Sympathisch zu wirken lohnt sich

Sympathie ist gefährlich und nützlich

Sympathische Menschen werden allgemein für intelligent, gebildet, aufrichtig und vertrauenswürdig gehalten. Dies ist ein typischer Haloeffekt. Im engeren Sinn bedeutet jemanden sympathisch zu finden schließlich nur, ihn nett und freundlich zu finden, sich in seiner Gesellschaft wohl zu fühlen. Von solchen Mitmenschen nur das Beste anzunehmen zu wollen, führt zum Haloeffekt.

Ob dieser Effekt positiv oder negativ ist, liegt daran, wie er (aus-)genutzt wird. Wir können (und sollten) ihn nutzen, um erfolgreicher zu kommunizieren. Sympathischen Menschen möchte man gern glauben. Wie Sie sympathischer wirken, erkläre ich detailliert in einem weiteren Blogbeitrag.

Leider wissen auch Heiratsschwindler, Hochstapler und Betrüger genau um die Wirkung der Sympathie. Wachsamkeit ist also angebracht. Wir sollten uns bei jedem Urteil über die Eigenschaften eines Menschen fragen, ob wir vielleicht gerade dem Haloeffekt aufsitzen.

Nicht so Fun Fact: Oft kommt der beste Rat von Menschen, die unsympathisch wirken. Sie sind zu ehrlich. Schade eigentlich.

Was bringt es für Vorteile sympathisch zu wirken?

Welche Vorteile könntest Du aus sympathischem Auftreten ziehen?

Menschen, die sympathisch wirken, haben weniger Stress. Man streitet weniger mit ihnen. Ihnen werden Fehler leichter verziehen – einfach, weil man sie mag.

Wir lassen uns von sympathischen Menschen leichter überzeugen. Ihnen vertrauen wir. Schon deshalb ist es wichtig sympathisch zu wirken. Das wissen Verkäufer und Vertreter sehr gut. Genau an diesem Beispiel wird auch klar, was passiert, wenn man es übertreibt. Das Auftreten wirkt schleimig und macht misstrauisch. Man wird nicht mehr ernstgenommen.

Sympathie kann Ihren beruflichen Aufstieg fördern. Ihr Arbeitgeber oder direkter Chef mag Sie? Dann ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass Sie befördert werden. Das interessante Angebot wird eher Ihnen als Anderen gemacht. Menschen die im Bewerbungsgespräch sympathisch wirken, werden lieber eingestellt.

Wir fühlen uns wohl in der Nähe von sympathischen Menschen. Darum haben sympathische Menschen ein viel reicheres Privatleben. Man umgibt sich gern mit Ihnen.

Sympathische Menschen werden viel weniger oft verklagt. Das zeigen Studien zur Arzthaftung in den USA. Instinktiv wissen wir das eh: Wer hat noch nicht versucht einem Strafzettel oder ein Parkticket durch einen kleinen Flirt mit dem Kontrolleur zu entgehen?

Es lohnt sich genau zu wissen, wie wir wirken. Darum lade ich Sie gern zu meinem Brandingseminar ein. Dort erhalten Sie detailliertes Feedback und Vorschläge für Veränderungen.

Fünf einfache Feedbackregeln

Feedback zu geben lohnt sich nur, wenn Ihr Gegenüber das Feedback annehmen kann. Formulierungen sind darum wichtig. Harsche Verurteilungen nützen niemandem. Hier kommen die fünf wichtigsten Feedbackregeln.

Gutes Feedback erfolgt zeitnah

Warten Sie nicht ab. Geben Sie Ihr Feedback so früh wie möglich. Dann sind die Erinnerungen noch frisch. Fehlerhafte Entwicklungen können rechtzeitig gestoppt werden.

Beim Training mit Tieren nutzt man Klicker. Damit kann man erwünschtes Verhalten sekundengenau verstärken. Auch in der menschlichen Interaktion gilt: Je zeitnäher desto wirksamer ist Feedback.

Gutes Feedback ist genau

Werden Sie so konkret wie möglich. Sprechen Sie darüber was Ihnen gefallen hat und was verbessert werden könnte. Geben Sie genau an, worauf sie sich beziehen. Dann wird es leichter das Feedback nachzuvollziehen. Nachvollziehbares Feedback ist leichter anzunehmen.

Werden Sie persönlich, wenn Sie Feedback geben

Reden Sie nicht darüber wie „man“ etwas tut. Sprechen Sie statt dessen darüber, wie Sie persönlich die Leistung bewerten. Es geht um Ihr Urteil, wenn Sie Feedback geben. Was hat Ihnen gefallen? Was hat Sie gestört? So gewinnen Sie an Glaubwürdigkeit.

Formulieren Sie es positiv-konstruktiv

Wenn Sie Feedback geben, müssen Sie ehrlich sein. Ehrlichkeit muss aber nicht brutal sein. Natürlich könnten Sie so etwas sagen wie „Da haben sie komplett versagt“. Wenn Sie Feedback in dieser Form gäben, wäre das nicht konstuktiv. Dieses Feedback würde Ihre Partner*in wahrscheinlich so schnell wie möglich zu vergessen versuchen.

Statt dessen können Sie auch konstruktiv formulieren. „Da hat es dieses Mal noch nicht geklappt. Wie sollten schauen, wie Sie sich da verbessern können.“

Machen Sie im Zweifel keine Verbesserungsvorschläge, wenn Sie Feedback geben

Oft können Sie gut beurteilen, ob eine Leistung Ihren Ansprüchen genügt. Um gute Verbesserungs – und Veränderungsvorschläge machen zu können, muss man aber in vielen Fällen Expert*in sein.

Gutes Feedback muss darum nicht unbedingt Verbesserungsvorschläge enthalten. Äußern Sie statt dessen Wünsche, wenn Sie Feedback geben. Was brauchen Sie, um zu einem vorteilhafteren Urteil zu kommen? Fragen Sie dann Ihr Gegenüber, was es ändern kann. Eigenen Vorschlägen folgt man gern.

Ein Beispiel: Sie konnten einem Vortrag nur schwer folgen. Wünschen Sie sich nicht konkrete Veränderungen wie: kürzere Sätze, mehr Geschichten, weniger Details. Das könnte im konkreten Fall helfen, muss es aber nicht. Statt dessen fokussieren Sie sich besser auf Ihre eigenen Bedürfnisse. Die könnten sein: mehr Anregung, um bei der Sache bleiben zu können, Einfachheit, um wirklich zu verstehen, mehr Struktur, um das Gesagte nachvollziehen zu können…

Sie wissen es wirklich besser? Dann machen Sie gern Vorschläge, wenn Sie Feedback geben.

Die WWW + W-Formel für gutes Feedback

Versuchen Sie doch einmal Ihr Feedback mit der folgenden WWW-Formel zu formulieren:

Das erste W steht für Wirkung. Wie hat es auf Sie gewirkt? („Ich wurde müde.“, „Ich war beeindruckt“, „Ich bin unzufrieden.“)

Das zweite W steht für Wahrnehmung. Wann genau ist die beschriebene Wirkung aufgetreten? Was hat die beschriebene Wirkung ausgelöst? Zählen Sie nicht alles auf, was passiert ist. Nennen Sie statt dessen nur die Dinge, die auf Sie gewirkt haben.*

Im dritten Schritt äußern Sie Ihre Wünsche. Sprechen Sie darüber, was Sie brauchen. Sprechen Sie – wenn Sie keine Expert*in sind – weniger darüber, wie das erreicht werden könnte.

Das letzte, zusätzliche W steht ür die Wünsche dessen, der das Feedback erhält. Er wird danach gefragt, was er braucht, um dem Wunsch des Feedbackgebers entsprechen zu können.

Feedbacks zu geben wird in allen meinen Seminaren trainiert. Besonders aber in „Ich glaube an Dich!“ – Durch Feedback zur Fehlerkultur .

*Ich nenne die Wirkung als erstes. Das weicht von der üblichen Reihenfolge (Gührs und Novak) ab. Warum stelle ich die Wirkung an den Anfang? Dafür habe ich zwei Gründe. Erstens: Feedback sollte präzise sein. Wichtig sind nur die Dinge, die eine Wirkung hatten. Das ist leichter herauszuarbeiten, wenn man direkt mit der Wirkung anfängt. Zweitens ist die Wirkung das zentrale Kriterium für die Güte einer Leistung. Ein tatsächlicher Zusammenhang zwischen Wahrnehmung und Wirkung dagegen kann, muss aber nicht bestehen.

Power Poses

Was sind Power Poses?

Power Poses sind machtvolle, expansive Haltungen und Gesten. Der Begriff wurde von der in Harvard lehrenden Wissenschaftlerin Amy Cuddy geprägt. Nimmt man für mindestens zwei Minute eine Power Pose ein, wird man sicherer und fühlt sich selbstbewusster.

Prinzipiell geht es bei Power Poses darum, sich groß zu machen, Raum einzunehmen, offen zu sein. In der sogenannten Wonder Woman Pose steht man z.B. breitbeinig und sehr aufrecht und stemmt die Hände in die Taille.

Auch die Füße auf den Schreibtisch (den eigenen!) zu legen und gleichzeitig die Hände hinter dem Kopf zu verschränken ist eine Power Pose. Sie könnten auch in einer Siegerpose die Arme über den Kopf hochreissen oder die Fäuste zum Himmel strecken.

Allen Power Poses gemein ist, dass sie viel Raum einnehmen und verletzliche Korperregionen deutlich zur Schau stellen. Die männlichen Power Poses nutzen gern noch die Hände um deutlich auf die Geschlechtsteile zu weisen.

Wann sollten Sie Power Poses einnehmen?

Weil Power Poses selbstsicher machen, ist es gut, sie kurz vor einem wichtigen Termin einzunehmen. Sie sollten die Pose mindestens zwei Minuten halten. Suchen sie sich deshalb einen geschützten Raum, in dem Sie unbeobachtet üben können. (Büro / Toilettenkabine) Übertreiben Sie es bewusst. Dabei dürfen Sie sich ruhig lächerlich vorkommen. Achten Sie darauf, sich im Anschluss nicht klein zu machen! Sonst verliert sich der Effekt der Power Pose schnell.

Amy Cuddys Ted Talk zu Power Poses

Würden Sie gern wissen, was das Konzept von „Fake it till you become it“ bewirken kann? Dann hören Sie mal hier rein:

Aktivieren Sie JavaScript um das Video zu sehen.
Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=Ks-_Mh1QhMc
Der zweiterfolgreichste TED-Talk aller Zeiten. Amy Cuddy „Your body language may shape who you are.“

Streit um die Wirksamkeit von Power Poses

Das Konzept der Power Poses (auf denen auch die Ochsenfroschstrategie beruht) ist sehr lange umstritten gewesen. Dieser Streit kann nun aber wohl beigelegt werden. Die Wirksamkeit einer expansiven machtvollen Haltung scheint bewiesen zu sein. Cuddy wollte ausserdem Veränderungen der Hormonstatus von Cortison und Testoteron nachweisen können. Dies ist nach dem aktuellem Stand der Wissenschaft nicht haltbar

Wie kam es zu dieser Entdeckung?

Any Cuddy wurde durch Ihr persönliches Schicksal zu dieser Forschung geführt. Sie erlitt in ihrer Jugend einen Unfall, der Ihr Gehirn sehr stark schädigte. So stark, dass man einen Studienabschluss für unmöglich hielt.

Aus der resultierenden Unsicherheit heraus hätte Amy Cuddy beinahe ihr Studium nicht beenden können. Sie lernte dann so zu tun als sei sei sicher. „Fake it till you make it.“ In der Folge beobachtete Sie Veränderungen an sich und wurde selbstsicherer. Als Professorin erlebte sie dann in ihren Seminaren, dass sich üblicherweise nur Studierende mit selbstbewussten Gebaren am Unterricht beteiligten. Unsicher wirkende Studierende hatten aber oft genauso viel oder mehr beizutragen. Lernten letztere sich selbstbewusster zu halten, beteiligten sie sich auch mehr. So entstand im Laufe der Zeit das Konzept: „Fake it till you become it“.

Fünf Strategien gegen das Lampenfieber

Stress durch bösen Blick

Viele der aus Lampenfieber geborenen Gewohnheiten sind schädlich. Schädlich, weil Sie uns inkompetent und unglaubwürdig erscheinen lassen. Darum ist (Rede-)Angst selten ein guter Ratgeber. Doch schon fünf kleine Veränderungen helfen, das Lampenfieber abzukühlen. Auf das richtige Maß abzukühlen. Und damit gleichzeitig kompetent und glaubwürdig zu wirken.

Unser Körper ist der Spiegel unserer Seele. Verhalten wir uns, als ob wir unsicher wären, werden wir uns auch unsicher fühlen. Verhalten wir uns, als ob wir sicher wären, werden wir uns auf Dauer auch sicher fühlen. Wie Sie dies konkret unterstützen können, lesen Sie hier.

Strategie gegen Lampenfieber #1 – Lockerungsübungen

Lockern Sie – um das Lampenfieber zu lindern – Ihren Körper. Zappeln Sie, schütteln Sie ihre Glieder aus und hüpfen Sie. Ein lockerer Korper lässt das Lampenfieber los. Achten Sie beim Lockern besonders auf Ihren Unterkiefer und Ihre Schultern.

Strategie gegen Lampenfieber #2 – Box-Breathing

Atmen Sie Ihr Lampenfieber doch einfach weg. Bei Navy Seals im Einsatz funktioniert es. Dann wird es auch uns helfen. Das sogenannte Box-Breathing teilt Ihre Atmung in vier Phasen. Ausatmen, innehalten, einatmen, innehalten, wiederholen. Bei jeder der vier Phasen zählen Sie langsam bis vier. Jede einzelne Phase sollte vier Sekunden dauern. Versuchen Sie tief in den Bauchraum zu atmen. Sie werden danach merklich ruhiger sein.* Lassen Sie sich mindestens zwei gern auch fünf Minuten Zeit dafür. Je öfter Sie die Übung wiederholen, um so besser wird sie im Ernstfall funktionieren. Diese Übung können Sie gut parallel mit Tipp Nummer 3 machen. Umarmen Sie die Welt und atmen Sie.

Strategie gegen Lampenfieber #3 – Ochsenfroschstrategie

Machen Sie sich groß und breit, um das Lampenfieber zu löschen. Wie ein Ochsenfrosch. Sitzen oder stehen Sie aufrecht, dem Gegenüber zugewandt. Achten Sie nicht nur in der angstauslösenden Situation auf Ihre Haltung. Sondern auch in den Minuten und Momenten davor. Lassen Sie dem Lampenfieber keinen Raum. Machen Sie sich breit, damit das Lampenfieber erstickt wird.

Wenn wir uns unsicher fühlen, neigen wir dazu, uns klein zu machen und z.B. unsere Arme zu verschränken. Damit zeigen wir nicht nur unsere Unsicherheit nach aussen und behindern den Redefluss (s.o.). Wir verstärken mit solch einer Haltung auch die eigene Unsicherheit. Im umgekehrten Fall gewinnen wir tatsächlich an Sicherheit hinzu. Unsere Haltung sollte darum sicher d.h. offen, groß und breit sein – eben wie ein Ochsenfrosch. Denn dann werden wir a) als selbstsicher wahrgenommen und werden uns b) nach einer gewissen Zeit auch so fühlen.

Die Ochsenfroschstrategie speist sich aus den Erkenntnissen über Power Poses.

Strategie gegen Lampenfieber #4 – Hände befreien

Fun Fact: Die interessiertesten Zuhörer*innen sehen oft am gemeinsten aus. Denn sie vergessen höflich zu lächeln. Sie hören gebannt zu. Darum starren Sie uns ausdruckslos und konzentriert an. Der Blick in ein solches Gesicht lässt das Lampenfieber wachsen – bis man weiss, das oft wirklich tiefes Interesse dahinter steckt.

Lassen Sie diese Zuhörer einfach links liegen, solange Sie sich unsicher fühlen. Ihre Cheerleader sind derweil für Sie da.

Geben Sie Ihren Händen die Gelegenheit sich zu bewegen. Verschränken Sie Ihre Arme nicht. Verstecken Sie sie nicht hinter Ihrem Rücken. Halten Sie nicht eine Hand mit der anderen fest. Sprechen ist nämlich viel leichter, wenn sich die Hände frei bewegen können. Nicht umsonst heisst es „um Worte ringen“. Jede – noch so kleine – Bewegung der Hände hilft beim Sprechen.

Sie können nicht glauben, dass es so leichter wird zu sprechen? Dann versuchen Sie einmal das Folgende: Setzen Sie sich auf Ihre Hände und erklären Sie einen komplexen oder komplizierten Sachverhalt. Sie werden sofort merken, dass Ihre Gedanken nicht mehr richtig fließen.

Legen Sie darum bitte ab sofort Ihre Hände im Sitzen immer locker ab. Einfach auf den Tisch oder die Armlehnen Ihres Stuhls oder die eigenen Oberschenkel. Im Stehen lassen Sie die Arme locker herunterhängen. So geben Sie Ihren Händen Raum. Danach kümmern sich nicht mehr um Arme und Hände. Diese können so ganz von selbst das Richtige tun.

Strategie gegen Lampenfieber #5 – Cheerleader engagieren

Viele Redner versuchen, den Blicken der Zuhörer auszuweichen. Das ist aus mancherlei Gründen falsch. Probieren Sie statt dessen etwas neues aus. Suchen Sie ganz bewusst nach den Cheerleadern im Publikum. Diese Menschen sehen der Redner*in direkt in die Augen. So sagen Sie „Ich höre Dir zu“. Dabei nicken und lächeln sie oft.

Mit dieser Verhaltensänderung erhalten Sie – während Sie reden – stärkendes, positives Feedback. Auf diese Art können Sie sich jederzeit aus der Umklammerung des Lampenfiebers lösen.

Fünf Strategien gegen das Lampenfieber 1
Einen lächelnden Zuhörer anzusehen ist um sooo vieles leichter.

Sehen Sie in Zukunft nur diese Cheerleader an. Nehmen Sie frühzeitig Blickkontakt mit ihnen auf. Gerade dann, wenn Sie sich schlecht fühlen. Denn solche Zuhörer*innen signalisieren ganz deutlich: „Sprich weiter. Ich möchte mehr wissen.“

Bitte meiden Sie ausdruckslose oder feindlich wirkende Gesichter. Meiden Sie sie, solange Sie sich nicht wohlfühlen. In ausdruckslose Gesichter sprechen zu müssen, ist nicht ohne Grund einer der vier Teile des Trierer Sozial Stress Tests. Desinteressiert wirkende Zuhörer befeuern das Lampenfieber. Wenn Sie es löschen wollen, halten Sie sich an Ihre Cheerleader.

Wenn Sie mehr brauchen: 15 weitere Tipps und Methoden, um das Lampenfieber zu bekämpfen, finden Sie im Artikel „Redeangst überwinden„.

Sie möchten besser wirken und überzeugender auftreten? Dann lesen Sie weiter in Körpersprache. Im Rhetorik-Bootcamp arbeiten wir intensiv daran, dass Sie sich beim Reden in Ihrem Körper wohlfühlen. Ihn zu Ihrem Vorteil einsetzen. Wenn Sie wissen wollen, was ein Rethorik-Boocamp bewirken kann, lesen bitte das Folgende.

* Ich stelle mir dazu gern eine Uhr vor. Ab ein Uhr atme ich aus. Von vier bis sieben halte ich den Atmen an. Von sieben bis zehn atme ich ein und von zehn bis eins halte ich den Atem an. Sie können das Atmen auch mit Ihren Armen begleiten. Was immer Ihnen hilft, während dieser Übung ruhig und tief zu atmen, ist richtig.

Frauenfeindliche Witze kontern

Es fängt mit netten Witzen an und plötzlich überbieten sich die Anwesenden im Erzählen frauenfeindlicher Witze. Einer schlimmer als der andere. Was harmlos genug anfängt mündet oft genug irgendwann in Beleidigungen. Lachen Sie nicht mit. Lassen Sie es nicht so weit kommen.

Frauenfeindliche Witze gehen zu weit. Wo Sie die Grenze setzen, ist Ihnen überlassen. Sie dürfen und sollten sensibel sein, denn frauenfeindliche Witze dienen immer einem Zweck. Typischerweise der Abwertung und Ausgrenzung, oft genug auch der Beleidigung oder gar der sexuellen Belästigung. Lassen Sie sich das nicht gefallen.

Typischerweise bauen sich diese Situationen langsam auf.  Oft wird den Opfern vorgeworfen, mitgemacht zu haben. Es muss nicht dazu kommen. Wenn Sie die Eskalation früh genug stoppen, kann der Abend wieder nett werden oder bleiben.

Immer, wenn die Witze gehässiger werden, immer, wenn es nur gegen eine Gruppe geht, sollten Sie kontern. Je früher Sie es tun, als desto natürlicher wird man es empfinden, als desto weniger störend wird es wirken. Üben Sie also gern auch, wenn es nicht gegen Frauen sondern gegen Ausländer*, Blondinen oder Behinderte geht.

Wann sollte ich auf frauenfeindliche Witze reagieren?

Es ist gut sensibel zu sein. Lassen Sie erst gar keine Eskalation zu. Im Zweifel reagieren Sie darum lieber früher als später. Lassen Sie sich nicht ausgelachen. Mit den unten beschriebenen Techniken wird vielen gar nicht auffallen, was Sie getan haben. Es ist wichtig, dass Sie frühzeitig eingreifen. Bevor der Abend abdriftet.

Strategien, mit denen Sie frauenfeindliche Witze kontern können

Selbst einen guten Witz erzählen

Sie könnten selbst einen guten Witz erzählen, der eine andere Zielrichtung hat. Passiert das früh genug, nimmt der Abend oft gar keine so unangenehme Richtung. Hat es aber jemand darauf angelegt, Sie aus der Gruppe zu vertreiben, wird er das nicht zulassen. Er wird darum seinerseits wieder die alte Richtung anstreben. Dann müssen Sie eine „Entscheidung“ der restlichen Gruppenmitglieder vorantreiben. Das geht gut mit Strategie zwei:

Einen männerunfreundlichen Witz erzählen

Um die Eskalation hin zu frauenfeindlichen Witzen zu verhindern, habe ich für mich die Lösung des männerunfreundichen Witzes gefunden. Leider patze ich beim Erzählen von Witzen regelmäßig. Darum ist die Strategie eins für mich nicht gut geeignet. Aber mindestens einen speziellen, nicht männerfreundlichen Witz als Konter habe ich immer drauf.

Der Witz muss nicht gut und auch nicht neu sein. Sie müssen ihn nicht einmal gut erzählen. Er soll nur sagen, „Stop. Das geht mir jetzt zu weit. Ich halte dagegen.“ Lassen Sie Ihr Publikum das Gefühl des schlechten Witzes auf seine Kosten erleben. Es nimmt dem Prozess den Schwung. Die Kette reißt ab. Mehr ist nicht nötig. Die Eskalation ist gestoppt.

Nach dem männerunfreundlichen Witz wird es deutlich schwieriger wieder zu den frauenfeindlichen Witzen zurückzukehren.

Männerunfreundliche Witze:

  • Die Missfits texteten: „Wozu hat der liebe Gott die Männer erfunden? Antwort: Als Prüfung für die Frauen, damit sie gute Eigenschaften wie Geduld und Mitleid lernen.“
  • „Was sagte Gott, nachdem er den Mann erschaffen hatte? „Das kann ich auch noch besser.“
  • Als Entgegenung auf Bondinenwitze: „Was macht ne Blondine morgens mit Ihrem Arsch? Sie schmiert ihm ein Brot und schickt ihn zur Arbeit.“
  • Mein liebster Anti-Witz (inzwischen aber alt und manchen sicher zu hart): „Was sind tausend tote Mönner auf dem Meeresgrund? Ein guter Anfang.“ (Ich habe ihn sicher schon 50 Mal erzählt und es hat immer geholfen.)

Mänerfeindliche Witze

Zu weit gehen mir die folgenden Witze. Ich empfinde Sie als mönnerfeindlich.

  • „Warum werden an den Münchener Universitäten jetzt alle Versuche zur Verhaltensbiologie mit Männern statt mit Ratten durchgeführt? Es gibt einfach ein paar Dinge, die Ratten nicht tun würden.“ Das kann man (frau) erst erzählen, wenn sie sowieso gehen möchte.
  • „Warum haben Männer ein Gen mehr als Schweine? Damit sich das Schwänzchen nicht ringelt.“ Sicher hübsch für den Mädelsabend, aber sonst etwas zu hart.

Männer lachen nicht gern über sich selbst

Die meisten Männer können weniger gut über sich selbst lachen als Frauen im umgekehrten Fall. Darum bitte nicht Gleiches mit Gleichem vergelten. Seien Sie gnädig. Lächeln Sie beim Erzählen des männerunfreundlichen Witzes. Die Andeutung reicht. Wenn Sie mir nicht glauben, denken Sie einfach über das Folgende nach: Google findet für „männerfeindliche Witze“ 11.900 Treffer, für „frauenfeindliche Witze“ aber fast dreimal so viele nämlich 32.000 Treffer

Einer neueren Untersuchung zufolge werden sexistische d.h. frauenfeindliche und homophobe Witze vor allem von Männern gemacht, die sich in ihrer Männlichkeit bedroht fühlen.

Fun Fact: In einer Studie fanden Studenten mehrheitlich die Witze von Frauen lustiger, schrieben sie aber eher Männern zu.

Macht Lachen schön?

Ein gutes, aber leider sehr altes Buch zum Thema ist Helga Koffhoffs: „Das Gelächter der Geschlechter. Humor und Macht in Gesprächen von Männern und Frauen.“ Generell zum Thema Humor: „Macht Lachen schön? 223 Fragen (und Antworten) zum Thema Humor, Witz und Lachen“ von Harald Alexander Korp und Michael Titze.

Wenn Sie in jeder Situation schlagfertiger werden wollen, kommen Sie gern in mein Schlagfertigkeitsseminar.

Die frauenfeindlichen Witze zum Thema machen

Die dritte Strategie: Es kann sehr lohnend sein, diskriminierende und aggressive Witze zum Thema zu machen.

In der „lustigen“ Runde werden Sie das Problem kaum ansprechen können. Die Dynamik des Zusammenseins steht dem entgegen. Es spricht aber alles dafür, am nächsten Tag das Gespräch zu suchen. Suchen Sie sich Verbündete – egal ob Chef oder Kollegen – um den Prozess beim nächsten Mal stoppen zu können

Bitte benennen Sie dabei konkret was Sie sich wünschen und was besonders abstoßend war. Versuchen Sie aufzuzeigen, wie unwohl sich andere Gruppenmitglieder wegen der frauenfeindlichen Witze gefühlt haben.

Warum werden so häufig Witze erzählt, die andere herabsetzen?

Agressive und diskriminierende Witze sind oft nur eine abgewandelte Form des Raufens. Man testet seine Kräfte und meint es nicht unbedingt „böse“. Wenn in diesem Zusammenhang auch frauenfeindliche Witze erzählt werden, eskaliert die Situation gern. Vielleicht auch, weil man(n) darauf wartet, dass frau sich wehrt und mitspielt.

Herabsetzende Witze können aber auch eine wichtige Funktion in der Gruppe erfüllen. Das gemeinsame Lachen über andere kann nämlich gruppenstabilisieren wirken. Mit ihm kann man sich versichern auf derselben Seite zu stehen, dasselbe zu wollen. Ab- und Ausgrenzung von anderen sind zwei der einfachsten Methoden, um den Gruppenzusammenhalt zu stärken.

Innerhalb von hirarchisch aufgebauten Gruppen gibt es zudem das Bedürfnis sich von Rangniederen abzugrenzen oder die Rangordnung zu testen. Lachen wird hier als Währung für Anerkennung verstanden. Es ist der geschuldete Tribut. Deshalb wird der Witz im Zweifel von den Mächtigeren erzählt. Man lacht den Unterlegenen aus. Wenn über den Witz gelacht wird, ist der Zweck erfüllt.

Das Erzählen von aggressiven und diskriminierenden Witzen hat immer ein Ziel. Er istTest, Machtdemonstration oder Methode der Ausgrenzung. Oft genug wird dabei jemand ausgelacht. Darum ist es für die „Anderen“ so problematisch, bei herabsetzenden diskriminierenden Witzen mitzulachen. Denn es ist gegbenenfalls ein Akt der Unterwerfung. Man sollte sich darum gut überlegen, ob man dabei mitspielen möchte.

Warum werden so oft frauenfeindliche Witze erzählt?

Die Erklärung ist ganz einfach. Der kleinste gemeinsame Nenner von Gruppen ist häufig genug die Abwesenheit oder Machtlosigkeit von Frauen. Frauenfeindliche Witze können damit ohne Risiko sowohl für Abgrenzung als auch für die Machtversicherung genutzt werden.

Frauenfeindliche Witze stellen Frauen als Objekte und sexuelle Gewalt als lustig da. Sie spielen die Belastung durch sexuelle Gewalt herunter. So können sie zu einer ablehnenden Haltung gegenüber Frauen beitragen.

Mit jedem frauenfeindlichen Witz werden Frauen marginalisiert. In Studien konnte zudem belegt werden, dass frauenfeindliche Witze Misogynie fördern. Humor verändert die Grenzen des sozial Akzeptablen. Das kann gut sein. Leider fördert er aber auch die Toleranz gegenüber unangebrachten oder falschen Verhaltensweisen. Jeder frauenfeindliche Witz macht so die Diskriminierung und Herabwürdigung von Frauen also normaler. Ich bin darum ganz klar dafür, frauenfeindliche Witze nicht zu tolerieren. Auf Dauer kommt uns das Lachen über frauenfeinliche Witze zu teuer.

Sie möchten lernen humorvoll reden? Sie möchten mit Humor führen? Sie möchten peinliche Momente mit Humor überbrücken? Dann kommen Sie zu meinem Humorworkshop.

* Falls Sie einen ausländerfeindlichen Witz kontern wollen, ist das hier meine beste Antwort: „Wie viele Deutsche braucht es, um eine Glühbirne zu wechseln? Einen. Die Deutschen sind effektiv und haben keinen Humor.“

Sexuelle Beleidigung schlagfertig kontern

Sexuelle Beleidigungen müssen Sie immer dann kontern, wenn sie vor Publikum gemacht werden. Ansonsten würde ich einfach gehen. Es gibt keinen Grund im Dreck zu wühlen.

„Ey, dich will doch eh niemand ficken!“, „So wie die heute drauf ist, ist die doch total untervögelt.“, „Boah ne, die würde ich auch nicht wollen.“, „Wie widerlich. Kein Wunder, dass die untervögelte Kuh so reagiert.“ All diese Sprüche haben meineTeilnehmer*innen* schon erdulden müssen. Sexuelle Beleidigungen hört frau im Job ebenso wie in Jugendorganisationen und Parteien. Wichtig zu wissen: Es geht nicht um Sie!

Warum werde ich sexuell beleidigt?

Sexuelle Beleidigungen werden ganz bewusst eingesetzt. Sie sollen provozieren oder ausgenzen. Der Sprecher nimmt vielleicht wahr, dass „Frau“ ihm den Rang abläuft. Wo käme man da hin, wenn frau machen könnte, was sie will.

Im Zweifel will der Sprecher einfach seine Position festigen. Oder er möchte seine Macht ausspielen. Vielleicht hat er auch Anlass anzunehmen, dass er so Punkte bei den anderen Anwesenden (Männern) machen kann.**

Wie gehe ich richtig mit sexuellen Beleidigungen um?

Sexuelle Beleidigungen darf frau nicht unerwidert stehen lassen. Zeug*innen, die merken, dass die betroffene Frau nicht antworten kann, sollten zu ihren Gunsten eingreifen. Solch ein Verhalten darf nicht ungeahndet bleiben. Oder wollen Sie ein solches Miteinander in der Gruppe?

Klarer Konter

Mir persönlich gefällt der klare Konter am besten: „Wo wir schon beim Thema sind, sollten wir endlich auch über Ihre/Deine Erektionsstörungen sprechen.“ Damit ist das Thema normalerweise erledigt und Sie bleiben nicht als Opfer zurück. Auf einen groben Klotz darf frau ruhig einmal einen groben Keil schlagen.

Ein Standardspruch, der mit dem richtigen Ton vorgetragen funktionieren kann, ist. „Danke für das Feedback. Ich werde zu gegebenem Anlass darauf zurückkommen.“ Achtung! Wenn hier der Ton verrutscht, reicht dieser Spruch nicht aus.

Lern mindestens einen Spruch auswendig und sag ihn Dir ein paar Tage hintereinander selbst laut vor, damit die Waffe griffbereit ist, wenn es zum Äussersten kommt.

In einem weiteren Artikel habe ich mehr zum Kontern frauenfeindlicher Witze geschrieben..

*Typische Adressaten sexueller Beleidigungen sind Frauen und Homosexuelle.
**Weitere Fallbeispiele finden Sie hier.
*** Wenn Sie mit ausgewachsenen sexuellen Belästigungen zu kämpfen haben, weiss dieser Flyer der Antisikrimnierungsstelle Rat.

Was kann Branding leisten?

Aufgabe des Personal Branding ist es, Ihre wertvollsten Seiten ins rechte Licht zu rücken. Auch ein Diamant braucht eine meisterliche Fassung, um seine ganze Brillianz zu zeigen. Ein gelungenes Branding gibt Ihnen diese Fassung und Ihren ganz individuellen, vielleicht auch aufsehenerregenden Schliff.

Sie entscheiden, welche Ihrer Facetten Sie betonen möchten. Gemeinsam erarbeiten wir, wie Sie das erreichen können.

Wie können Sie das Branding vorbereiten?

Bevor Sie sich branden „lassen“, entscheiden Sie bitte genau, wofür sie sich branden lassen möchten. Legen Sie noch nicht fest, wie Sie wirken möchten. Überlegen Sie statt dessen genau, wobei Ihnen das Branding helfen soll. Wofür möchten Sie bekannt sein? Wie soll man Sie nennen? Welches Ziel wollen Sie erreichen?

Definieren Sie drei Eigenschaften, die Sie dabei gern verkörpern würden. Jede Rolle kann sehr unterschiedlich geprägt werden. Ihre „Lieblings“- Eigenschaften machen Sie unverwechselbar. Auch wenn Sie „dasselbe“ anbieten wie „alle anderen“.

Vorurteile neu bewerten

Wie oft haben Sie schon gedacht: „Ich will nicht in eine Schublade gesteckt werden“? Lassen Sie es bitte sein. Sie wollen in eine Schublade gesteckt werden! Nur die Richtige muss es sein. Vorurteile und Verhaltensmuster sind das Material, mit dem Branding arbeitet.

Wenn Sie Ihren Besuch meines Branding Seminars oder Einzelcoachings so vorbereiten, werden Sie viel mehr davon haben. Je genauer ich das Ziel kenne, auf das Sie hinarbeiten möchten, desto zielführender können meine Hinweise sein.

Wie wird das Personal Branding konkret umgesetzt?

Wenn Sie z.B. sympathischer wirken möchten, dann gibt es dazu ganz verschiedene Wege:

  • Ähnlichkeitkeit
  • Freundlichkeit
  • Schönheit
  • Virilität

Warum hat sich Christoph Lindner ein Beispiel an Jürgen Klopp genommen und sich Haare transplantieren lassen? Auch, weil Virilität auf Sympathie einzahlt

Nun werden Sie vielleicht sagen, „Natürlich will ich sympathisch wirken! Das ist doch selbstverständlich.“ Falsch. Ein Brand wird komponiert. Sympathie und Kompetenz können sich z.B. gegenseitig in ihrer Wirkung behindern. Ein gutes Branding berücksichtigt diese Zusammenhänge. Ausserdem wäre Sympathie als Hauptmerkmal in den meisten Tätigkeitsfeldern zu austauschbar. Für einen guten Personal Brand braucht es mehr. Darum ist Ihre genaue Zieldefinition so wichtig.

Kennzeichen eines gelungenen Personal Brandings

Ein gutes Personal Branding stülpt Ihnen nichts über. Sie sind schließlich kein Schmiedeeisen, das man mit Hitze und vielen präzisen Schlägen in jede beliebige Form bekommt. Sie sind lebendig und müssen sie selbst bleiben.

Innerhalb Ihres Personal Brands müssen Sie wachsen können. Ein Personal Brand muss zukunftsfähig sein.

Ein gutes Personal Branding macht zukünftige Enscheidungen leichter. Sie können jede Ihrer Entscheidungen daran messen, ob sie den Brand unterstützen oder zum Branding passen. Das macht manches einfacher.

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg auf Ihrer Reise zum und mit Ihrem Personal Brand. Ein gelungener Personal Brand ist wie ein Leuchtturm. Wenn das Fundament solide ist, kann man hoch darauf bauen und in der Folge das Licht weit strahlen. Solch ein Leuchtturm übersteht auch manchen Sturm. Das wünsche ich Ihnen für Ihre Zukunft

Sympathisch wirken, aber wie? – 30 Methoden

Wenn Sie sympathisch wirken möchten, gibt es eine ganz einfache Methode. Finden Sie Ihr Gegenüber sympathisch. Dann werden Sie sich automatisch richtig verhalten.

Wenn Sie Ihr Verhalten lieber / zusätzlich bewusst steuern möchten, gibt es unzählige Dinge, die Sie tun könnten. Aber nur genau vier Kriterien bestimmen, ob Sie sympathisch wirken:

  1. Ähnlichkeit
  2. Freundlichkeit
  3. Schönheit
  4. Virilität

In der Folge beschreibe ich Ihnen 30+ detaillierte Methoden, um sympatischer zu wirken. Ihnen komt das übertrieben vor? Dann lesen Sie besser bald, warum es sich lohnt, sympathisch zu wirken.

Ähnlichkeit

Ähnlichkeit ist einer der Haupttreiber für Sympathie. Wir halten Menschen die uns ähnlich sind, für sympathisch. Warum, ist leicht erklärt. Menschen weichen nämlich generell der Anstrengung aus und suchen nach Leichtigkeit.

  1. Ähnlichkeit verspricht weniger Anstrengung – es ist leichter bekannten als neuen Mustern zu folgen.
  2. Ähnlichkeit suggeriert besseres Verstehen, was ebenfalls wieder zu Leichtigkeit führt.
  3. Nicht zuletzt führt Ähnlichkeit – scheinbar – zu Vorhersehbarkeit, was uns wiederum Sicherheit suggeriert. Nicht auf der Hut sein zu müssen, ist viel weniger anstrengend als auf jedes und alles achten zu müssen
  4. Es fällt uns leicht, Menschen zu trauen, die uns ähnlich sind. Wenn ich vertraue, muss ich nicht auf der Hut sein. Auch deshalb halten wir den Umgang mit sympatischen Menschen für einfacher.
  5. Was genau können Sie tun um (noch) sympathischer zu wirken? Ähnlichkeit ensteht durch Gemeinsamkeiten. Betonen Sie darum Gemeinsamkeiten, um sympathischer zu wirken. Sie haben dabei die folgenden Optionen:

Methode eins: Finden Sie Gemeinsamkeiten bezogen auf Herkunft und Biographie

Betonen Sie Gemeinsamkeiten zwischen sich und den anderen. Haben Sie vielleicht an derselben Universität studiert, Ihre Kinder zur selben Zeit bekommen, denselben Trainer? Haben ihre Eltern ähnlich gelebt?

Sie könnten solche Gemeinsamkeiten auch bewusst herstellen. So etwas ist oft zu beobachten, wenn geübte Redner eine Rede mehrfach halten. Sie benutzen den LAP-Dance (Lokalisierung, Aktualisierung und Personalisierung), um eine Rede der Situation vor Ort anzupassen. Dabei zeigen sie, welchen persönlichen Bezug sie selbst oder ihnen nahestehende Personen zum Ort, dem Anlass oder den handelnden Personen haben.

Methode zwei: Passen Sie Ihre Kleidung an

Für Ihre Kleidung gilt: Verbiegen Sie sich nicht – aber passen Sie sich an. Wer im Frack zu einem Fußballturnier geht, macht einen Fehler. Wer als Banker im Gespräch mit Obdachlosen im Jogginganzug rumlümmelt, auch. Passen Sie sich an, ohne sich zu verkleiden. Am besten lernen Sie die Dresscoderegeln und zeitgemäßes Styling. Um sympathisch zu wirken, sollten Sie sich an die Regeln der anderen halten. Nicht an Ihre eigenen.

Methode drei: Passen Sie Ihre Sprache an

Achten Sie darauf, Ihre Sprache der Ihres Publikums anzupassen. Es geht dabei nicht nur um das Sprachniveau, d.h. Ihr Vokabular oder die Verwendung von Fremdworten. Es geht genauso um das Tempo, in dem Sie sprechen. Um Ihre Sprachfärbung und die Lautstärke. Es ist z.B. sehr anstrengend, jemandem zuzuhören, der sehr viel schneller oder langsamer spricht als man selbst. Zu leises und zu lautes Sprechen machen auch nicht sympathisch. Machen Sie es Ihren Zuhörern leicht. Diese Leichtigkeit übersetzt sich direkt in Sympathie.

Darum ist ein selten genannter aber einfacher Kniff um sympathischer zu wirken der kurze bzw. leicht verständliche Satz.

Methode vier: Betonen Sie Gemeinsamkeiten in der Haltung

Kirchgang, Twitternutzung, politische Einstellung. All das kann Ihre Sympathiewerte erhöhen. Schließlich möchte unser Publikum, dass wir seine Werte teilen. Meist werde Werte nur als Mittel der Differenzierung betrachtet. Ich halte es für noch viel wichtiger, diesbezügliche Gemeinsamkeiten herauszustellen. Früher wurden gemeinsame Werte als gegeben vorausgesetzt. Davon können wir heute nicht mehr ausgehen.

Methode fünf: Zeigen Sie Gemeinsamkeiten im Lebensstil

Sie spielen Golf, tragen eine Rolex, fahren kein Auto. Reden Sie darüber, wenn es passt. Vielleicht essen Sie auch weniger Fleisch als früher oder leiden unter schlechtem Schlaf. Wenn Ihr Publikum dasselbe tut oder lässt, kann das Sympathie schaffen.

Methode sechs: Seien Sie nicht perfekt

Perfektion ist ein direkter Vorwurf an jeden, der nicht perfekt ist. Darum versuchen Sie bitte gar nicht erst perfekt zu sein. Wenn Sie vertrauenswürdiger erscheinen möchten, ist es sogar strategisch ratsam, einzelne Fehler und Schwächen von sich aus und grundlos zuzugeben. Sympathisch wirken Sie, wenn Sie zu Ihrer Fehlbarkeit stehen.

Methode sieben: Spiegeln Sie

Ganz unwillkürlich imitieren wir Menschen, die uns sympathisch sind. Diesen Prozess dürfen Sie natürlich auch bewusst nutzen. Spiegeln Sie Ihr Gegenüber. (im gleichen Rhythmus atmen, gleiche Haltung, Abstand usw.) Ihr Gegenüber weiß dann nicht, ob er selbst Sie unbewusst imitiert hat oder ob Sie aktiv etwas getan haben, um diesen (falschen) Eindruck zu erzeugen. Da unser Gehirn für das Denken der zweiten Option zu faul ist, geht es davon aus, dass Sie sympathisch sind. Damit die Wirkung nicht ins Gegenteil umschlägt, kommt es auf das richtige Maß an.

Methode acht bis 17: Sympathisch wirken durch Freundlichkeit

Freundliche Menschen wirken sehr sympathisch.

LMAA war früher eine schwere Beleidigung. Ab sofort steht es bitte für „Lächle mehr als Andere!“. Was Sie sonst noch alles tun können, damit man Ihre Freundlichkeit erkennt. Und Sie sympathisch wirken:

  • freundliches Lächeln, gern auch mal grundlos
  • Hilfsbereitschaft – ohne sich zum Fußabtreter zu machen
  • Nähe suchen – z.B. nach der Arbeit mit Kollegen ausgehen, um Hilfe bitten
  • „Bitte“ und „Danke“ sagen – auch öffentlich z.B. nach einem Projektabschluss
  • interessiert zuhören – gern auch mal freundliche Fragen stellen
  • loben. Auch bei kleinen Anlässen. Ihr Gegenüber muss nicht die Welt retten, damit Sie etwas sagen können.
  • offen für Neues sein und nicht direkt ablehnen reagieren
  • gelungene Komplimente machen – denn dagegen sind Deutsche fast wehrlos. Und wie ich mal sagte: „Solange man nicht lügt, ist alles erlaubt. Sie müssen Ihre Komplimente nicht beim Notar beeiden lassen.“
  • beim Namen nennen – Ein Zeichen von Respekt (ich habe Dich wahrgenommen). Ein ganz einfaches Kompliment ist es, das Gegenüber mit dem Namen anzusprechen. Doch bitte übertreiben Sie es nicht. Mancher Vertrieb wurde so sehr gedrillt, dass man sich wünschte, man hätte keinen Namen.
  • grüßen – grüßen – grüßen Sie „alles, was sich bewegt“.
  • Seien Sie zuverlässig

Freundliches Verhalten tut jedem gut. Versuchen Sie – besonders in schwierigen Situationen und an schlechten Tagen – Ihren Partner*innen ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern. Es wird Ihnen vielfach zurückgezahlt werden. Schließlich gilt:  „Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es heraus“.

Methoden 18 bis 20: Ganz subtil

Sorgen Sie dafür, dass Ihre Besucher*innen, Partner*innen und Gäste sich wohlfühlen. Waschen Sie sich z.B. kurz vor einem Termin die Hände mit warmem Wasser. So haben Sie bei der Begüßung einen warmen Händedruck.

Lassen Sie Ihre Besucher*innen möglichst nicht hart sitzen. Geben Sie ihnen immer ein warmes Getränk. Am liebsten in den stoffummantelten Bechern und Tassen der Kahla AG*. Weichheit macht sanft und weniger wachsam.

Fun Fact

Wenn Sie statt der Becher echte Porzellantassen mit zierlichen Henkeln nutzen, werden Ihre Äusserungen und die Ihrer Partner*innen automatisch präziser werden. Form follows function.

Methode 21: Offene Körpersprache

Wir machen uns innerhalb von Millisekunden ein Bild von unserem Gegenüber. Meist noch bevor das erste Wort gefallen ist. Darum ist Ihre Körpersprache so wichtig.

Wenden Sie sich Ihrem Partner*in zu, zeigen Sie eine möglichst offene Körperhaltung. Gern auch oft die Handinnenflächen. Wenn Sie sich nicht im Konflikt befinden, kann der Nase-Nabel-Kontakt hilfreich sein.

Hände, Augen und Augenbrauen müssen immer sichtbar sein. Nur so kann Ihr Gegenüber alle wichtigen Signale wahrnehmen. Dies ist sehr wichtig. Denn wer etwas versteckt, dem ist nicht zu trauen.

Während Sie zuhören, ist Blickkontakt (in unserem Kulturkreis) Pflicht! Sie könnten außerdem nicken und lächeln. Am Telefon ersetzen ein mmh oder ach so und ja diese Signale

Methode 22: Berührungen

Kleine Berührungen stehen für Vertrautheit und Freundschaft. Berühren Sie kurz den Oberarm (seitlich), Ellenbogen oder Unterarm Ihrer Gesprächspartner*in. Die Sympathie zwischen Ihnen beiden wird unmittelbar steigen. Kellner erhalten für so ein Manöver etwa 60% mehr Trinkgeld**. Wenn Sie sich im Umgang mit Berührungen unsicher fühlen oder wenn es sich um eine Partner*in des anderen Geschlechts handelt, gehen Sie lieber nach dem Motto „weniger ist mehr“ vor.

Wenn Sie sympathisch wirken möchten, verzichten Sie nicht auf den Handschlag zu Begrüßung. Es sei denn, Ihr Gegenüber möchte das.

Methode 23: Bilden Sie Vertrauen

Nur wenn ein Gespräch die Regionen des belanglosen Smalltalks verlässt, kann Sympathie wachsen. Das Teilen kleiner Geheimnisse, festigt die Beziehung ebenso wie das Zeigen (kleiner) Schwächen. Gemeinsames Lachen oder gemeinsame Erlebnisse – beides stärkt die Beziehung zwischen zwei Menschen. Wenn Sie zu Ihren Schwächen stehen, wächst das Vertrauen Ihrer Gesprächspartner*innen.

Vielleicht finden Sie auch einen gemeinsamen „Gegner“. Nichts lässt so schnell ein „Wir-Gefühl“ und damit eine hohe Sympathie entstehen. Aber übertreiben Sie es nicht – über andere herzuziehen, macht unsympathisch

Methode 24: Bitten Sie um einen kleinen Gefallen!

Sie wollen Sympathien festigen? Dann bitten Sie die betreffende Person einfach um einen (kleinen) Gefallen. Das in sie gesetzte Vertrauen und der Glaube an seine Fähigkeiten schmeichelt Ihrem Partner*in. Viel besser: Wenn wir einem Menschen einen Gefallen erbringen, schließt das Gehirn ganz „logisch“: Ich muss ihn/sie mögen, sonst würde ich ihm/ihr keinen Gefallen tun. Also bekommen Sie nicht nur Ihren Wunsch erfüllt. Sie wirken auch sympathischer. Aber Vorsicht. Sie müssen im Gegenzug auch gefällig sein.

Methode 25 bis 31: Sympathisch wirken durch Schönheit

Gutes Aussehen wirkt sympathisch. Tatsächlich gehört zur Schönheit vieles:

  • gute Körperpflege
  • gesunde Zähne, Haut und Haare
  • Ihre guten Seiten betonende Kleidung. Versuchen Sie einmal Ihre Haar- und / oder Augenfarbe in Ihrer Kleidung zu wiederholen. Das wirkt wahre Wunder.
  • gepflegte Kleidung und Schuhe
  • schmeichelnde Accessoires
  • ein schöner Arbeitsplatz
  • alles um Sie herum sollte wertig sein. Die Wertigkeit Ihres Umfelds erhöht Ihren Wert. Gute Stoffe z.B. wirken einfach besser und sind schöner. Wertig ist nicht gleich teuer.

Methode 32: Sympathisch wirken durch Virilität

Das Wort Virilität kommt aus dem Lateinischen von vir – der Mann. Virilität im engeren Sinn bedeutet Zeugungsfähigkeit. Somit geht es bei diesem Aspekt der Sympathie um Jugendlichkeit, Gesundheit, Fitness. Darum springen manche Redner so gern auf die Bühne. Fürs Erste würde reichen: Haltung zeigen: Schultern zurück und das Brustbein strahlen lassen. Selbst auszuschlafen kann Sie sympathischer machen, denn es verhindert Augenringe. Vieles von dem, was zur Schönheit beiträgt, zahlt auch auf Virilität ein. Sympathisch zu wirken ist aber tatsächlich (auch) eine Sache der Äußerlichkeit.

Kann zu viel Sympathie schädlich sein?

Die meisten Teilnehmer*innen meines Branding Seminars: Wie wirke ich auf andere?, wollen gern (noch) sympathischer wirken. Manchmal lohnt es sich aber, ganz bewusst nicht (noch) sympathischer zu wirken. Denn Sympathie und Kompetenz schließen sich teilweise gegenseitig aus. Zu sympathisch zu wirken, kann das Maß an Kompetenz und Führungsstärke, das man Ihnen zuschreibt, mindern. Dies gilt ganz besonders für Frauen.

Wird zu offensichtlich um Sympathie gebuhlt, wird das als Anbiederung verstanden. Achten Sie darauf unabhängig zu bleiben. Eigene Meinungen zu vertreten – ohne aggressiv zu werden. Ganz bewusst Widersprüche auszuhalten. Wenn Sie es richtig machen, dann kann solches Verhalten auf Sympathie und Kompetenz einzahlen.

Sie wollen noch mehr ganz praktische Tipps und Kniffe lernen? Dann kommen Sie auch ins Rhetorik-Bootcamp, in die Rhetorik-Masterclass, oder zu Schwierige Gespräche erfolgreich führen.

*nach den neuesten Regeln muss ich diesen Link als Werbung kennzeichnen, auch wenn ich keinen Vertrag mit Kahla habe und nichts daran verdiene.
** Richard Wisemann: Wie Sie in 60 Sekunden Ihr Leben verändern.

Personal Branding

„Wie werde ich bekannt? Was kann ich tun, um erinnerungswürdiger zu sein? Wie falle ich positiv auf? Was muss ich tun, damit dass Journalisten auf mich aufmerksam werden? Wie komme ich in die Medien?“ Diese Fragen stelle ich mir als neugwählte Abgeordnete und finde eine erste Antwort für mich. Ich will die Frau sein, die man zu einem bestimmten Thema immer fragt. Ich will eine Marke werden. Ich nenne das damals aber noch nicht so.

Die Macht der Vorurteile führt mir mein Wahlkampf für das Abgeordnetenhaus im heissen Sommer 1999 klar vor Augen. Jung, weiblich und gut angezogen zu sein, sichert mir immer einen extrem freundlichen Empfang beim Haustürwahlkampf. Dafür reicht es sogar 2001. Meine Helfer meinen, an meinen Türen könnte man glauben, dass wir die Wahl gewinnen. Am Wahltag schneidet die CDU 17% schlechter ab als 1999.

1999, nach meiner Wahl, fand ich niemanden, der mir meine Fragen beantwortet hätte. Man schien sich eher zu wundern, dass ich diese Fragen stellte. Ich wollte nichts über klassische PR lernen. Ich wollte wissen, wie ich mich präsentieren sollte, um bekannt zu werden. Ich wollte analysieren, welche Rolle „noch frei“ war. Ich wollte wissen welcher Typus vielleicht gesucht wurde. Doch damals hat niemand meine Fragen verstanden. Das wäre heute ganz anders. 1997 wurde das Konzept des Personal Brandings in einer Amerikanischen Zeitschrift von Tom Peters erstmals vorgestellt. Bis seine Idee nach Deutschland vordrang, war es für mich als Politikerin zu spät. 2001 war mein Wahlkreis einfach nicht zu gewinnen.

Geschichte des Brandings

Früher, bevor das Konzept bekannt war, entstanden Personal Brands eher zufällig. Eine Person fiehl auf. Sie passte (damit) zusätzlich in ein Schema und trat danach konsistent immer wieder ähnlich auf. Die Marke ergab sich im Laufe der Zeit ganz von allein, quasi zufällig aus der Wiederholung bestimmter Signale. Damals waren Marken ein Nebenprodukt des Wirkens der Personen.

Oft wird und wurde die Markenbildung von einem optischen Signal begleitet, das zum Markenzeichen wird. Darum waren die Beatles lang als Pilzköpfe bekannt. Udo Lindenberg kennen die allermeisten nur mit Hut.

Die Raute, die Angela Merkel zu Beginn Ihrer Karriere sicher nicht aus Gründen des Personal Brandings zeigte, ist inzwischen fast ikonisch zu nennen. Sie steht für Angela Merkel wie der Stern für Mercedes.

Franz-Josef Strauss wurde (vielleicht auch wegen seiner auffälligen Figur) zu einer starken Personenmarke. Ganz im Gegensatz zu Helmut Kohl, der körperlich und von seinen Erfolgen her sicherlich genauso beeindruckend, aber lange Zeit eine viel schwächere Marke war. Wahrscheinlich, weil er viel weniger polarisierte. Aufzufallen, d.h. in der Öffentlichkeit zu stehen, ist Grundbedingung, damit ein Personal Brand entstehen kann.

John McEnroe wurde bekannter als erfolgreichere Tennisspieler, weil er auf dem Platz immer wieder Unruhe stiftete. Er war aber auch wegen seiner Haare einer der auffälligeren Spieler.

Wer in der Öffentlichkeit sehr penerant immer dasselbe tut und dabei auffällt (vom Mainstream abweicht!), hat gute Chancen zu einer Marke zu werden.

Heute wird dieser Prozess bewusst angestoßen. Es wird versucht, die Marke zu komponieren. Die Markenbildung soll direkt beeinflusst werden, um den Prozess zu beschleunigen. Es wird versucht, bestimmte, wertvolle Eigenschaften zu betonen oder zuzuschreiben. Das passiert bei der zufallsgesteuerten Markenbildung eher nicht. Im Zeitalter von Social Media und Influencer Marketing ist aber schon die Bekanntheit an sich ein Wert.

Was können Sie tun, um eine starke Marke zu werden

Um eine Marke zu werden, soll man sich aber nicht verbiegen. Denn das hält man nicht lange genug durch. Impression Management muss konsistent durchgehalten werden. Man soll lieber die Eigenschaften, die sowieso schon da sind, klarer zutage treten lassen. Sie werden komplettiert und abgerundet, um ein schlüssiges eindringliches Bild entstehen zu lassen. Wer moderne Politik macht, sollte auch modern aussehen. Wer Jugendlichkeit ausstrahlen will, lässt sich als Mann auch schon mal die Geheimratsecken mit Haar auffüllen. Je kongruenter die Signale, die eine Person mit Ihrem Aussehen, Auftreten und Handeln aussendet, sind, desto wirksamer ist das Personal Branding.

Personal Branding – die Bildung einer Personenmarke und Impression Management sind heute eingeführte Fachbegriffe.

Ich habe seit 1999 sehr viel über Personal Branding gelernt. Seit 2003 gebe ich regelmäßig Branding-Seminare für die Konrad-Adenauer-Stiftung.

Feedback einholen, das sich lohnt – Sechs Regeln

Feedback einzuholen ist für gute Redner*innen Alltag. Sie sind süchtig nach Feedback. „Feedback is the breakfast of champions.“ Damit ist nicht der Applaus gemeint. Gute Redner*innen arbeiten stetig an sich. Sie wollen wissen, wie Ihre Rede angekommen ist.  Sie haben gelernt, dass sehr gutes Feedback sogar ganz neue Ideen reifen lässt. Gutes Feedback ist „Feedforward“!

Für hilfreiches Feedback können Sie einen Coach buchen. Doch auch Feedback von Kolleginnen bringt Sie weiter. Wie Sie wertvolles Feedback von Kolleginnen bekommen, beschreibe ich hier.

Sechs Regeln um nützliches Feedback zu bekommen

1. Fragen Sie die Richtigen

Gutes Feedback ist ehrlich. Feedback einholen sollten Sie darum von jemanden, der mutig ist. Der Ihnen die Wahrheit sagt. Der klar formuliert.

Gutes Feedback ist empathisch. Wählen Sie keinen Henker aus. Sie haben Kolleg*inen, mit denen Sie sich intensiv austauschen? Das könnten die Richtigen sein.

Wählen Sie unbedingt jemanden aus, dessen Urteil Sie schätzen.

Wenn Sie besonders gutes Feedback möchten, dann lassen Sie Ihren Feedbackgeber*in diese Hinweise lesen.

2. Fragen Sie rechtzeitig nach Feedback

Bitten Sie unbedingt schon VOR der Präsentation um Hilfe. Denn sonst könnte es peinlich werden. Feedbackgeber, die sich kaum an Ihre Rede erinnern, helfen niemandem.

Nur wenn Sie vorab um Feedback bitten, stellen Sie sicher,  dass die Wunschpartner*innen auch tatsächlich anwesend sind.

Ihre frühzeitige Bitte sorgt dafür, dass Ihre Partner*innen besonders aufmerksam sind. Ausserden können sie sich Notizen machen. Dadurch ist das spätere Feedback viel präziser.

3. Geben Sie an, worauf geachtet werden soll

Machen Sie es Ihren Feedbackgeber*innen leicht. Feedback einholen sollten Sie darum mit genauen Fragen. Lassen Sie Ihre Feebackgeber*innen genau wissen, worauf es Ihnen ankommt. Je genauere Vorgaben Sie machen, desto besser wird das Feedback werden. Wozu möchten Sie Hinweise haben? Geht es Ihnen um Verständlichkeit, Stimme oder Humor? Wollen Sie wissen, ob Sie endlich Ihre Füllworte in den Griff bekommen? Vielleicht ist wichtig zu wissen, ob Sie endlich die richtige Geschwindigkeit treffen.

Geben Sie maximal drei Dinge an, auf die Ihre Helfer achten sollen.

4. Feedback umgehend einholen

Direkt nach dem Termin ist Feedback am wertvollsten. Denn dann sind sämtliche Eindrücke noch frisch und ungefiltert. Holen Sie darum das Feedback so bald als möglich ein. Nur dann können Sie mit Antworten auf detaillierte Nachfragen rechnen.

Auch eine umfassende Analyse braucht nicht mehr als zehn Minuten. Suchen Sie sich einen ruhigen Ort dafür. So werden Sie nicht unterbrochen.

Versuchen Sie in jedem Fall, die Rückmeldung Ihrer Partner*in am selben Tag zu erhalten. Es gilt: je früher Sie das Feedback einholen, je besser.

5. Feedback annehmen und aufschreiben

Hören Sie einfach zu, wenn Sie Feedback einholen. Denn Ihre Partner schildern nicht nur ihre Eindrücke. Sie laden Sie in ihre Welt ein.

Diskutieren Sie nichts. Erklären Sie nichts. Reden Sie sich nicht raus. Feedback ist ein Geschenk. Weisen Sie das Geschenk nicht zurück. Sonst wird man Ihnen nämlich bald kein Feedback mehr geben. Nutzen Sie doch lieber die Chance viel über sich und die Feedbackgeber*in zu lernen.

Schreiben Sie auf, was man Ihnen sagt. So können Sie nichts vergessen.

Sie entscheiden später, welchen Teil der Analyse Sie annehmen möchten.

6. Geben Sie sich selbst Feedback

Nach jeder Rede sollten Sie sich auch selbst den Spiegel vorhalten. Stellen Sie sich dazu drei Fragen, um besser zu werden:

  1. Was hat funktioniert?
  2. Was hat mir gefallen?
  3. Was möchte ich verändern?

Übung allein macht keinen Meister.  Sie müssen herausfinden, was gelungen ist und woran Sie weiter feilen können. Das ist ein wichtiger Teil des bewussten Lernens.

Gern geben ich Ihnen im Rahmen eines Einzelcoachings Feedback für Ihre Rede. Nehmen Sie Ihre Präsentation dazu z.B. einfach mit dem Handy auf.

Was Sie TUN und LASSEN sollten

Was Sie bitte tun

  1. Holen Sie unbedingt nach jeder Präsentation, jedem Wortbeitrag, jeder Rede Feedback ein. Denn je eher das zu einer Gewohnheit wird, desto schneller und größer werden Ihre Fortschritte sein.
    Wenn Sie mutig sind, können Sie sogar Gesprächspartner – nachdem alles besprochen ist – um eine Einschätzung bitten.
  2. Erkennen Sie, wie ungemein wertvoll Feedback ist. Denn wenn Sie dieselbe Rede hundertmal halten, werden Sie ohne Feedback immer und immer wieder dieselben Fehler machen.
    Es lohnt sich, zu wissen, wie Ihr Humor, Ihre Persönlichkeit und Ihre Inhalte auf die anderen wirken.
  3. Nutzen Sie die Feedbackrunden, um Ihre Beziehung zu den Feedbackgebern zu vertiefen. Beides, das Geben und Nehmen von Feedback, macht verletzlich. Verletzlichkeit zu zeigen führt zu festeren Beziehungen und Vertrauen.

Was Sie bitte sein lassen

  1. Bitten Sie niemanden um eine Einschätzung, der selbst aktiv ist. Denn sonst könnten Ihre Partner abgelenkt sein. Für fundiertes Feedback braucht es die volle Aufmerksamkeit. Bitten Sie deshalb nur Partner um Hilfe, die nicht selbst reden oder gar moderieren.
  2. Fragen Sie nicht zu viele Menschen auf einmal nach ihrer Meinung. Zu viele unterschiedliche Hinweise verwirren nur. Fragen Sie darum lieber nur ein oder zwei  Menschen, deren Urteil Sie schätzen.
  3. Fühlen Sie sich nicht verpflichtet alles umzusetzen. Hören Sie zu. Nehmen Sie die Hinweise auf. Entscheiden Sie danach, was Sie umsetzen möchten. Wählen Sie genau aus.
    Selbst wenn Ihnen alle dasselbe sagen sollten, dürfen Sie gern vom Feedback abweichen. Denn nichts verpflichtet Sie zu tun, was man Ihnen sagt.

Sehr klares und spezifisches Feedback mit Vorschlägen zur Verbesserung zeichnet jedes meiner Seminare aus. Mit detailliertem Feedback machen Sie als Anfänger*in schnelle Fortschritte im Rhetorik-Bootcamp. Wenn Sie mit Ihren Reden faszinieren und begeistern wollen, lade ich Sie in die Rhetorik-Masterclass ein. „Schwierige Gespräche erfolgreich führen“ ist das passende Angebot für die Gespächsführung.

Falls Sie wissen möchten, wie Sie als Person wirken, empfehle ich mein Personal Branding Seminar.

*Hier finden Sie die Ideen, die kreative Priester hatten, um Feedback für Ihre Predigten bekommen.