12 Tipps für Fragerunden

Nicht jede Fragerunde ist ein Erfolg. Leider bilden Fragerunden oft den Tiefpunkt einer Veranstaltung. Manchmal sind sie auch nur ein Flopp. Dabei können und sollten sie ein Höhepunkt sein. Sie sind der Moment, im dem Sie Ihre Brillianz zeigen können.

Wann ist der richtige Zeitpunkt für Fragen?

Zwischenfragen

Manchmal lässt man während eines Vortrages Zwischenfragen zu. Dies ist absolut sinnvoll bei komlexen und komplizierten Sachverhalten. Denn dabei müssen Sie sicherstellen, dass Sie verstanden werden. Sie dürfen Zwischenfragen allerdings immer nur dann zulassen, wenn Sie das Thema absolut sicher beherrschen. Zwischenfragen könnten Sie andernfalls aus dem Rhytmus bringen.

Zwischenfragen zuzulassen, wirkt sehr souverän. Wenn das Ihr Hauptziel ist, lassen Sie Zwischenfragen unbedingt zu. Achten Sie aber darauf, dass sich keine Diskussionen entspinnen. Ihr Vortrag hat Vorrang.

Fragerunde vor dem Schluss der Präsentation

Meist entscheidet man sich, Fragen erst gegen Ende einer Präsentation zu beantworten. Wie Sie vorgehen, sollten Sie Ihrem Publikum direkt zu Beginn mitteilen.

Lassen Sie nicht zu, dass eine Fragerunde den letzten Punkt Ihrer Präsentation bildet. Das wäre ein Fehler. Denn damit würden Sie die Kontrolle über die Dramaturgie Ihres Auftritts verlieren. Sie können nämlich nicht bestimmen, welche Frage als letztes kommt. Wie wollen Sie dann sicherstellen, dass Ihre Antwort besser ist, als es ein vorbereiteter Redeschluss gewesen wäre?

1. Die Fragerunde ist der vorletzte Teil Ihrer Präsentation

Darum: Betrachten Sie ab sofort die Fragerunde als Teil Ihrer Präsentation. Sie ist der vorletzte Teil. Sie ist das Vorprogramm für Ihren Schlussakkord.

Leiten Sie die Fragerunde einfach mit „Bevor ich zum Schluss komme…“ ein. So behalten Sie die Kontrolle. Das gibt Ihnen die Freiheit, Ihrem gelungen Vortrag später noch seinen guten Abschluss zu geben.

2. Fragerunde: Selbst moderieren oder nicht?

Ein Moderator sorgt dafür, dass Sie sich ausschließlich auf Ihre Antworten konzentrieren können. Er zieht den Unwillen derer auf sich, deren Fragen zurückgestellt werden müssen. Er ist ein perfekter Sündenbock für alles, was schief geht.

Warum ich trotzdem empfehle, die Moderation der Fragerunde selbst zu übernehmen?

  • Es wirkt extrem selbstbewusst.
  • Ihre Fragerunde wird nicht durch Verständnisprobleme des Moderators behindert.
  • Selbst zu moderieren kann Zeit sparen.

In Fragerunden zu hoch strittigen Themen mit vielen Teilnehmern sollten Sie unbedingt auf einen Moderator zurückgreifen. Denn dann ist es immens wichtig neutral zu wirken. Jede Auswahl des nächsten Fragestellers, jedes Zurückstellen einer Frage könnte als parteiisch gewertet werden. Wenn der Moderator dies tut, fällt es nicht auf Sie zurück.

Fragerunden gründlich vorbereiten

3. Passen Sie Ihre Präsentation an

Prüfen Sie Ihre Präsentation im Vorfeld genau. Dabei überlegen Sie, an welchen Stellen Fragen auftauchen könnten. Sollten dies Verständnisfragen sein, ändern Sie Ihre Präsentation.

Überlegen Sie auch, wo Sie gern in die Tiefe gehen würden. Sie können versuchen, dazu bewusst Nachfragen zu provozieren. („Wenn Sie dazu mehr wissen wollen…, Die Details könnten für xxx interessant sein…“)

4. Bereiten Sie Ihre Antworten vor

Formulieren Sie schon vorab die passenden Antworten. Dann haben Sie es während der Fragerunde leichter. Sie können so ausgewählte Beispiele oder Geschichten in Ihren Antworten zitieren.

Fun Fact: Es ist nicht verboten, bei den Antworten in einer Fragerunde Folien zu benutzen.

Bestimmte Fragen vermeiden

5. Einwandvorwegnahme

Oft verstecken sich Einwände hinter Fragen. Versuchen Sie solche Fragen durch Einwandvorwegnahme zu vermeiden. „Viele glauben…, doch…“ „Man könnte meinen…, doch…“

6. Thema des Vortrags klar begrenzen

Bestimmte Antworten wollen oder können Sie zum gegebenen Zeitpunkt vielleicht gar nicht geben. Sie wollen Fragen dazu vermeiden? Dann überlegen Sie bitte, was an Ihrer Präsentation inhaltlich verändert werden kann. Fragen zu den Themen, zu denen Ihre Präsentation nichts sagt, können Sie konziliant ablehnen. Wenn Sie aber selbst das Thema anschneiden, wird das schwierig.

7. Mehr Fragen bekommen

Es werden oft viel weniger Fragen gestellt als erhofft. Sie können einiges tun, um eine lebhafte Diskussion einzuleiten.

  • Bitten Sie vorab einzelne Personen bestimmte Fragen zu stellen.
  • Stellen Sie sich selbst „die Fragen, die oft gestellt werden“. Leiten Sie diese Fragen mit genau diesen Worten ein.
  • Lassen Sie das Publikum in kleinen ad-hoc Gruppen diskutieren. Sie können im Anschluss die dabei auftretenden Fragen beantworten.
  • Bitten Sie die Zuhörer nicht nur um Fragen, sondern auch um Reaktionen auf das Gehörte. Fragen Sie sie nach ihrer Meinung.
  • Fordern Sie die Teilnehmer auf, sich in Kleingruppen gute, relevante Fragen zu überlegen. Anschließend bitten Sie um die Fragen.

Während der Fragerunde

Wie Sie in der Fragerunde mit Fragen und Fragestellern umgehen, entscheidet mit darüber, wie erfolgreich Ihre Präsentation ist.

8. Jeder muss wissen, welche Frage Sie beantworten

Stellen Sie im ersten Schritt immer sicher, dass jeder im Raum weiss, welche Frage Sie gerade beantworten. Im Zweifel wiederholen Sie die Frage mit Ihren eigenen Worten, bevor Sie sie beantworten. Dies ist eine der wichtigsten Antworttechniken. So stellen Sie sicher, dass Sie nicht die falsche Frage beantworten. Gerade unter Druck tendiert man dazu, Fragen zum eigenen Nachteil misszuverstehen.

9. Bleiben Sie gelassen

Hin und wieder werden Fragen gestellt, die Sie schon beantwortet haben. Bleiben Sie gelassen. Es ist natürlich etwas ärgerlich. Vielleicht hat der Fragesteller nicht richtig zugehört. Vielleicht war er auch überfordert. Zeigen Sie nicht, dass Sie sich ärgern. Bleiben Sie statt dessen nett und freuen Sie sich, dass sie den Punkt nochmals vertiefen können.

10. Bleiben Sie freundlich

Lassen Sie aggressive Fragesteller nicht die Fragerunde dominieren. Versuchen Sie Gemeinsamkeiten zu benennen. Erklären Sie, in welchen Punkten es Übereinstimmungen gibt. Versuchen Sie danach die kritischen Teile zu beantworten. Damit kehren Sie auf die sachliche Ebene zurück.

11. Erklären und entschuldigen Sie nichts

Lassen Sie sich auch von negativen Fragen nicht in die Defensive drängen. Erklären und entschuldigen Sie nichts! Jede Erklärung und Entschuldigung öffnet nur den Weg zu neuen Fragen. Formulieren Sie die Frage um. Greifen Sie das implizierte Problem auf und beantworten Sie die Frage in Bezug darauf.

12. Beantworten Sie immer nur eine Frage auf einmal

Manchmal stellen Zuhörer mehrere Fragen auf einmal. Versuchen Sie nicht, alle Fragen auf einmal zu beantworten. Das überfordert Sie und Ihre Zuhörer.

Greifen Sie die Frage heraus, die sich am leichtesten beantworten lässt. Wenn Sie diese Frage beantwortet haben, bitten Sie den Fragesteller um die nächste Frage. Wenn Sie sich gut daran erinnern, können Sie die nächste Frage auch selbst nennen. Das spart Zeit und vermindert das Risiko, dass der Fragesteller sehr weit ausholt. Sie könnten auch vorab die Regel ausgeben, dass jeder nur eine Frage pro Runde stellen darf.

13. Beantworten Sie jede Frage

Bleiben Sie nie eine Antwort schuldig! Wenn Sie nicht Stellung nehmen, wird das Ihr Publikum irritieren. Man wird dahinter Schwäche oder Arroganz vermuten. Sie riskieren Ihre Reputation, wenn Sie Fragen einfach ignorieren. Wie Sie jede Frage beantworten können lernen Sie im Seminar Antworttechniken.

Sie wollen in jeder Fragerunde bestehen? Bessere Antworten auf schwierige Fragen finden? Dann besuchen Sie mein Seminar „Die nächste Frage BITTE!

Darum war Megan Rapinoes New Yorker Rede so stark

Die Welt hat eine neue Rednerin entdeckt. Humorvoll, aggressiv, souverän – eine Weltmeisterin. Megan Rapinoe, beste Spielerin und Torschützenkönigin der Frauen WM 2019, kann herausragend gut reden! Die Kapitänin des US-Frauenfußballteams ist dabei klug, emotional und humorvoll.

Die Ikone ist sooo cool. Breit grinsend begrüßt sie die riesige Menge. Gern hätten mehr als die 3500 anwesenden Fans an der Feier in New York teilgenommen. Denen, die es geschafft haben, bietet Rapino eine perfekte und hoch politische Show.

Sie spricht etwa sechseinhalb Minuten lang frei und (fast) druckreif. Das Glück strahlt ihr aus allen Poren, als sie über die Diversität ihres Teams spricht. Sich bedankt. Rapinoe wird auch ernster. Sie macht klar, dass der Kampf um eine faire Bezahlung nicht von der Agenda verschwinden wird. Schließlich geht sie zum inzwischen weltweit bekannten Teil Ihrer Rede über. „Das ist mein Auftrag an Euch alle“ Warum diese Rede so zündet, möchte ich im Folgenden gern zeigen.

Einen Hauptgrund verrate ich aber schon jetzt. Megan Rapinoe verfolgt ein Ziel mit dieser Rede. Sie sagt nicht einfach nur „Danke“ oder „es war schön“. Sie hat eine eigene Botschaft. Diese Botschaft handelt von Liebe, gegenseitigem Verständnis und Zusammenhalt. An diesem Ziel kann sie ihre Rede ausrichten. Das macht sie so stark. Beinahe ganz nebenbei stellt sie auch schon ein paar Weichen für die nächste Verhandlungsrunde mit dem Fußballverband.

Welche Stärken zeigt Megan Rapinoe in dieser Rede?

  • echte Redefreude
  • sie weiss genau, was sie tut
  • klare, detaillierte Gliederung
  • stimmliche Vielfalt
  • Pausen und Betonungen
  • echte Boschaften
  • hohe Adressatenorientierung
  • ausdrucksstarke Gesten
  • Humor

Gliederung der Rede

Für Megan Rapinoes beeindruckende Leistung ist vor allem ihre blitzsaubere Gliederung verantwortlich. Die Rede besteht aus drei Teilen: Begrüßung der Zuhörer, Danksagungen (in vierTeilen) und Aufrag (Schluss). Das wird alles gradlinig und im ganz eigenen Stil vorgetragen. Kaum jemals werden so viele Anaphern und Reihungen verwendet.

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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=idS1SCPYBbo

Erster Teil: Begrüßung

Megan Rapinoe klingt im ersten Satz (0:30), als ob sie einen Profiboxkampf angekündigt. „Looks good New York City“ Was für ein Auftakt. Trotz des irren Einstiegs wirkt alles sehr natürlich. Sie hat die gesamte Rede hindurch absolute Kontrolle über das, was sie sagt und zeigt. Nichts geschieht unüberlegt. Sie nutzt die Rede sogar, um zukünftige Verhandlungen und Wahlen zu beeinflussen.

Rapinoe nimmt sich vier Sätze lang Zeit, die Zuhörer vor Ort wahrzunehmen. Und sie zu begüßen. Ihre Pausen setzt sie dabei makellos. Sie nimmt uns wirklich mit in ihre Gedankenwelt.

Wie viel besser ist das als die übliche Begrüßung: „Herzlich Willkommen…so zahlreich…“

Immer wieder auflockernde Einschübe

Unmittelbar danach folgt etwas für diese Rede charakteristisches: ein kurzer, humorvoller Einschub. Ein solcher Akzent folgt auf jedem Abschnitt, bis auf einen. Hier behauptet sie, es habe ihr die Sprache verschlagen. Einen Gedankenschlag später beruhigt sie das Publikum, sie würde schon die richtigen Worte finden. Weil jeder weiss, wie eloquent Megan Rapinoe ist, gibt das einen ordentlichen Lacher.

Lachen triggert immer den Wunsch nach mehr. Darum ist das der perfekte Einstieg für den nächsten Punkt. „Zuallererst meine Teamkamaradinnen“

Zweiter Teil: Danksagungen

Danksagungen sind oft sterbenslangweilig. Es wird zu wenig darüber nachgedacht. Megan Rapinoe hat nachgedacht. Sie macht es anders. Es ist wirklich eine beeindruckend. Insgesamt braucht sie für Team plus 18 Positionen nicht länger als drei Minuten und 25 Sekunden.

Dabei bingt Sie noch ihre offizielle Unterstützung der Wiederwahl des Präsidenten des Fußballverbandes unter. Das ist großes Kino und vorbildlich.

Auch hier hilft ihr wieder die klare Gliederung. Erst kommt das Team, dann das Team der Helfer, dann Carlos Codeiro als Vertreter der Soccer Federation und dann die Vertreter New Yorks.

Das Team

Sie nimmt sich eine Minute um das Team zu feiern. (ab 0:55) Es ist beeindruckend. Erst einmal fordert sie vom Publikum einen extra Applaus ein. Dann geht es richtig los. Und das muss man sich erst einmal trauen. Es ist eine stolze Reihe. 15 Eigenschaften nennt sie, ohne innezuhalten. Wie sie die Eigenschaften anordnet ist eine Kunst an sich. Die ersten drei Charaktereigenschaften werden von einem Asyndeton (resilient, zäh, humorvoll) gehalten, um dann zusammengefasst zu werden („just so badass“ – einfach knallhart).

Doch was haben diese Frauen „drauf“? Es folgen zwei jeweils durch Anaphern eingeleitete triadische Parataxen. (chillen, teetrinken*, feiern und drei (Gegensatz-)paare) Das letzte der Gegensatzpaare in der Triade „schwarz und weiss“ wird durch „und alles dazwischen“ aufgeweicht. Das macht nicht nur den Weg für das vierte und letzte Eigenschaftspaar frei. Es betont dieses auch: „Straight girls and gay girls.“ Man stelle sich diese Aussage so in der Dankesrede eines männlichen deutschen Fußballspielers vor…

Mir gefällt besonders, wie sie damit die Individualität der einzelnen Spielerinnen zu betont und sie gleichzeitig die Gemeinschaft betont. Sehr fein gemacht.**

Abschließend folgt wieder der, für diese Rede typische Einschub (2:05). Megan Rapinoe erinnert (ironisch) daran, dass Sie Präsdent Tump nicht besuchen wird. Wieder ein Lacher, den sie mit zwei weiteren Bemerkungen noch verlängert. „I’m busy. I’m sorry.“ Diese Frau weiss absolut, was sie tut.

Die Helfer im Team

Ab Minute 2:14 – 2:45 bedankt sich Rapinoe bei den Helfern im Team. Dabei wird sie kurz unterbrochen. Denn Sie scheint den offensichtlich sehr beliebten Chefkoch vergessen zu haben. Sie nennt ihn dann nicht nur, sondern fügt etwas hinzu. Das macht die Auslassung mehr als wett. (Es könnte sein Team sein (with). Das war aber leider nicht zu verstehen.)

Megan Rapinoe sagt nicht nur „Danke“. Sie erklärt durch die detaillierte Nennung der einzelnen Gruppen auch, was die jeweiligen Helfer für das Team geleistet haben. Das ist wichtig. Es stellt die Helfer heraus und zeigt, dass ihr Tun wirklich gewürdigt wird. Abschließend erklärt sie nochmals, was das Team dank dieser Helfer erreichen konnte.

Bei Dankesreden sind immer zwei Punkte wichtig. Erstens: Was hat der andere konkret getan? Zweitens: Wie haben wir davon profitiert?

Carlos Codeiro

Von 2:47 bis 3:51 bedankt sich Megan Rapinoe beim Fußballbund und dessen Präsidenten Carlos Codeiro. Das verbindet sie mit der offiziellen Ankündigung ihrer Unterstützung für seine Wiederwahl. Wie geschickt. Denn wo sonst hätte sie es so medienwirksam tun können? Wann sonst als in einer Dankesrede wäre der richtige Platz dafür gewesen? Sie bereitet damit schon jetzt die kommenden Verhandlungen vor. Dass Sie selbst diese Verbindung im Kopf hatte, wird in der nächsten kurzen Passage deutlich.

Sie schließt nämlich wieder mit einem Ihrer Einschübe. Das macht die Sache um so besser. „We look forward to holding those feet to the fire.“ (Wir freuen uns darauf, diese Füße ans Feuer zu halten. (Auf diese Art sollen die amerikanischen Ureinwohner Gefangene gefoltert haben.)) Damit spielt sie auf die kommenden Verhandlungen an. Diese würde Carlos Codeiro – sollte er den Posten gewinnen – mitführen.

Mit diesem kurzen Passus und dem Publikmachen Ihrer Unterstützung von Codeiro hat sie ganz wichtige Botschaften plaziert. So macht man Politik. Diese Frau weiss ganz genau was sie tut.

New York

Von 3:54 bis 4:32 bedankt sich Rapinoe in nur 38 Sekunden bei allen Beteiligten auf Seiten New Yorks. Eine Glanzleistung nicht zuletzt wegen des Schlussakkords, den sie für diesen Punkt setzt.

Bürgermeister und Gouverneur bekommen jeweils kleine aber persönliche Bemerkungen. Das entspicht Ihrer Wichtigkeit. Das macht diesen Teil aber auch so individuell. Nahbar. Ehrlich. Hier ist nichts lieblos.

Der Schluss selbst bildet in diesem Teil das unterhaltende Moment. Megan Rapinoe appelliert darin an den Lokalpatriotismus der New Yorker. Unmittelbar im Anschluss reklamiert sie ihn für das eigene Team. „We really do appreciate all that it takes to shut down the biggest, best city in the world. For the biggest, best team in the world.“ (Wir sind dankbar für all das, was es braucht, um die größte, tollste Stadt der Welt lahmzulegen. Für das großartigste, tollste Team der Welt.)

Dass Sie damit zwei Übertreibungen (shut down, the world), Alliteration (biggest and best) und eine Epipher (in the world) als auch die Wiederholung (biggest and best) in nur zwei Sätze packt und Ihre Stimme zu höchstem Crescendo treibt, ist eine Anmerkung wert. Es nicht nur typisch amerikanisch. Diese Frau weiss einfach, wie man Höhepunkte setzt und zelebriert.

Dritter Teil: Der Auftrag

Im Schlussteil zieht Megan Rapinoe noch einmal alle Register. Allein acht verschiedene Anaphern fügen Sätze zusammen. Es gibt in diesem Schlussteil nur 23 Sätze (von 51), die nicht mit einer Anapher beginnen. Zweimal wird der Wechsel der Anapher mit einer Epipher überbrückt. Bereits das ist stilistisch sehr dicht. Durch die stete Kombination mit Parataxen wird das Ganze noch eindringlicher.

Megan Rapinoe wiederholt ihren Satz „This is my charge to everybody.“ zweimal. Zu Beginn und vor dem letzten Drittel des Schlussteils. Sie verdichtet sehr geschickt. Sie führt ganz am Ende aus, dass ihr Team vorlebt, was sie fordert. Ein gutes Argument, sie ernst zu nehmen.

Mir gefällt besonders, wie sie – etwa in der Mitte dieses Teils – sich selbst als schlechtes Beispiel für vergangene Kommunikation nennt und sich dafür entschuldigt. Ganz Megan natürlich nur teilweise und humorig. Sie steht zu ihren Ansichten. Trotzdem und genau darum wird sie damit zum Beispiel und Vorbild für das, was sie fordert.

Großartig auch, wie sie die Tatsache zum Thema macht, dass diese Manschaft nicht aus Superstars besteht. Amerika ist erfolgsverwöhnt und -verrückt. Dese Manschaft ist an normalen Tagen nur ein ganz kleiner Fisch. Aufzutrumpfen würde darum nicht funktionieren. Megan Rapinoe führt aus: Sie seien nur Sportler, nur Fußballerinnen und nur Frauen. Und trotzdem seien sie mehr. Auch jeder der Zuhörer sei mehr als nur eine bestimmte Zuschreibung. Damit deutet sie diesem „Makel“ um. Es ist damit kein Makel mehr, sondern es schafft Verbindung. Und genau diese fordert sie im letzten Teil ein.

Stimmliche Vielfalt

Eine von Megan Rapinoes absoluten Stärken ist ihre stimmliche Vielfalt. Sie kann sehr laut sein. Die Tonhöhe chromatisch verändern. Sie variiert Tempo, Rhythmus und Betonung kontinuierlich. Es ist zu keinem Zeitpunkt langweilig ihr zuzuhören. Ihre Stimmmodulation ist aussergewöhnlich variantenreich und mutig. Sie ist so wild, wie es ihre Haarfarbe vemuten lässt.

Rhetorische Stilmittel

Megan Rapinoe verwendet sehr viele rhetorische Stilmittel. Am besten gefallen mir bei ihr Anapher, Triade und Epipher. Sie nutzt ausserdem ungezählte Aufzählungen, Anadiplose, Alliterationen, rhetorische Fragen, Humor und Parataxen. (Extrem kurze Sötze, die bei ihr wie Salven aus einem Maschinengewehr kommen).

Mit Hilfe Ihrer Stimme und unter Bezugnahme auf New York bildet Megan Ropinoe eine Epanadiplose (Umklammerung der Rede, Kreisschluss). Sie beginnt sehr laut und auffällig und schließt auch so. Das lässt die Rede komplett wirken. Dieser Schluss kündigt sich übrigens schon im Abschluss ihres Danks an die Stadt New York an. Eine starke und unauffällige Technik.

Ich habe in einem Redetext viele der verwendeten rhetorischen Stilmittel farbig markiert. So können Sie einen Überblick gewinnen, wie dicht diese an manchen Stellen sind.

Was könnte Megan Rapinoe noch besser machen?

Megan Rapinoes Rede ist von extrem hoher Qualität. Da ist es wirklich schwer, Verbesserungsvoschläge zu machen. Hier ist einer, der immer gilt: Wenn möglich, sollte sie beim nächsten Mal ohne Redepult sprechen. Das würde ihre Ausstrahlung deutlich vergrößern. Sie braucht kein Rednerpult, da sie komplett frei spricht.

Ausserdem könnte sie etwas langsamer sprechen. (Selbst wenn man das Video ihrer Rede mit um 25% reduzierter Geschwindigkeit abspielt, wirkt es noch natürlich.)

Megan Rapinoe benutzt fast immer sehr kurze Sätze und viele Pausen. Das gleicht ihr hohesTempo teilweise aus aus. Außerdem wird sie an den wichtigsten Stellen langsamer. Das gibt den Worten Zeit zu wirken. Trotzdem würde ich Ihr raten, insgesamt ein wenig langsamer zu sprechen. Ihre Worte hätten es verdient noch besser gehört zu werden.

Wortlaut der Rede von Megan Rapinoe

Englisches Original

Looks good New Yooooooork Cityyyyyyyyyyyyyyyyyy. I see you all right here but I see everyone in the distance as well. Hello back there! This is crazy. This is absolutely insane. Awww. Such at a loss for words. I mean I’ll find them. Don’t worry. But. Ridiculous.

First and foremost, my teammates. Just shout-out to the teammates. Just, just, everybody. Give them a clap. This group is so resilient, is so tough, has such a sense of humor, is just so bad ass. Like, there’s nothing, nothing that can faze this group. We’re chillin‘. We’ve got tea sipping. We’ve got celebrations. We have pink hair and purple hair. We have tattoos and dreadlocks. We’ve got white girls and black girls, and everything in between. Straight girls and gay girls. Hey!

I couldn’t be more proud to be a co-captain with Carli and Alex with this team. It’s my absolute honor to lead this team out on the field. There’s no other place that I would rather be, even in the presidential race. I’m busy, I’m sorry.

To the staff, to the coaching staff, the technical staff, to the medical staff, to the support staff, to the massage therapists, to the videographers. To the chef. Chef T with (team). To our security, to our media people, thank you so much. You make our jobs so easy. We don’t have to focus on anything other than what we have to do on the field. Thank you for that.

To the federation, Carlos, thank you. You were incredible this World Cup. I know that you got a little stick when you were up here, a couple chants. I think that’s a sign of affection, though, right? Everybody gets booed. Everybody in the position of power gets booed.

I’m going to stick my neck out there a little bit, I’m going to endorse Carlos. I think he’s with us. I think he’s on the right side of things. I think he’s going to make things right. He’s proven, he’s proven every day since he’s been in office for us that he’s with us. He was with us every single day of the World Cup. Not only from just a personal standpoint, how much that means to us. But just from an outlook standpoint and all the eyes looking in, this man was there. He was in the tunnel every single game. He was celebrating every single game. We appreciate that. Thank you.

We look forward to holding those feet to the fire.

To the mayor’s office, Bill De Blasio, this is our second time around. And your beautiful wife. Thank you for hosting us. Also to the governor. Cuomo is how I think you pronounce it, right? Thank you so much for hosting us. To the NYPD, to the fire department here, to everyone who made this happen, thank you so much. It’s not possible without everyone.

We really do appreciate all that it takes to shut down the biggest, best city in the world. For the biggest, best team in the world. Thank you for that. That means the world to us.

I think I’ll just end with this. This is my charge to everyone. We have to be better. We have to love more, hate less. We got to listen more, and talk less. We got to know this is everybody’s responsibility, every single person here. Every single person who is not here. Every single person who doesn’t want to be here. Every single person who agrees and doesn’t agree. It is our responsibility to make this world a better place. I think this team does an incredible job of taking that on our shoulders and understanding the position that we have and the platform we have within this world.

Yes we play sports. Yes we play soccer. Yes we’re female athletes but we’re so much more than that. You’re so much more than that. You’re more than a fan. You’re more than someone who just supports sport. You’re more than someone who tunes in every four years. You’re someone who walks these streets every single day. 

You interact with your community every single day. How do you make your community better? How do you make the people around you better? Your family? Your closest friends? The 10 closest people to you? The 20 closest people to you? The most 100 closest people to you? It’s every single person’s responsibility.

There’s been so much contention in these last years. I’ve been a victim of that. I’ve been a perpetrator of that. With the fight with the federation, (I’m) sorry for some of the things I said, not all of the things.

But it’s time to come together. This conversation is at the next step. We have to collaborate. It’s takes everybody. This is my charge to everybody, Do what you can. Do what you have to do. Step outside yourself. Be more. Be better. Be bigger than you’ve ever been before. If this team is any representation of what you can be, when you do that, please take this as an example. This group is incredible. We took so much on our shoulders to be here today, to celebrate with you today. And we did it with a smile. So do the same for us. Please, I ask you.

New York City, you’re the mother fucking best.“

Deutsche Übersetzung der Rede von Megan Rapinoe

Sieht super aus New Yooooooork Cityyyyyyyyyyyyyyyyyy. Ich sehe euch alle hier vorne, aber ich sehe genauso auch jeden dahinten in der Entfernung. Hallo da hinten! Das ist verrückt. Das ist absolut wahnsinnig. Awww. Mir fehlen die Worte. Das heisst, ich werde sie finden. Macht Euch keine Sorgen. Aber. Unfassbar.

Zuallererst meine Manschaftskameradinnen. Bitte nochmal einen Applaus für die Manschaft. Einfach nochmal alle. Klatscht für sie. Dieses Team ist so resilient, so zäh, hat so einen tollen Sinn für Humor. Sie sind einfach der Knaller. Es gibt nichts, was diese Gruppe entmutigen könnte. Wir chillen. Wir trinken Tee.** Wir feiern. Wir haben rosa Haar und lila Haar. Wir haben Tätowierungen und Dreadlocks. Wir sind weiße Mädels und schwarze Mädels und alles dazwischen. Wir sind heterosexuell und homosexuell. Hey!

Ich könnte auf Nichts stolzer sein als mit Carli und Alex Co-Kapitänin dieser Manschaft zu sein. Es ist mir eine absolute Ehre, dieses Team auf das Spielfeld zu führen. Es gibt keinen Ort, an dem ich lieber wäre. Nicht einmal im Rennen um die Präsidentschaft. Es tut mit leid. Ich bin beschäftigt.

An das gesamte Team im Hintergrund, die Trainer*innen, die technische Unterstützung, die medizinische Abteilung, die Masseur*innen, die Videograph*innen und an Chefkoch T und sein Team. An die Sicherheitsleute und die Kommunikationsabteilung: vielen, vielen Dank. Ihr habt uns unsere Aufgabe so leicht gemacht. Wir mussten uns auf nichts anderes konzentrieren als darauf, was wir auf dem Spielfeld tun müssen. Danke Euch allen.

An den Fußballverband, Carlos, Danke. Du warst unglaublich während dieser Weltmeisterschaft. Ich weiss, Du hast ein bisschen Kritik einstecken müssen, als Du hier oben gestanden hast. Ein paar Gesänge. Ich finde ja, das ist ein Zeichen der Zuneingung, nicht? Jeder wird ausgebuht. Jeder, der eine Machtposition hat, wird ausgebuht.

Ich wage mich mal ein bisschen weiter vor. Ich werde Carlos‘ Kandidatur unterstützen. Ich glaube, er ist auf unserer Seite. Ich glaube, er steht uns bei. Ich meine, er steht auf der richtigen Seite. Ich denke, er wird die Sache richten. Er hat, seitdem er im Amt ist, jeden Tag bewiesen, dass er auf unserer Seite steht. Er war an allen Tagen der Weltmeisterschaft bei uns. Nicht nur wir persönlich wussten das. Auch alle, die von draußen auf uns geschaut haben, wussten das. Er war bei jedem einzelnen Spiel mit uns im Tunnel. Er hat mit uns nach jedem einzelnen Spiel gefeiert. Wir wissen das zu würdigen. Danke.

Wir freuen uns darauf, diese Füße ins Feuer zu halten.

An das Büro des Bügemeisters. Bill De Blasio, wir sind zum zweiten Mal da. Und an ihre schöne Frau. Danke, dass sie uns eingeladen haben. Auch an den Gouverneur. Cuomo – so spricht man es denke ich aus, richtig? Vielen Dank, dass sie uns eingeladen haben. An die New Yorker Polizei, an die Feuerwehr, an jeden, der das hier möglich gemacht hat. Wir danken Euch vielmals. Ohne Euch alle, wäre das hier unmöglich gewesen.

Wir sind dankbar für alles, was nötig war, um die größte und tollste Stadt der Welt lahmzulegen. Für das größte und tollste Team der Welt. Danke dafür. Es bedeutet uns alles.

Ich denke, ich werde mit dem hier aufhören: Das ist mein Auftrag an Euch. Wir müssen uns bessern. Wir müssen mehr lieben, weniger hassen. Wir müssen mehr zuhören und weniger reden. Wir müssen wissen, dass wir alle für das hier verantwortlich sind, jede einzelne Person hier. Jede einzelne Person, die nicht hier ist. Jede einzelne Person, die nicht hier sein will. Jede einzelne Person, die zustimmt und die nicht zustimmt. Es ist unsere Verantwortung, diese Welt zu einem besseren Ort zu machen. Ich finde, diese Manschaft macht das großartig. Wie sie diese Aufgabe schultert und versteht was für eine Position wir haben und was für eine Plattform wir innerhalb der Welt innehaben.

Ja, wir treiben Sport. Ja, wir spielen Fußball. Ja, wir sind Sportlerinnen, aber wir sind so viel mehr als nur das. Du bist so viel mehr als nur das. Du bist mehr als ein Fan. Du bist mehr als jemand, der bloß den Sport unterstützt. Du bist mehr als jemand, der alle vier Jahre zuschaut. Du bist jemand, der täglich durch diese Straßen geht. Du hast jeden Tag mit diesen Menschen zu tun. Wie kannst du diese Gemeinschaft verbessern? Wie kannst Du die Menschen um dich herum verbessern? Deine Familie? Deine engsten Freunde, Deine 10 engsten Kontakte, die 20 engsten Kontakte, die 100 Kontakte, die dir am nächsten stehen? Es ist die Verantwortung jedes Einzelnen.

Es gab sehr viele Streitigkeiten in den letzten Jahren. Ich war Opfer. Ich war Täterin. Bezogen auf den Kampf mit dem Fußballverband tun mir ein paar Dinge leid, die ich gesagt habe, nicht alle.

Aber, es ist Zeit für uns, zusammenzukommen. Dieses Gespräch ist nur der Anfang für einen nächsten Schritt. Wir müssen zusammenarbeiten. Dafür braucht es uns alle. Das ist mein Auftag an Euch: Tu, was du kannst. Tu, was du tun musst. Komm aus Dir heraus. Sei mehr. Sei besser. Sei größer als jemals zuvor. Falls diese Manschaft irgendwie ein Abbild dessen ist, was Du sein könntest, wenn Du das tust, dann nimm uns bitte als Beispiel. Diese Truppe is unglaublich. Wir haben so viel geschultert, um heute hier zu sein. Um mit Euch zu feiern. Und wir haben das mit einem Lächeln getan. Darum bitte tut dasselbe für uns. Ich bitte Euch darum.

New York City, Du bist fucking goßartig.“

*Das Team war für seinen Torjubel bei dem 13:0 Sieg über Thailand harsch kritisiert worden. Vielleicht als Antwort darauf trank Alex Morgan pantomimisch eine Tasse Tee nach ihrem Siegestor zum 2:1 gegen England.
** Ich war erstaunt zu lesen, dass Rapinoes Hauptfach auf dem College Soziologie und nicht Kommunikation war.

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Was bringt ein Rhetorik Seminar?

Testimonial Pascal Spreer

Ich werde oft sehr kritisch gefragt: „Was bringt ein Rhetorik Seminar denn?“ Dahinter steckt die Vorstellung, dass Veränderungen schwierig sind. Sehr viel Zeit brauchen. Wenn man Gewohnheiten ändern möchte, stimmt das (vielleicht)*. Doch in meinen Seminaren werden Schmerz und Angst durch wirksame Muster ersetzt. Dort gilt das nicht. Das Loslassen der Redeangst z.B. ist ein häufiger Wunsch meiner Teilnehmer. Dem kann ich so gut wie immer entsprechen.

Ich kann nichts über andere Rhetorik Seminare sagen. Ich weiss aber aufgrund des Feedbacks meiner Teilnehmer, dass meine Seminare sehr viel bewirken. Ich sehe es auch selbst, wenn sie wieder kommen und von Mal zu Mal besser sind.

Oft haut mir das Feedback meiner Teilnehmer direkt nach einem Rhetorik Seminar die Füße weg. Ich bin gerührt und freue mich. Trotzdem ist das Feedback, dass später – nach einem Realitätscheck – gegeben wird, viel wertvoller. Denn erst dann stellt sich heraus, wie das Training langfristig wirkt. Ich weiss inzwischen, dass meine Seminare gerade bei Menschen, die unter Ihrer Unsicherheit leiden, eine große Wirkung haben. „Ihr Rhetorik Seminar hat mein Leben verändert“ wurde mir dann schon gesagt.

Patrick Spreer, vermied früher das Reden immer. Nach nur einem Seminar bei mir präsentierte er erfolgreich vor 800 Gästen in einem Wettbewerb. Das wollte ich genauer wissen und habe ihn nach seinem Feedback gefragt. Was bringt ein Rhetorik Seminar? Was hat es bewirkt? Was hat sich aufgrund des Rhetorik-Bootcamps verändert?

Patricks Feedback

„Vor dem Rhetorik Seminar war ich stets nervös, wenn ich vor Menschen präsentiert habe, auch wenn es nur ein kleiner Zuhörerkreis war. Gerne habe ich deshalb anderen den Vortritt gelassen, da diese es vermeintlich besser konnten und anscheinend Naturtalente waren.

Dann kam das Rhetorik Seminar bei Dir und ab da sah die Welt so viel anders aus. Mit deinem unvergleichlichen Charme, viel Witz und immer hilfreichen Tipps hast Du gezeigt, dass wirklich jeder das Zeug zum Reden hat.

Auf einmal ist das alles kein Hexenwerk mehr und gerne melde ich mich als Erster, wenn es darum geht zu präsentieren.

Gegipfelt ist das Ganze darin, dass ich mit gutem Gefühl vor rund 800 Menschen reden durfte. Eine einmalige Erfahrung, die ich mir ohne dein Training nicht zugetraut hätte. Dafür einfach Danke! Ein Wahnsinn, was für eine riesen Wirkung durch kleine Kniffe bewirkt werden kann.

Du hast mit dazu beigetragen, dass ich mich heute deutlich selbstbewusster verhalte. Auch abseits der kleinen und großen Bühnen.

Ich wünsche Dir nur das Beste für die Zukunft. Bei Deinem Können und Charme mache ich mir da jedoch keine Sorgen. Ich komme ich gerne nochmal zu einem Training. Denn eins habe ich gelernt; man hat niemals ausgelernt!“

Danke

Ich habe schon oft gehört, dass meine Workshops viel bewirkt haben. Einen solchen „Beweis“ hatte ich aber noch nie. Ich danke Patrick, dass er mir gestattet hat, sein sehr persönliches Feedback öffentlich zu machen!

Was bringt ein Rhetorik Seminar bei Topgun Speaking genau?

Jeder Teilnehmer und jede Teilnehmerin in einem Rhetorik Seminar braucht etwas anderes. Was genau ein Rhetorik Seminar bringt, ist darum individuell unterschiedlich. Nicht jeder muss das gleiche lernen.

Der eine muss eher seine Angst überwinden. Die andere braucht eine souveränere Körpersprache. Manche müssen lernen, sich knapper auszudrücken. Andere müssen konkreter und emotionaler werden. Manche wollen überzeugender sein. Wieder andere wollen kompetenter wirken. Durch das Eingehen auf jeden Einzelnen vermittle ich eine breite Basis an Wissen und Können.

Wenn man mich zukünftig fragt, was bringt ein Rhetorik Seminar, dann werde ich selbstbewusst sagen: „Es kann Dein Leben verändern.“

*Wenn man Gewohnheiten schnell ändern will, sollte man die Umstände ändern. Sie wollen regelmäßig in ein Fitness Studio gehen? Dann ziehen Sie um. Dadurch ändert sich wahrscheinlich Ihr Arbeitsweg. Das macht es leichter, weitere Änderungen im Tagesablauf ausserhalb der eigenen Wohnung umzusetzen.

Betörende Zitate: Christine Lagarde

„Grate you teeth and smile.“ „Lächle, während Du mit den Zähnen knirscht.“

Christine Lagarde, 2013

Zitate sind ein anerkanntes rhetorisches Stilmittel. Es gibt daum viele Zitatesammlungen. Es finden sich aber nur wenige Aussagen dazu, wie man Zitate bestmöglich auswählt und benutzt. Das will ich mit diesem Artikel ändern.

Christine Lagarde hält sehr regelmäßig wichtige Reden. Vor immer wieder anderem Publikum. Als Chefin des IWF kann sie nicht immer alles sagen. Chrstine Lagarde wählt deshalb die Autoren ihrer Zitate immer besonders sorgfältig aus. Sie zeigt damit dem Publikum, dass sie es versteht. Mit der Auswahl ihrer Autoren kann sie ausserdem unterschwellig Botschaften plazieren ohne das Protokoll zu verletzen.

Wie plaziert man Zitate für größtmögliche Wirkung?

Christine Lagarde verwendet Zitate in einem konsistenten Muster. Fast immer findet man zwei Zitate in Ihren Reden. Kurz vor dem Ende ihrer Reden benutzt sie quasi immer ein Zitat. Das andere Zitat nutzt sie typischerweise relativ früh in der Rede.

Ein Zitat leitet bei Chistine Lagarde niemals den betreffenden Punkt ein, sondern steht am Ende der Überlegungen Lagardes. Damit wird das Zitat zum Gütesiegel Ihrer Worte.

Wenn Christine Lagarde kein Zitat sondern ein Spichwort benutzt, macht Sie es genau umgekehrt. Dies ist sehr vernünftig. Denn im Gegensatz zu Zitaten geht von Sprichworten keine zusätzliche Autorität auf Ihre Rede über. Damit wäre es ein Antiklimax, sie am Ende Ihrer Ausführungen zu plazieren.

Zitate lockern Ihre Rede auf

Zitate sind eine besondere Form der wörtlichen Rede. Wie diese lockern sie Reden auf. Denn Zitate weichen in Ton und Form vom Rest der Rede ab. Sie könnten deshalb öfter Zitate verwenden.

Zitate könnten Ihren Reden viel Autorität und Glaubwürdigkeit verleihen. Leider werden sie oft nicht optimal genutzt. Christine Lagarde macht vor, wie man mit Zitaten zaubert. Aus Ihren Reden lassen sich drei Hauptregeln ableiten.

1. Frische Zitate benutzen

Versuchen Sie Zitate zu finden, die sich nicht wie ihre eigene Persiflage anhören. Abgegriffene Zitate, die jeder schon zu oft gehört hat, hinterlassen einen schalen Nachgeschmack. Neuentdeckungen bei alten Freunden dagegen sind ein Geschenk für die Zuhörer.

Niemand möchte Zitate hören, die eindeutig von einem der vielen Online-Zitate-Friedhöfe kommen. (Und oft genug auch falsch attributiert sind.)

2. Bekannte Persönlichkeiten und Autoritäten zitieren

Im Mai 2015 hält Christine Lagarde die Rede auf der Abschlussfeier des Illinois Institute of Technology in Chicago. Sie zitiert Thomas Jefferson: “I am a great believer in luck, and I find the harder I work, the more I have of it.” (Ich glaube an das Glück. Und ich weiss, je härter ich arbeite, desto mehr Glück habe ich.)

Jefferson kennt in Amerika jedes Kind. Sie wissen, dass er nicht nur der Autor der Unabhängigkeitserklärung ist. Er war der dritte Präsident der USA, Architekt, Erfinder, Diplomat. Das macht ihn zu einem sehr glaubwürdigen Zeugen.

Der ideale Autor ist eine Autorität auf dem Gebiet, zu dem Sie ihn zitieren.

Zitieren Sie Menschen, die von Ihren Zuhörern bewundert werden

In Mexiko Stadt zitiert Christine Lagarde Frieda Kahlo, die populäre mexikanische Starmalerin. Frieda Kahlo ist für Ihren Nationalstolz bekannt. Sie ist bis heute die erfolgreichste Malerin ganz Latainamerikas. Indem sie Frieda Kahlo im Original zitiert, macht Frau Lagarde den mexikanischen Zuhörern ein Kompliment.

Redner*innen machen viel richtig, wenn Sie Menschen zitieren, mit denen sich die Zuhörer verbunden fühlen. Auf die die Zuhörer stolz sind. Es macht sicher aktuell in Mexiko keinen Sinn, Trump als Vorbild zu zitieren.

Die Einstellung der Zitierten muss passen

In Tbilisi, Georgien, zitiert Frau Lagarde den georgischen Dichter und Staatsmann Ilia Tschawtschawadse. „A man creates his own destiny, but destiny does not create a man.“ (Der Mensch bestimmt sein eigenes Schickal, aber das Schicksal bestimmt den Menschen nicht.) Fürst Tschawtschawadse war einer der Führer der georgischen Nationalbewegung. Er wurde im Alter von 70 Jahren entweder von georgischen Kommunisten oder der zaristischen Geheimpolizei ermordet.

In Riga, Lettland, spicht Lagarde über die wirtschaftlichen Schwierigkeiten der baltischen Staaten. Sie zitiert dazu den lettischen (National-) Dichter Rainis: “The one who will endure is the one who is willing to change.” (Es wird der überleben, der bereit ist sich zu verändern.)

Rainis war immer auf die Unabhängigkeit Lettlands bedacht. Sein Leben war von stetem Wandel geprägt. Rainis wechselte mehrfach seinen Beruf. Er musste wegen seiner Gesinnung erst in die Verbannung und später ins Exil in die Schweiz gehen. Rainis ist so bedeutend in Lettland, dass heute das nationale Dichterfest an seinem Geburtstag stattfindet. Seine Liebe zur Heimat und deren Kultur war die eine Konstante in seinem Leben.

In der gegenwärtigen Lage zwischen Georgien und Russland, wäre es ungeschickt gewesen, einen Russen oder einen Russlandfreund zu zitieren.

Setzen Sie auf Ähnlichkeiten zwischen Publikum und Zitierten

Bei der Banque de France zitierte Frau Lagarde Moliere: „The trees that are slow to grow bear the best fuit.“ In Frankreich eine sehr typische Wahl. Und um sooo vieles wirkungsvoller, als dort Shakespeare zu bemühen. Auch die Geschichte, die sie in derselben Rede John F. Kennedy erzählen lässt, handelt von einem französischen Marshall.

Ein anderes Mal hat sie sich bei der Banque de France auf Milton Friedmann berufen. Ein hochrangiger Manager verließ damals die Bank. Die Zitierten sollten einen regionalen oder inhaltlichen Bezug zum Publikum haben.

Kann man unbekannte Autoren zitieren?

Selbstverständlich können Sie grundsätzlich jederman zitieren. Doch dann müssen Sie erklären, wer die Autor*in des Zitats ist. Warum er oder sie eine Autorität ist. Das kostet viel Zeit. Es unterbricht den Fluß der Rede. Nicht zuletzt ist es unendlich beeindruckender, wenn das Publikum bereits eine starke Beziehung zur zitierten Person hat. Darum zitieren Sie am besten Autoritäten, die dem Publikum vertraut sind.

3. Das Zitat sollte zur Redner*in passen

Man traut Christine Lagarde eine klassische Bildung zu. Zitate aus Texten von Heavy Metall Bands würden wohl nicht so gut wirken. Es sei denn, sie erklärt, woher sie das Zitat kennt.

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Weiterführende Artikel

Sechs gute Gründe, warum Sie ohne Rednerpult reden sollten

Rednerpulte meide ich sie, wo immer ich kann. Meinen Klienten empfehle ich, sich ebenfalls davon zu befreien. Ihre Wirkung pofitiert davon.

Rednerpulte leiten sich von Kanzeln ab, den Orten, von denen aus Gottes Wort verkündigt wurde. Hinter einem Pult und sozusagen ex cathedra zu sprechen, gab Rednern früher eine besondere Autorität. Das gilt heute nicht mehr. Im Gegenteil.

Darum Hände weg vom Rednerpult

Redepulte sind häufig zu groß. Redner*innen verschwinden dann dahinter. Sich nicht ganz zu zeigen, kann Ihrer aber Glaubwürdigkeit schaden. Aber selbst wenn das Rednerpult nicht zu groß ist, gibt es gute Gründe, es nicht zu verwenden. Es gibt mindestens sechs gute Günde, kein Rednerpult zu verwenden.

1. Die Erwartung Ihrer Zuhörer wird gedämpft

Hinter einem Rednerpult wirken Sie schnell wie von gestern, steif und reaktionär. Deshalb erwarten Ihre Zuhörer auch einen langweiligen, altbackenen Vortrag. Man geht nicht davon aus, dass Sie richtig gut sein werden. Machen Sie es sich leicht. Zeigen Sie vom ersten Augenblick an, wie gut Sie sind. Und das Pult lassen Sie links liegen.

2. Ihre Ausstrahlung wird schwächer

Das Rednerpult trennt Sie vom Publikum. Es dämpft Ihre Ausstrahlung. Denn es steht wie eine Mauer zwischen Ihnen und Ihren Zuhörern. Sie wirken darum schnell schwach oder distanziert und unnahbar.

3. Sie werden zur Nebensache

Am Redepult stehen Sie im Abseits. Denn Rednerpulte stehen gern am Rand der Bühne. Redner*innen gehören aber auf die Mitte der Bühne. Denn Sie sind die Hauptattraktion.

4. Weniger ausdrucksstarke Gestik

Am Rednerpult zu gestikulieren, ist schwierig. Denn die Hände müssen viel höher genommen werden als ohne das Pult.

5. Schlechte Haltung

Ihre Ausstrahlung hängt zum großen Teil von Ihrer Haltung ab. Leider leidet diese typischerweise unter der Nutzung des Pults. Denn das Pult verführt dazu, sich gehen zu lassen. Viele Redner*innen klammern sich ans Pult oder legen sich mit Ihrem Gewicht darauf. Nur wenige schaffen es, ihre Hände vom Pult zu lösen.

Gern werden dichtgeschriebene Blätter mit dem Redetext darauf abgelegt. Dann löst sich nicht einmal mehr der Blick vom Pult. Manche glauben auch, dass man sich hinter dem Pult ungestraft „gehen lassen“ dürften. Sie stehen nicht stabil und wackeln herum. Doch eine nachlässige Haltung schwächt Ihre Ausstrahlung. Gut mit Pult zu sprechen, ist schwerer als ohne.

6. Redepulte machen unfrei

Rednerpulte schränken Sie ein. Sie kommen nicht vom Rednerpult weg. Festeingebaute Mikrophone erlauben es Ihnen oft nicht einmal, den Kopf besonders weit zu drehen. Sie sind mit Pult nicht flexibel. Darunter leidet Ihre Lebendigkeit.

Was einem bekannten Politiker am Rednerpult passierte

Ich begleite einen für seine Rhetorik anerkannten Politiker zu einem Auftritt. Wir fahren durch die dunkle Herbstnacht gemeinsam zurück nach Berlin. Er stellt die Frage aller Fragen: „Wie war ich?“

Nicht gut. Er war nur halb so eindrucksvoll, wie er hätte sein können. Er hatte uns den ganzen Abend über mit seiner Fußarbeit abgelenkt.

Das Rednerpult, das an diesem Abend benutzt wurde, stand auf einem Tisch. Das Pult verdeckte den Bauch und Unterbauch des Vortragenden. Seine Beine und Füße aber waren gut zu sehen.

Er trug an diesem Abend Hemd und Wollblazer zu ungepflegten Jeans und ausgetretenen Schuhen. Genauso verhielt es sich auch mit seiner Körpersprache. Oberhalb des Pults durchaus ok. Sein Stand aber war sehr wackelig und „unterhaltsam“. Seine Füße sprachen die ganze Rede über ihren eigenen Begleitkommentar. Dem Redner war diese Besonderheit seines Pults gar nicht aufgefallen. Er hatte sich dahinter sicher gefühlt und seinen Stand nicht kontrolliert.

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Weiterführende Artikel

Storytelling im Kino – „Rocketman“: Elton John

Storytelling im Kino Rocketman

Storytelling ist eine Hauptqualität von „Rocketman“, dem Musicalfilm über Elton John. Storytelling braucht Konflikte, Helden und Widersacher oder Bösewichte. Nicht immer erfüllen biobrafische Filme diese Kriterien so gut wie „Rocketman“.

Die Story von Rocketman

Eine freudlose Kindheit führt trotz großer Begabung und anfänglichem Erfolg nicht zum Glück. Statt dessen verstrickt sich der Held immer tiefer in seine Süchte.

(Tragischer) Held dieses Films ist (natürlich) Elton John. Sein Problem: Er sehnt sich seit seiner Kindheit nach Liebe. Kein Erfolg kann das wettmachen und den (Traum-)Prinzen ersetzen. Darum wird er unglücklich und süchtig. Wie alle Helden muss Elton John über sich hinauswachsen, um das Problem zu lösen. Seine Aufgabe ist es, erwachsen zu werden. Unabhängig von falschen Freunden zu werden. Seinen Süchten zu entkommen. Sich selbst zu finden, nicht mehr auf die Liebe der Eltern zu warten und dem Kind in sich endlich eine gute Heimat zu geben. Und wenn er das tut, wird er erlöst.

Die Rolle des Gegenspielers, des Bösen, ist den Eltern und seinem Manager John Reid zugedacht. Während Elton Johns Eltern noch mit ziemlich heiler Haut davon kommen, lässt der Film keinen Zweifel daran, wer Elton John in den Absturz getrieben hat. Jeder Auftritt des Managers, der ursprünglich als „Liebhaber“ in das Leben Elton Johns tritt, treibt den Helden der Geschichte weiter auf den Abgrund zu.

Muss Storytelling bei der Wahrheit bleiben?

Eine der Kritiken an Rocketman lautet z.B. , dass chronologisch die falschen Songs genutzt werden. Aber ist das überhaupt die richtige Frage?

Storytelling muss nicht genau der Wirklichkeit entsprechen. Für Storytelling sind Details unerheblich. Damit Geschichten wahr werden, dürfen und müssen Details „passend“ gemacht werden. Eine gute Geschichte erzählt nicht alles. Sie erzählt das, was nötig ist. So, dass die Geschichte funktioniert. Zur Wahrheit wird, was die Geschichte treibt und verständlich macht. Was passiert muss zwingend erscheinen. Dabei können mal aus einem Gespräch zwei werden oder umgekehrt.

„Rocketman“ funktioniert genau wegen seiner „Fehler“. So passen die Songs zu den Aussagen, die der Film in den entsprechenden Momenten braucht. Er hat mir sehr gefallen.

Die Rolle des Bösewichts, der der Erlösung entgegensteht, spielt Elton Johns Manager. Den Mentor, den es in dieser typischen Heldengeschichte auch gibt, ist Elton Johns langjähriger Texter Bernie Taupin. Der stille Bernie, der auf sich selbst achtet und Elton immer wieder (kleine Rettungs-) Angebote macht, ist ein wunderbarer Gegenpol zum Manager. Beide sind nicht auftrumpfend oder laut. Aber so gnadenlos, kaltherzig, verschlagen der eine ist, so klar, sich selbst genug ist der andere.

Brian und Elton finden im Film zurück zueinander und haben auch im echten Leben (so sagen Bernie und der Film) noch niemals einen Streit gehabt. Sie schreiben seit einem halben Jahrhundert gemeinsam Musik. Elton John ist inzwischen glücklich verheiratet und hat zwei Kinder. Den Kindern zuliebe beendet er seine Konzerttournee. Wenn das kein Happy End ist.

Dieser Film funktioniert so gut, weil nicht mit Pathos gespart wird. Immer wieder werden wir in die Gefühlsachterbahn geschleudert. Der Hautpdarsteller hat keine Angst vor Häßlichkeit und Extravaganz und geht ohne homophobe Berührungsängste in seiner Rolle auf. Er ist wunderbar greifbar.

Die Bilder in Rocketman

Besonders viel Freude machen die vielen Originalkostüme in Rocketman. Es ist unglaublich, was es alles zu sehen gibt. Sicher 70 verschiedene exzentrische Brillen. Wilde Bühnenauftritte. Ein sehr stimmiges Set, das ohne abzulenken, einen passenden Rahmen setzt. Egal, ob es um Luxus, relative Armut oder Kleinbürgerlichkeit geht.

Mein Lieblingsbild des Films ist Elton John im vollen Bühnenornat. Er sitzt mit roten Federflügeln und großen strassbesetzten Teufelshörnern auf dem Rücksitz eines Taxis. So fährt er in die Entzugsklinik. Eigentlich ist der Rücksitz viel zu eng für ihn. In diesem Bild stimmt alles… nicht. Darum ist es so gut.

Genauso gut gefallen mir die Szenen, in denen der Film mit fantastischen Bildern spielt. Bei seinem ersten Auftritt in den USA schweben Elton John und sein Publikum scheinbar minutenlang schwerelos. Dass dieses Konzert ein wilder, alles überragender Triumph ist, muss so nicht mehr erklärt werden. Die unmenschliche Hetze von Konzert zu Konzert wird später im Film in einen sich wild drehenden Konzertflügel übersetzt. An ihm spielt Elton John in immer schneller wechselnden Kostümen. Wie viele Konzerte er spielt, müsse, wir nicht wissen. Trotzdem ist klar, es sind zu viele.

Genau das sollten die Visualisierungen in unseren Präsentationen auch leisten. Die Dinge ausdrücken, die man in Worten schlechter ausdrücken kann. Animationen könnten manchmal besser sein als Worte. Bei der Szene mit dem Konzertflügel ist mir beinahe schlecht geworden.

Eine weitere fantastische Szene ist ein versuchter Selbstmord im Pool. Elton John singt dabei auf den Grund des Pools ein Duett mit seinem Kinder Alterego in einer Taucherglocke. Die Kindersymbolik taucht immer wieder auf. Wie ein Call back. Sie bildet auch den Schlusspunkt des Films. Elton John umarmt endlich sein Kindheits-Ich. Danach hatte sich das Kind immer gesehnt. Konsistente Symbolik und Callbacks machen auch Präsentationen besser.

Wahrhaftigkeit in der Darstellung

Erstaunlich ist, dass dieser Film – so habe ich gelesen – der erste von einem großen amerikanischen Studio produzierte ist, der eine homosexuelle Sexszene zeigt. Man sieht keine „Action“ aber es ist vollkommen klar, was passiert. Mir war nur aufgefallen, dass diese Szene genauso realistisch wirkt, wie der Rest des Films. Eine sehr angenehme Abwechslung zu den heterosexuellen Sexszenen, die ich in letzter Zeit gesehen habe. Die Damen behielten sämtlich ihre BHs an. Ich halte das aus meiner Erfahrung für wenig glaubwürdig… Das machen die Franzosen ganz anders.

Die Besetzung ist herrlich. In der Hauptrolle Taron Egerton – kongenial gerade auch beim Gesang. Verabscheuungswürdig: Richard Madden (auch als Robb Stark von GoT bekannt) als Schurke/Manager. Unauffällig auffällig und sehr sympathisch: Jamie Bell (ehemals Billy Eliot) als Texter und Mentor Bernie Taupin.

Ich bedauere nur eins: Nämlich Elton John als Ausnahmekünstler nicht live gesehen zu haben.

Robert McKees Theorie und Rocketman

Seitdem ich Story von Robert McKee gelesen haben, sehe ich Filme ganz anders. Was mir Robert McKee beigebracht hat, ist, dass jede Szene im Film die Handlung vorantreiben muss. Die Figuren im Stück verändern muss. Es muss das Problem immer noch schlimmer gemacht werden. Oder ein Antagonismus aufgebaut werden. Oder die Lösung immer weiter wegrücken oder endlich angegangen werden. Eine Szene, die nur beschreibt, und in der nichts die Handlung weiter voran treibt, muss gestrichen werden.

Dasselbe sollten wir uns auch in unseren Reden fragen. Trägt das Gesagte zum Zweck der Rede bei – dann bleibt es. Tut es das nicht, sollte es gestrichen werden.

Ich hätte darum auf die Szenen zur Ehe mit der Tontechnikerin Renate Blauel verzichtet. Sie verschärfen das Problem nicht und tragen auch nichts zur Lösung bei. Für mich waren dies die schwächsten Szenen des Films. Allerdings hören wir so noch einen weiteren tollen Song. (Ich muss hier anmerken, ich habe den Anfang verpasst. Darum weiss ich nicht, wie gelungen das Problem der lieblosen Eltern und der Sexualität eingeführt wurde. Ich werde das demnächst nachtragen.)

Falls Sie mehr über Storytelling lernen wollen, helfe ich gern mit einem Seminar oder Workshop. Das Thema gehört auch zur Rhetorik Masterclass.

Beto O’Rourke

Beto O'Rourke standing on

Einer der bekannteren Bewerber für die demokratische Präsidentschaftskandidatur ist Beto O’Rourke. Er hat ein Markenzeichen. Er macht Dinge gern andes als andere. Darum stellt er sich selten auf Bühnen. Statt dessen nutzt er Feuerleitern, Tresen oder Baumstümpfe, um besser sichtbar zu werden.

Beto O’Rourke ist geschickt

Anders zu sein und anders zu handeln wird belohnt!

Beto O’Rourke trat nun bei der South Carolina Democratic Party Convention auf. Aber nicht vom Podium aus – dort standen seine Anhänger – sondern aus der Mitte der Versammlung.

Zuvor gab es aber noch einen (spontanen?) Marsch in die Halle. SO weckt man eine müde Versammlung auf:

Beto O’Rourke erreicht damit drei Dinge. Erstens fällt er auf und es wird ihm besser zugehört. Zweitens ist er anders als alle anderen und damit – trotz seiner extrem privilegierten Herkunft – ein Anti-Establishment-Kandidat. Und Drittens bekommt er so extra Berichterstattung, auch wenn er sonst nichts auffälliges tut. Vielleicht denken Sie auch mal wieder darüber nach, ob es sich nicht lohnen würde, etwas anders zu machen als alle anderen.

Beto O’Rourkes liebste Gesten: Beats

Seit er seine Kandidatur offiziell gemacht hat, macht sich Amerika über Beto O’Rourkes sehr lebhafte Gestik lustig. Denn er hält die Hände scheinbar niemals ruhig und arbeitet mit dem ganzen Körper. Dies macht er im folgenden Video so heftig, dass das gesamte Sofa zu schwingen anfängt. So heftig, dass sogar seine Frau zu hüpfen scheint. Man nennt solche Gesten: Beats. Rythmisierende Gesten.

Aktivieren Sie JavaScript um das Video zu sehen.
Video-Link: https://youtu.be/xHlI-ELBwLc
Wie man seine Zuhörer mit Gesten anschreit: starke kontinulierliche Beats

Ich würde ihm raten, Beats nicht kontinuierlich zu verwenden. Beats erklären nichts und lassen das Gesagte eindimensional wirken. Sie fügen dem Gesagten keine Tiefe hinzu. Tatsächlich schwächen sie die Gesten, aus denen sie sich entwickeln. Mit Beats feuert sich der Redner selbst an. Sie wirken wie Unterstreichungen in einem Text. So wie es O’Rourke hier macht, würde ich es „Anschreien“ nennen.

Beats sind großartig geeignet, um Ihre Rede zu rhythmisieren, um wirklich wichtige Punkte zu betonen.

Warum wirken Obamas Beats besser?

Auch Präsident Obama nutzt immer wieder viele Beats. Bei ihm wirkt das gut. Warum? Er macht es nicht andauernd. Wenn er große Gesten mit viel Kraft und Amplitude nutzt, spricht er vor einem großem Publikum. Seine Gesten sind nicht überdimensioniert. Präsident Obama zeigt nie Beats mit beiden Händen. Er benutzt meist den ausgestreckten Zeigefinger. Nicht gefühlt die ganzen Arme wie O’Rourke. Obamas Beats passen zu seiner bedachten, sehr exakten Sprechweise. Die Beats bilden einen kleinen Gegensatz zu seinem sonst sehr entspannten Verhalten. Sie sind die Highlights. Im Gegensatz zu O’Rourke ist Obama sehr genau. Bei ihm strukturieren Beats die Reden. Darum wirken seine Beats so gut.

Wie ich immer gern sage: Es gibt nichts, das Sie nicht tun dürften. Aber was Sie tun muss immer zu dem passen, was Sie sagen und erreichen wollen. Es geht um Details und Modalitäten. An wirklich wichtigen Punkten, an sehr emotionalen Punkten Beats zu setzen, kann richtig gut sein. Mit riesigen, undifferenzierten, fortdauernden Beats jedoch schreien Sie Ihre Zuhörer einfach nur an.

Beto O’Rourkes Branding

Eine Besonderheit an Beto O’Rourke ist sein Vorname. Sein Vater beschloss ganz bewusst, ihm diesen Spitznamen zu geben. Damit sollte es wirken, als sei er hispanischer Herkunft. Tatsächlich glauben das in seinen Kongresswahlkreis viele. „Robert Francis“, sein eigentliche Name, hätte sicher nicht diesen Effekt gehabt.

Bei seinem Rennen um die Präsidenschaftskandidatur hat ihm der geänderte Voname aber nichts geholfen. Dann inzwischen ist bekannt geworden, dass sowohl seine als auch die Vorfahren seiner Frau Sklaven besaßen. Ob er sich von diesem Schlag wieder erholen kann, wird sich zeigen.

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Weiterführende Artikel

Wohin mit den Händen?

Wohin mit den Händen

Wohin mit den Händen? Was soll ich mit meinen Händen machen? Kurze Gegenfrage. Wissen Sie, was Ihre Hände jetzt tun? Nein. Warum wollen Sie es dann jetzt so genau wissen? Weil wir unter Stress zu Übersprungshandlungen neigen. Übersprungshandlungen lassen uns unsouverän wirken. Kratzen an unserer Glaubwürdigkeit. Manchmal brauchen darum wir eine Strategie, wohin mit den Händen. Immer dann, wenn Sie im Fokus stehen ohne tatsächlich aktiv werden zu können.

  • Sie sind auf oder neben der Bühne und hören jemandem anderen zu
  • Sie warten darauf, dass Ihr Auftrittsapplaus abebbt
  • Sie werden fotografiert

Wie Sie Gestik zur Unterstützung Ihrer Rede einsetzen können, lesen Sie in einem weiteren Artikel. Dort finden Sie auch entsprechende Übungen zur Verbesserung Ihrer Gestik.

Was Sie nicht mit Ihren Händen machen sollten

Richten Sie weder Ihre Kleidung noch Ihre Haare. Kratzen Sie sich nicht. Diese Putzgesten sollten Sie immer unterdrücken. Sie werden als Zeichen von Unsicherheit intepretiert.

Verstecken Sie keinesfalls Ihre Hände. Weder in den Hosentaschen noch hinter dem Rücken oder in Ihren Taschen. Denn Glaubwürdigkeit entsteht durch Sichtbarkeit, nicht durch Verstecken.

Vermeiden Sie die Freistoßhaltung, bei der Ihre Hände sich auf der Höhe Ihrer Genitalien befinden.

Was Sie mit Ihren Händen machen sollten

Lassen Sie Ihre Hände ruhen, wenn Sie nicht sprechen. Dabei gibt es zwei Optionen.

Lassen Sie die Hände und Arme hängen

Lassen Sie Ihre Hände einfach an Ihrer Seite „hängen“ solange Sie noch nicht dran sind. Legen Sie sie ggf. locker seitlich auf dem Pult ab, während Sie das Ende des Auftittsapplauses abwarten. All das kann man hundertfach bei den Auftritten von „Profis“ beobachen.

Wichtig ist es, dabei sehr aufrecht zu stehen. Sie dürfen nicht schlaff und abwesend wirken. Achten Sie darauf, Ihre Schultern zu entspannen und Ihre Arme nicht an den Körper zu drücken oder das Gewicht an den Hüften abzulegen.

Halten Sie Ihren Kopf gerade. Nehmen Sie Blickkontakt mit dem Publikum auf. Oder beobachten Sie die Sprecher*in.

Die Hände sind noch nicht dran. Also sollten wir auch nichts mit ihnen machen. Die Hände nicht einzusetzen, ist nicht leicht. Aber, es ist das Richtige. Alle anderen Strategien führen in die Irre.

Hände und Arme, die einfach nur entspannt und locker neben dem Körper hängen, signalisieren Entspannung und Ruhe. Sie wirken souverän.

Moderatorenhaltung

Ihre zweite Altenative: Führen Sie Ihre Hände auf Höhe des Bauchnabels zusammen. Das ist die sogenannte Moderatorenhaltung. Es geht darum die Hände etwa auf Höhe des Bauchnabels zusammenzuführen. Und dann nichts zu tun. Denn diese Haltung verselbständigt sich oft. Wenn die Hände verkampfen, tiefer rutschen oder anfangen zu spielen, ist das sehr ungünstig. Ich finde, diese Haltung ist etwas schwieriger als die Arme einfach hängen zu lassen. Vielen Teilnehmern geht das anders. Darum hier die Anleitung:

Versschränken Sie die Hände ineinander. Damit Sie ein Gefühl dafür bekommen, wie das sich anfühlen soll, versuchen Sie bitte das Folgende: Strecken Sie Ihre Arme aus. Legen Sie Ihre aktive Hand im 90 Grad Winkel in die andere. Nun greifen Sie mit den Fingerspitzen um die andere Hand und ziehen Sie die Arme an den Körper. Diese Haltung richtet Sie automatisch auf.

Sie können auch mit der einen Hand eine Faust fomen und die andere darum legen. Bitte verschränken Sie die Finger nicht ineinander. Das sieht sonst schnell aus, als ob Sie beten.

So zu stehen kann beteiligter wirken als die Arme hängen zu lassen. Die Haltungen müssen aber vorher ausgiebig geübt werden, damit es natürlich wirkt. Achten Sie darauf, die Finger nicht zu bewegen. an dreht gern am Ring oder streichelt sich. Doch das sollte nicht passieren. Vorsicht: Wenn Sie gern mehr gestikulieren würden, dann nutzen Sie diese Haltungen bitte nicht. Es ist zu schwer, die Hände voneinander zu lösen.

Wohin mit den Händen – wie man es nicht macht!

Nicht einmal Könner machen es immer richtig. In Video unten müssen Bill Clinton und All Gore auf der Bühne eine kurze Einführung abwarten. Betrachten Sie einfach 0:20 – 1:30. Die Hände der beiden sind wirklich fast überall. In den Taschen, im Gesicht, an der Hosennaht. Wenn Sie nicht ins Publikum winken, keine Glanzleistung der beiden. Bei 0:53 können Sie im direkten Vergleich sehen, wieviel souveräner die hängenden Hände Al Gores wirken als Bill Clintons gefaltete Schuljungenhände. Danach – mit einer Hand in der Tasche – wirkt Al Gore als hätte man ihm diese Hand amputiert.

Aktivieren Sie JavaScript um das Video zu sehen.
Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=ofGildqz6Hg&list=

Geben Sie sich etwas Zeit, bis Sie es aushalten „einfach“ nur ruhig zu stehen und nichts mit den Händen zu tun. Die Hände gelassen ruhig zu halten ist eine Kunst. Eine Kunst, die zu erlernen sich auszahlt.

Die Merkel-Raute

Angela Merkel wurde lange Jahre hindurch für Ihre Raute verlacht. Das änderte sich erst, als sie zur mächtigsten Frau der Welt aufstieg. Bitte merken Sie sich: Die meisten Formen des Ineinanderlegens der Hände helfen ihrer Ausstrahlung nicht. Denn Sie sind Krückentechniken, die langfristig ein Problem durch ein anderes ersetzen.

Nur weil Angela Merkel mächtig ist und sich die Menschen daran gewöhnt haben, wird die Raute nicht zu einer guten Strategie.

Für Angela Merkel hatte die Raute nur am Rand das Ziel, ihre Hände ruhig zu halten. Sie wollte Ihre Haltung stützen. Hat sich darüber zentriert. Sie können das leicht nachvollziehen, wenn Sie die (Original-) Raute selbst nachbilden.

Übung zur Merkel-Raute

Bitte stellen Sie sich aufrecht hin. Nehmen Sie die Hände bis knapp über dem Bauchnabel hoch. Legen Sie die Fingespitzen der Finger beider Hände absolut exakt aufeinander. Lassen Sie etwas Druck zu und spüren Sie in sich hinein. Wahrscheinlich werden Sie sich sicher und konzentriert fühlen. Sie werden aufrechter stehen. Leider werden Gesprächspartner Sie eher als unzugünglich wahrnehmen. So hat Frau Merkel Ihre Raute früher gebildet.

Nun verschieben Sie Ihre Finger bitte leicht. Die Fingerspitzen sollen nicht mehr präzise aufeinanderliegen. Spüren Sie bitte wieder in sich hinein. Ich glaube, Sie werden mir recht geben. Diese Form der Merkel-Raute macht nicht sicher, sondern trägt zur eigenen Unruhe bei.

Achtung: Meist werden wir nachlässig bei angelernten Handhaltungen. Dann verselbst#ndigen Sie sich. Danach wirken sie sämtlich ungünstig. Darum lohnt es sich zu lernen, wie man aufrecht mit locker hängenden Armen steht.

Synonyme für gehen

Wie viele Synonyme für „gehen“ – die Fortbewegung zu Fuß kennen Sie? Hier eine Auswahl:

abschreiten
balancieren
bummeln
dackeln
düsen
durchstreifen
eiern
eilen
flanieren
flitzen
fortbewegen
galloppieren
gehen
gleiten
hatschen
hasten
herumirren
herumlaufen
hetzen
hiken
hinausschleichen
hinken
hüpfen
huschen
irren
jagen
klettern
latschen
laufen
lustwandeln
marschieren
nachtwandeln
patroullieren
pilgern
promenieren
rabotten
rasen
rennen
sich entfernen
sich schleifen
schlappen
schleichen
schlendern
schlittern
schlurfen
schreiten
schwanken
spazieren gehen
stacksen
staken
stampfen
stapfen
stelzen
stiefeln
stöckeln
stolpern
stolzieren
strolchen
tappen
taumen
tippeln
torkeln
traben
trampeln
trappen
trippeln
trödeln
trollen
trotten
umlaufen
verirren
verlaufen
vertreten
vortreten
vorgehen
vorlaufen
wackeln
walken
walzen
wandeln
wandern
waten
watscheln
zotteln

Sie möchten ein paar dieser Worte Ihrem aktiven Wortschatz hinzufügen? Dann dann ordnen Sie sie doch „einfach“. Einmal nach ihrem Sprachniveau und einmal danach, wie schnell oder zielführend eine so bezeichnete Fortbewegung ist. Wo steht „watscheln“ im Vergleich zu „stolzieren“, „balancieren“ und „jagen“? Sie werden merken, so einfach ist das nicht. Genau dieses Ringen mit den Worten lässt sie die Ihren werden. Viel Spaß.

Weitere Tipps zur Erweiterung Ihres aktiven Wortschatzes finden Sie hier.

Synonyme für gut

Gut steht in dieser Auflistung für eine positive Leistungsbeurteilung. (Das hat mir gut gefallen. Das haben Sie gut gemacht. Eine gute Lösung. Das war gut.)

affengeil
ausgezeichnet
aller Ehren wert
angenehm
anständig
ausgezeichnet
ausreichend
begeisternd
bellissimo
blendend
bombig
bonfortionös (auf sächsisch bomforzionös)
brilliant
dufte
edel
effektiv
eine Wucht
einmalig
einsame Spitze
einwandfrei
entzückend
erfreulich
erstklassig
exzellent
extrem geil
fabelhaft
famos
fett
geil
genial
glänzend
göttlich
grandios
grenzgenial
groovy
groß
großartig
hervorragend
herausragend
hilfreich
himmlisch
inspiriert
intelligent
knorke
krass
kreativ
klug
königlich
lobenswert
meisterlich
mühelos
passend
passt scho
pfundig
positiv
prachtvoll
prächtig
prima
sauber
schön
spektakulär
spitze
spitzenklasse
superb
super
supertoll
tadellos
trefflich
untadelig
überragend
vortrefflich
vorzüglich
eine Wucht
wunderbar
wundervoll
Zucker
zufriedenstellend

Sie möchten paar dieser Worte Ihrem aktiven Wortschatz hinzuzufügen? Dann arbeiten Sie damit. Bringen Sie sie in eine Reihenfolge. Einmal nach dem Sprachniveau und einmal danach, wie gut eine so bezeichnete Leistung ist. Wo steht „affengeil“ im Vergleich zu „grandios“ und „königlich“? Dabei werden Sie merken, einfach ist das nicht. Genau dieses Ringen mit den Worten lässt sie die Ihren werden. Viel Spaß.

WeitereTipps zur Erweiterung Ihres aktiven Wortschatzes finden Sie hier.