als Hauptmerkmal in den meisten Tätigkeitsfeldern zu austauschbar. Das sollte und kann Personal Branding berücksichtigen. Darum ist Ihre genaue Zieldefinition so wichtig. Ich wünsche Ihnen viel Erfolg auf Ihrer Reise zum und mit Ihrem Personal Brand.

Mein Weg zum Personal Branding

Dass ich inzwischen seit mehr als 15 Jahren Personal Branding Seminare gebe, liegt auch an meiner eigenen Geschichte. Das Wort Personal Branding wird gerade erst erfunden, als ich mir als junge Politikerin diese Fragen stelle: „Wie werde ich bekannt? Was kann ich tun, um erinnerungswürdiger zu sein? Wie falle ich positiv auf? Wie komme ich in die Medien? Wie werde ich eine Marke?“

Die Macht der Vorurteile erlebe ich im Wahlkampf für das Abgeordnetenhaus im heissen Sommer 1999. Jung, weiblich und gut angezogen werde ich beim Wahlkampf überall extrem freundlich empfangen. Das passiert sogar 2001, als die Stimmung in der Stadt sehr schlecht war. Meine Mitstreiter meinen, bei meinem Haustürwahlkampf könne man glauben, dass wir die Wahl gewönnen. Am Wahltag 2001 aber schneidet die CDU berlinweit um 17% schlechter ab als 1999. Warum war man zu mir so freundlich? Weil ich als junge, gepflegte Frau dem Vorurteil des schlimmen Politikers so gar nicht entsprach.

Aber 1999, nach meiner Wahl, finde ich niemanden, der mir meine Fragen mit einem Konzept beantwortet. Damals ging es hier noch ausschließlich um den Nachrichenwert… Tue etwas Berichtenswertes und Du kommst in die Nachrichten.

1997 erst wurde das Konzept des Personal Brandings von Tom Peters in dem Artikel: „The Brand Called You“ vorgestellt. Bis seine Idee nach Deutschland vordrang, war es für mich als Politikerin zu spät. 2001 war mein Wahlkreis einfach nicht zu gewinnen.

Personal Branding – die Bildung einer Personenmarke – und Impression Management sind heute eingeführte Fachbegriffe.