Ausdrucksstarke Gesten

Beidhändige Gestik

Gesten und Sprache sind eins

Um gute Gestik, d. h. ausdrucksstarke Gesten zeigen zu können, müssen Sie etwas grundlegendes wissen: Gesten sind Bewegung gewordene Gedanken.

Gelungene Gestik zeigt, wer seine innerliche Beteiligung nach außen dringen lässt. Wenn Sie von dem überzeugt sind, wovon Sie sprechen, dann kommt die Gestik (fast) ganz von allein. Ausdruckstarke Gesten kommen aus dem Herzen. Je leidenschaftlicher Sie sprechen, desto leichter wird es sein, ausdruckstarke und große Gesten zu zeigen.

Wir nutzen Gesten, um Bedeutsames hervorzuheben, Gefühle zu zeigen oder Abstraktes nachvollziehbar zu machen. Wer Gesten „einfach“ einstudieren will, wird kaum oder nur kärglich kleine Erfolge erzielen. Bitte versuchen Sie es erst gar nicht.* Totzdem kann man lernen, ausdrucksstark zu gestikulieren.

Regel Nummer eins für ausdrucksstarke Gesten: Bilden Sie sich eine Meinung zu Ihrem Thema! Finden Sie Ihren Standpunkt!

Für ausdruckstarke Gesten muss man sich öffnen

Die (Ober-)Arme liegen immer eng am Körper an? Die Bewegungen gehen nicht über die Handgelenke hinaus? Ihre Gesten fühlen sich unnatürlich an, auch wenn Sie zu Ihrer Rede passen? Sie haben vielleicht zu gut gelernt, sich im Zaum zu halten. Das macht es für Gesten schwer, nach außen zu drängen. Wenn Sie sich an ausdrucksstärkere und größere, insgesamt selbstbewusstere Gesten gewöhnen möchten, dann bietet sich die Opernsängerübung an. Im Rhetorik-Bootcamp machen wir sehr viele Gestikübungen, weil sie viele andere Probleme lösen. Lampenfieber, Sprechtempo, Pausen, Haltung – fast alles verändert sich mit der Gestik.

Opernsängerübung

Stellen Sie sich gedanklich auf die größte Ihnen bekannte Bühne. Sie feiern einen triumphalen Erfolg. Breiten Sie die Arme weit aus und bedanken Sie sich überschwenglich – aber stumm! – für die stehenden Ovationen, die Sie erhalten haben. Umarmen Sie Ihr Publikum. Sie dürfen auch gerne stumm eine leidenschaftliche Dankesrede halten und Sie Ihre Arme und Hände dazu fliegen lassen.

Damit es Ihnen leichter fällt, können Sie sich virtuell auf eine Bühne stellen. Dafür bieten sich z.B. das Deutsche Schauspielhaus Hamburg und für Fortgeschrittene die Bühne der Wiener Staatsoper an. (Oberhalb bis zur Hauptbühne duchklicken, unten innerhalb des Bildes navigieren.) Ihre Gesten müssen so deutlich sein, dass Sie auch von der Galerie und aus der kaiserlichen Mittelloge zu sehen sind.

Achten Sie bitte besonders darauf, die Oberarme und Ellenbogen extra weit vom Körper zu entfernen. Strahlen Sie, werfen Sie Kusshänden ins Publikum, geben Sie Ihrer überschwänglichen Freude Ausdruck. Je mehr Sie die Freude über den Erfolg spüren, desto leichter werden Ihnen die großen Gesten fallen. Bitte beobachten Sie sich nicht dabei im Spiegel. Der würde nur stören.

Wieso gestikulieren wir?

Die Forschung geht heute davon aus, dass wir zuerst mit dem Körper kommuniziert haben. Zeitgleich mit der Entwicklung des aufrechten Gangs führten körperliche Veränderungen dazu, dass wir auch variantenreiche Laute erzeugen konnten. Als wir dann noch lernten, Werkzeuge zu benutzen, wurde die Gestensprache sogar gefährlich. (Mit einer Axt in der Hand…) An diesem Punkt waren wir quasi gezwungen, unsere Stimme zu nutzen.

Wir denken mit unseren Händen. Handbewegungen und andere Gesten werden vom Gehirn schneller angestoßen als Sprache. Darum gehen Gesten den Worten voraus. Weil das so ist können wir nur schwer ohne Gestik sprechen und weil das so ist, kann man Gestik kaum planen.*

Gestik-Test

Versuchen Sie etwas kompliziertes zu erklären und gleichzeitig die Hände bewusst vollkommen still zu halten. Legen Sie die Hände flach auf den Tisch oder setzen Sie sich drauf.

Es wird nicht funktionieren.

Gute Gesten machen glaubwürdig

Weil unsere Gestik so tief in uns wurzelt, ist sie eins der wichtigsten Signale unserer Körpersprache. Unser Publikum überprüft laufend, ob unsere Gesten das Gesagte unterstreichen oder ihm widersprechen. Gestik macht Sie als Person erkennbar. Ausdrucksstarke Gesten verifizieren was Sie sagen und machen deshalb glaubwürdig. Gestik zeigt, dass wir persönlich involviert sind.

Eine Hand in der Hosentasche mag auf manche lässig wirken. Doch sie tut nichts für Sie. Ihr Wirkung wird stärker, wenn man Ihre Hände sehen kann.

Tipp

Verstecken Sie niemals jemals, wirklich nie, niemals Ihre Hände! Zeigen Sie Ihre Hände immer. Hände gehören weder in Hosen-, noch in Jackentaschen. Sie gehören nicht hinter den Rücken oder hinter das Pult und schon gar nicht unter den Tisch. Das liegt doch auf der Hand, oder? (Das ist im übrigen im europäischen Raum eine der klarsten Benimmregeln.)

Was für Gesten gibt es?

Ihre Gestik wurde Ihnen teilweise angeboren, teilweise wird sie vererbt. Es gibt familien- und kulturtypische Gesten. Achten Sie einmal darauf.

Man unterscheidet sprachbegleitende und sprachersetzende Gesten.

Sprachersetzende Gesten

Die sprachersetzenden Gesten haben eine besondere Stellung, weil sie relativ leicht zu erlernen sind. Außerdem werden sie auch bewusst eingesetzt. Diese Gesten werden gern auch symbolische oder emblematische Gesten genannt. Dazu gehören z.b. Kopfschütteln, Schulternzucken oder Nicken sowie das Stoppsignal der aufgestellten Handfläche am Ende des ausgestreckten Arms, das ok-Zeichen oder auch der erhobene Daumen.

Aber Vorsicht! Diese Gestik ist kulturell kodiert. Je nach Kulturkreis hat sie eine andere, vielleicht ungünstige, häufig auch sexuelle abwertende Konnotation. „ok“ ist in vielen Gebieten der Welt ganz und gar nicht ok.

Siemens erlebte vor vielen Jahren ein sehr teures Missverständnis mit der sprachersetzenden Geste des Kopfnickens. Sie gingen in einer Verhandlung mit dem Preis immer und immer weiter runter. Denn Ihre indischen Partner schüttelten immer wieder den Kopf. Hätten die Vertreter von Siemens gewusst, dass eine Form des Kopfschüttelns in Indien Zeichen des Respekts ist und eine andere sehr wohl „Zustimmung“ bedeutet, dann wäre es besser für sie ausgegangen. Die indischen Vertragspartner waren nicht etwa entrüstet über zu hohe Preise, sondern konnte ihr Glück über die immer besser werdenden Angebote nicht fassen. In Bulgarien, Nord-Griechenland und Sri-Lanka könnte übrigens dassselbe passieren.

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Video-Link: https://youtu.be/Uj56IPJOqWE
Das Nicken, dass Siemens so viel Geld kostete.

Sprachbegleitende Gesten

Es gibt vier verschiedene Formen der sprachbegleitenden Gestik: deiktische, ikonische, metaphorische Gesten und die so genannten „Beats.“** Die Unterscheidung ist nicht immer leicht und nicht immer hat eine Geste nur eine Bedeutung. Manchmal erfüllen Gesten die Kriterien mehrerer Kategorien. Ich stelle sie trotzdem vor. Denn der Prozess des Erlernes neuer Gesten ist jeweils unterschiedlich. Es lohnt sich also mehr darüber zu wissen, weil man ein paar bewusst verändern und verbessern kann.

Deiktische Gesten

Deiktische Gesten sind die Zeigegesten: Das will ich haben. Dahin müssen wir gehen. Sie müssen aufpassen. Kleinkinder zeigen diese Art der Gesten bereits ab dem 10. Lebensmonat. Typischerweise werden sie mit dem Zeigefinger ausgeführt.

Deiktische Gesten mit dem Zeigefinger sind unvorteilhaft eng mit Zwang und Schule verbunden. Wenn Sie von „müssen“ sprechen und dabei den ausgestreckten Zeigefinger und womöglich noch mit steifem Handgelenk und ausgestreckten Arm benutzen, dürfen Sie sich über Widerstand nicht wundern. Wenn Sie statt aber von „wir“ sprechen, könnte der Aufmerksamkeit heischende Zeigefinger ok sein.

Zeigefingertipp

Versuchen Sie den ausgestreckten „pädagogischen Zeigefinger“ (Samy Molchow) durch die offene, ausgestreckte Hand zu ersetzten. Sie wirkt um so vieles einladender und großzügiger. Es wird einige Zeit dauern, ist aber absolut machbar, da Sie nicht den Impuls sondern nur seine Ausprägung ändern.

Sie könnte den Zeigefinger auch leicht krümmen wie es z.B. Obama oft tut. Dies zu erlernen ist der Mühe wert.

Ikonische Gesten

Die Silhouette einer Frau wird mit kurvigen Bewegungen in die Luft gezeichnet: eine ikonische Geste. Ikonische Gesten stellen Gegenstände, Ereignisse, räumlichen Bezüge dar, auf die sprachlich bezug genommen wird.

Typisch sind die Gesten: Hand aufs Herz, Hand vor den Mund, das alles gehört mir,

Metaphorische Gesten

Metaphorische Gesten sind – genauso wie ikonische Gesten – abbildend. Nur beziehen Sie sich abstrakte Konzepte, so z.B. die geöffneten Hande bei Redebeginn.

Ikonische und metaphorische Gesten einstudieren

Ikonische und metaphorische Gesten sind wie die sprachersetzenden Gesten bildhafte Gesten. Je intensiver Sie sich mit Ihren Texten auseinandersetzen, desto eher werden sich quasi automatisch ausdrucksstarke Gesten einstellen.

Gern können Sie sich aber auch Andere zum Vorbild nehmen. Üben Sie deren Gesten beim Halten der Rede mit ein. Wenn Sie genügend üben und der Text es zulässt, werden ausdrucksstarke Gesten bei der Rede quasi von alleine kommen. Auf der Bühne denken Sie bitte nicht über Ihre Gestik nach! Lassen Sie den Dingen ihren Lauf. Die Gesten, die Sie dann noch zeigen, werden natürlich wirken.

Beats

Sie haben es selbst schon gesehen. Jemand ringt und Worte und bewegt dabei lebhaft seine Hände. Oder es wird mit einer Geste der Rhythmus zum Gesagten gesetzt. Das sind Beats.

Beats sind rhythmisierende Gesten. Sie sind quasi der Taktstock des Sprechers. Sie dienen der Betonung des Gesagten. Es wird z.B. immer wieder mit der Faust auf das Pult oder mit der Handkante nach unten geschlagen. Beats dienen zur Akzentuierung wichtiger Redeanteile. Auch das trotzige Stampfen mit dem Fuß kann ein Beat sein.

Beats kann man recht leicht einstudieren. Studieren Sie sie bereits mit der Rede ein. Wichtige, entscheidende Passagen mit Beats zu unterlegen, ist eine gute Idee. Beats geben Ihren Worten eine hohe Wichtigkeit.

Um ausdrucksstarke Gesten zu sein, müssen Ihre Beats nicht besonders groß werden. Hier gilt eher die Devise: klein aber fein. Es geht weniger um die Amplitude als um den Rhythmus der Bewegung.

Ein Beispiel für stark übetriebene Beats finden Sie im Artikel über Beto O’Rourke. Er schreit seine Zuhörer mit seinen Beats geradezu an. Sie sind so stark, dass er damit das Sofa auf dem er und seine Frau sitzen, zum Schwingen bringt. Seine Frau scheint zeitweise auf dem Sofa zu hüpfen

Wie entstehen ausdrucksstarke Gesten?

Ausdrucksstarke Gesten müssen eine Mindestgröße haben (sichtbar sein). Sie finden typischerweise oberhalb des Bauchnabels statt und sie kommen immer vor den Worten. Kommen Gesten nach den Worten, dann wird das als Zeichen für Unglaubwürdigkeit gesehen.

Halten Sie sich gerade. Ausdrucksstarke Gesten wirken nicht, wenn Ihre Haltung nicht stimmt.

Es ist immer günstiger die Handflächen als die Handrücken zu zeigen. Handflächen sind ein verletzlicher Körperteil. Sie zu zeigen zeugt von Stärke, Vertrauen und Selbstsicherheit.

Ausdrucksstarke Gesten variieren in Größe, Präzision, Richtung und Intensität. Mal sind die Handgelenke gebeugt und mal gestreckt. Mal zeigen wir schnellere und mal langsamere Bewegungen. Ausdrucksstarke Gesten passen sich dem Inhalt und der Intention des Gesagten an. Je genauer die Passung und je präziser die Abstimmung um so stärker wirken unsere Gesten für uns.

Genauso, wie wir mit unserer Stimme spielen, können Sie auch lernen mit Ihrer Gestik spielen. Die Größe Ihrer Gesten verändert sich – wenn Sie durchlässig genug sind – z.B. analog dazu, wie laut Sie in den entsprechenden Situationen sprechen. Wenn Sie leise, langsam und bedächtig sprechen, werden die Gesten nicht groß sein und auch keine schnellen Bewegungen beinhalten.

Ausdrucksstarke Gesten entstehen am leichtesten, wenn Sie zu 100 Prozent hinter dem stehen, was Sie sagen. Sorgen Sie also dafür, dass das so ist. Sprechen Sie vorher mit anderen über das, was beim Vortrag Thema sein wird. Legen Sie sich schon vorher fest. Fangen Sie vielleicht schon an, das zu tun, worüber Sie nachher sprechen. Wenn Sie mit Ihrer Botschaft eins sind, dann haben Sie alle Chancen sehr überzeugend zu sein.

Übung

Lesen Sie das Gedicht „John Maynard“ laut und mit starker Betonung. Versuchen Sie den Inhalt zu spüren und Ihre Hände „fliegen“ zu lassen. Stellen Sie sich dabei vor, dass Sie zu einem großen Publikum sprechen und immer wieder andere Personen direkt ansprechen.

Pro-Tipp: Wie beginnen?

Überlegen Sie sich bei der Vorbereitung sehr genau, in welcher Stimmung und mit welcher Intention Sie Ihre ersten Worte sprechen wollen. Dann üben Sie, die Hände vor dem ersten Wort und im Ausdruck dieser Stimmung hochzunehmen. Erst eine Millisekunde später beginnen Sie zu sprechen. Ihre erste Geste wird sich (irgenwann) automatisch formen. Die richtige Reihenfolge beim Üben ist: Blickkontakt aufnehmen, Beginn der Handbewegung, erste Worte. Bis dahin lassen Sie die Arme locker hängen oder auf Pult oder Tisch liegen.

Bitte trainieren Sie sich keine bewusste Handhaltung an, mit der Sie die Hände fixieren. Denn solche Gewohnheiten tendieren dazu, sich selbständig zu machen. Die Merkelraute ist kein Zeichen von rednerischer Qualität und Selbstbewusstsein.

Tipp: Putzgesten vermeiden

Wenn wir nervös sind, zeigen viele von uns sogenannte Putzgesten. Wir zupfen an unserer Kleidung. Wir streichen uns die Haare aus dem Gesicht, kratzen uns (un-)auffällig. In einem meiner allerersten Seminare habe ich sogar gesehen, wie sich jemand auf dem Weg nach vorne eine störende Unterhose richtete. Diese Übersprungshandlungen zeigen deutlich, dass wir nervös sind oder uns nicht wohlfühlen. Im Zweifel sollten wir diese Gefühle nicht offenbar werden lassen.

Bitte halten Sie sich diesbezüglich an die alte Benimmregel: Die Hände gehören nicht ins Gesicht oder die Haare und man zupft nicht an seiner Kleidung herum. Sorgen Sie vorab dafür, das alles sitzt und lernen Sie diesen Reflex zu unterdrücken.

Was ist auf der Bühne anders?

Ihre Gesten sollten auf der Bühne größer sein als im Gespräch. Sie richten sich nicht an eine einzelne Person sondern an viele. Je größer Ihr Publikum und je weiter entfernt es sitzt, desto ausladender muss auch Ihre Gestik werden. (Ausnahme: Sie werden parallel gefilmt und das Publikum nimmt Sie vor allem über die Leinwände wahr.)

Tipp

Ihre Gesten werden automatisch größer, wenn Sie sich nicht an die erste sondern an die letzte Reihe wenden.

Bitte lassen Sie Ihre Gesten am Endpunkt etwas „stehen“. Nehmen Sie die Hände nicht gleich herunter. Lassen Sie sie schon gar nicht einfach kraftlos fallen und noch baumeln und auspendeln. Energie bestimmt ganz maßgeblich mit darüber, wie gern uns das Publikum zuhört und ob es uns glaubt. Idealerweise geht quasi eine Geste in die andere über.

Wenn Sie über Details oder etwas sehr privates sprechen oder präzise sind, werden Ihre Gesten automatisch kleiner (exakter) werden. Stören Sie sich nicht daran, es ist richtig so. Wenn Sie stattdessen leidenschaftlich zu umfassender Erneuerung aufrufen, werden Ihre Gesten automatisch größer werden. Sie müsses es nur wirklich ernst meinen.

Um eine bessere Verbindung zu Publikum zu erhalten, könnten Sie versuchen eher Ihre Handinnen- statt -außenflächen zu zeigen.

Exakt-Alle-Übung

1. Breiten Sie die Arme in Schulterhöhe weit aus und sagen Sie voller Überzeugung: „Exakt angepasste Reaktionen…“. 2. Nehmen Sie die Arme herunter, heben Sie eine Hand etwas hoch und bilden Sie dabei mit dem Zeigefingernagel auf dem obersten Fingerglied des Daumens einen Kreis und sagen genauso sicher: „Die ganze Welt freut sich mit uns…“. 3. Tauschen Sie die Sätze. Können Sie einen Unterscheid wahrnehmen?

Merken Sie sich, wie es sich anfühlt, ausdrucksstarke Gesten zu verwenden. Man kann und sollte sich daran gewöhnen. Sie wollen lebendig und glaubwürdig wirken? Dann nutzen Sie mehr Gesten.

Sie wünschen sich Unterstützung bei der Vorbereitung besonders wichtiger Präsentationen? Sie wollen Sicherheit gewinnen und Ihre Wirkung bewusst steuern können?

* Wenn es doch sein muss, üben Sie 200 Mal. Dann könnte es sein, dass die Geste natürlich wirkt.
** David McNeill „Why We Gesture: The Surprising Role of Hand Gestures in Communication.

Links oder Rechts!?

„Heben Sie jetzt bitte die rechte Hand…“ und dann hebt das Publikum die Linke. So kann es gehen. Der Redner macht es nämlich falsch – mit seiner eigenen rechten Hand – vor.

Da kann man sich dann schon mal wundern. Rechts? Links?

Alles, wozu Ihr Publikum eine Seitenangabe braucht, müssen Sie spiegelverkehrt ansagen. Das kann sehr anstrengend werden. Nutzen Sie doch einfach folgenden Kniff:

Bitte vertauschen Sie Ihr eigenes „Rechts“ und „Links“ bevor Sie auf die Bühne gehen. Stellen Sie sich dazu ein tätowiertes „L“ und „R“ auf Ihren Handrücken vor.

Wenn Sie das ein paar Mal geübt haben – es geht auch in privaten Gesprächen – wird Ihnen das Umschalten leicht fallen. Ich bin auf diese Art einige Wochen lang sehr sicher durch den englischen Linksverkehr gekommen. Nur linksherum durch den Kreisverkehr zu fahren blieb aufregend. Ich musste aber in Deutschland auch noch nie einen Kreisverkehr mehrfach umrunden…

Sie wenden doch jetzt nicht etwa ein: „Aber das passt doch nicht, wenn ich über meine Folien spreche!“? Dann würde ich Ihre Äußerung ignorieren. Ich würde zu Ihren Gunsten hoffen, dass Sie Ihrem Publikum niemals den Rücken zuwenden. Außerdem würde ich hoffen, dass Ihre Folien immer so eindeutig sind, dass sie solcher Erklärungen nicht bedürfen.

Wenn Sie einmal etwas nicht mit dem „Bühnen-Links“ / 
„Bühnen-Rechts“ ansagen müssen, dann machen Sie etwas falsch!

Spiegelverkehrt zu denken ist leider sehr anstrengend. Darum nochmals: Benennen Sie Ihre Hände einfach um, wenn Sie auf die Bühne treten. Die Tatoos dürfen auch leuchten, wenn Sie das möchten.

Fun Fact

Was wir abseits der Bühne – aus inhaltlichen Gründen – für links oder rechts halten, folgt bestimmten Konventionen. Tatsächlich folgt aus diesen Regeln, dass ein deutscher und ein französischer Gleiswärter denselben toten Hund gleichzeitig rechts und links der Bahn entdecken können. (Artikel folgt.)

Testimonials – Friederike Galland

Es war eine bewusstseinserweiternde Erfahrung. Ich bin sehr glücklich, dass ich mich getraut habe aktiv teilzunehmen.
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anonym
TeilnehmerIn Rhetorik-Bootcamp
Im Rahmen eines ausgezeichneten und äußerst kurzweiligen Wochenendseminars habe ich bei Friederike Galland das Führen guter Vertriebsgespräche auch praktisch geübt. Nicht grade meine Kernkompetenz – umso wichtiger war dieses Seminar.
Friederike Galland stellt sich genau auf die jeweilige Gruppe ein und schafft es dadurch, jeden mit Ihrem Coaching oder mit Ihren Vorträgen zu erreichen. Diese sind außerdem abwechslungsreich gestaltet, was Ihr die Aufmerksamkeit des Publikums sichert und diesem im Umkehrschluss einen Zugewinn an Wissen bringt. Sehr zu empfehlen sind Frau Gallands Rhetorikschulungen.
Sie machte alle Teilnehmer ein Stück reicher! Hebt das Selbstwertgefühl der Teilnehmer trotz kritischer Worte.
Lieblingsfeedback
anonym
TeilnehmerIn Rhetorik-Bootcamp
Das Seminar mit ihr gibt immer wieder neue Eindrücke, Motivation an sich selbst zu arbeiten und aus sich selbst herauszuhören. Das macht sie mit einer solchen Energie und Freude, dass ich mich schon jetzt auf das nächste Seminar freue, wo ich meine Fortschritte demonstrieren kann.
Céline, Studentin
(Rhetorik-Bootcamp u.a.)
Fachlich hat sie ihren Workshop perfekt auf unsere Bedürfnisse angepasst und uns so ideal wie nur möglich durch Tipps und Anmerkungen optimiert. Trotz ihres unglaublichen Know-hows hat sie die wichtigsten Informationen für uns Einsteiger herausgegriffen und leicht verständlich und vor allem einprägsam erläutert. Danke für die grandiosen 1,5 Tage 🙂 Sie war sehr sympathisch und authentisch mit einem so lebensfrohen Lachen. Note 1
Note 1 Diese Frau ist einfach der pure WAHNSINN!
Leo-Akademie 2017
Leo Akademie 2017
Teilnehmer
Friederike ist eine "geile Sau". Das Rhetorik-Seminar war großartig und ich kann es nur jedem wärmstens ans Herz legen. Jede Minute lohnt sich. Die Übungen stimmten mit dem Motto "Raus aus der Komfortzone" überein und ließen jeden einzelnen über den eigenen Schatten springen. Friederike selbst gestaltet das Seminar unglaublich motivierend und strahlt eine Energie aus, die mitreißt.
Das Rhetorik Seminar von Friederike Galland kann ich nur jedem empfehlen, egal ob erfahrenden Politiker oder einfach nur für Personen, die Ihre Präsentationsfähigkeiten stärken wollen. Das Seminar hat, dank der individuellen Ausrichtung auf alle Gruppenteilnehmenden, einen nachhaltigen Erfolg für mich persönlich gehabt. Dies gelang Frau Galland, obwohl es in der Gruppe große alters- und Erfahrungs- Unterschiede gab. In dem Seminar wurden nicht nur Techniken für eine gute Rede vermittelt, sondern auch direkt umgesetzt. Unter realistischen und teilweise auch spielerischen Bedingungen trainierten wir zu gestikulieren, Artikulation und spontane sowie geplante Reden zu halten. Dieses wurden anschließend mit Hilfe einer Videoanalyse ausgewertet. Frau Galland konnte mit Ihrem großen Wissensschatz und Erfahrung aus ihrer eigenen politischen Kariere immer wieder passende Beispiele und Hilfestellungen leisten. Das Seminar bestand aus einer perfekten Mischung, die individuell mit der Gruppe abgestimmt worden ist, zwischen kleinen Theorieblöcken und viel praktischen Übungen. Ich freue mich schon auf das Aufbauseminar.
Sie hat uns so viel beigebracht und das auf so einzigartige Art und Weise. Ich würde es jederzeit wiederholen. Note 1 Top Referentin.
Leo-Akademie 2017
Leo Akademie 2017
Teilnehmer
Bei einem Frauenseminar war Frau Galland unsere Rhetorik-Referentin. Sehr kompetent, mit Witz und Charme brachte uns Frau Galland Tricks und Kniffe für den gelungenen Auftritt bei. Nicht nur die rhetorischen Fähigkeiten wurden verbessert, wir lernten auch auf unsere Körperhaltung, Mimik und Gestik zu achten und dabei authentisch zu bleiben. In vielen Übungen wurde das Wissen vertieft. Sehr schön war der respektvolle Umgang von Frau Galland mit uns Telnehmerinnen, sowie den liebevollen Korrekturen und Aufmunterungen wenn es mal nicht ganz so gut geklappt hat. Das dort Erlernte half mir sehr bei meinen beruflichen und ehrenamtlichen Tätigkeiten. Mittlerweile ist es für mich Routine vor Menschen zu sprechen. Ich kann Frau Galland nur sehr empfehlen.
Note 1 Einfach nur klasse, mehr kann ich dazu nicht sagen!
Leo-Akademie 2017
Leo Akademie 2017
Teilnehmer
Note 1 Danke an Friederike für 2 tolle Tage Viele Übungen haben für Abwechslung gesorgt und man war selber ständig aktiv und darum geht es bei solchen Workshops. Besonders gut hat mir das persönliche Feedback gefallen, sodass jeder weiß, an welchen Punkten er ansetzen muss.
Leo-Akademie 2017
Leo Akademie 2017
Teilnehmer
Obwohl ich meine persönlichen Grenzen überschreiten musste, kann ich im Nachhinein sagen, dass es mich total weiter entwickelt hat und Türen für anderes öffnet. Note 1
Leo-Akademie 2017
Leo Akademie 2017
Teilnehmer
Es gibt viel zu wenig gute Redner und Rednerinnen – Friederike Galland Das Seminar war sehr gut! Auch die Körperübungen waren super!
Leo-Akademie 2017
Leo Akademie 2017
Teilnehmer
Ihr Seminar "Frauen in der Kommunalpolitik" hat mir sehr gut gefallen. Ich habe vieles mitnehmen können und werde diese Woche einiges bei meiner Bürgerrunde, Sitzungen und Vorstandsbesprechung ausprobieren. Danke und würde mich über weitere Seminare von Ihnen freuen.
"Frau Galland hat ein grandioses Seminar gehalten, das zu keiner Zeit trocken oder in einer sonstigen Form langweilig war. Dazu außerdem sehr lehrreich und gut vermittelt, gerade über die ständigen praktischen Übungen."
"Ich würde bei Frau Galland jederzeit wieder solch ein Seminar belegen und sie auch weiterempfehlen!! Bestes Seminar, das ich jemals besuchen durfte!!!"
Erdbeeren
Leo-Akademie 2016
Rhetorik-Bootcamp
"Es war ein angenehmes Zusammenspiel aus persönlich gefordert sein, das eigene Entwicklungspotential zu entdecken und viel Lachen über Geschichten die das Leben schreibt ... neben den Inhalten hat Friederike Galland aus jeder von uns wertvolle Seiten herausgezaubert"
Dozen­tin Frie­de­ri­ke Gal­land, Rhe­to­rik­trai­ne­rin und ehe­ma­li­ges Mit­glied des Ber­li­ner Abge­ord­ne­ten­hau­ses, schuf ein Pro­gramm, das alle Teil­neh­mer an ihre Gren­zen brach­te, ihnen aber auch einen Quan­ten­sprung in ihrer Aus­spra­che, Prä­sen­ta­ti­on und per­sön­li­cher Ent­wick­lung ermög­lich­te.
"Eine klasse Frau, die das Seminar sehr gut geleitet hat und die Inhalte zur vollsten Zufriedenheit vermitteln konnte.."
Erdbeeren
Leo-Akademie 2016
Rhetorik-Bootcamp
Tolles Seminar. Sehr gute Motivation. Man geht mit Elan und vielen neuen Ideen aus dem Seminar und brennt darauf, die Dinge umzusetzen. Durch die praktischen Übungen bleibt so viel hängen.
unsichtbare Frösche
Hildegard Schiffers
Seminar Mitgliederwerbung
Gut, dass so viele Frauen mit Unternehmergeist die Unterstützung der Käte Ahlman Stiftung nutzen. Das Seminar mit Friederike Galland in Bad Honnef hat mich einen Schritt weiter gebracht.

Körpersprache und Wirkung

Körpersprache bildet unsere innersten Gedanken und Haltungen ab. Deshalb ist hat sie so eine große Wirkung. Deshalb ist es so schwer, sie zu steuern. Besser funktioniert es indirekt. Der einfachste Weg zu ausdrucksstarker Körpersprache: Sprechen Sie nur, wenn Sie vom Inhalt der Rede überzeugt sind.

Wir kommunizieren immer mit dem ganzen Körper. Es gibt keine Kommunikation ohne Körpersprache. Bei Langeweile z.B. zeigen wir keine großen Gesten. Im schlimmsten Fall sehen wir aus wie ein leerer Sack Mehl und bohren in der Nase. Wie es Paul Watzlawick schon sagte: „Man kann nicht nicht kommunizieren.“

Körpersprache ist in weiten Teilen universal gültig. Selbst von Geburt an blinde Sportler reissen beim Jubeln die Arme hoch. Glückliche Kinder hüpfen weltweit auf und ab.

Kongruente Körpersprache

Vor allem Ihre Körpersprache entscheidet darüber, ob man Ihnen glaubt und folgt. Denn das Publikum prüft ständig, ob Sie die Wahrheit sagen. Es tut das, indem der Inhalt der Rede damit „Wie es gesagt wurde“ verglichen wird. Ist beides nicht deckungsgleich (kongruent), dann wird die Botschaft verworfen. Deshalb ist es so wichtig, natürlich, echt und ungekünstelt zu wirken.

Aufregung als Problem

Sind wir sehr aufgeregt, durchdringt die Aufregung alles. Sie zeigt sich in Mimik Gestik, Haltung und Bewegung. Folglich stimmen Körpersprache und die Botschaft unserer Rede nicht überein. Versuchen Sie nicht, die Aufregung zu verdrängen. Sonst entstehen Übersprungshandlungen. Die Abweichung zwischen Inhalt und Körpersprache wird noch größer.

Übersprungshandlungen sind z.B. Kleidung bzw. Haare zu richten, sich zu kratzen, das Klicken mit dem Kugelschreiber, das Reiben der Nase. Das schlimmste, was ich je gesehen habe, war ein Redner, der auf dem Weg zum Pult noch seinen Slip richtete.

Es ist folglich sehr wichtig, die eigene Aufregung in den Griff zu bekommen. Wenn Sie sich wohlfühlen, wird Ihre Körpersprache zum Beweis Ihrer Redlichkeit.

Eine erregende Einstellung finden

Gute Körpersprache ist ausdrucksstark. Sie verstärkt Ihre Botschaft. Wenn Ihre Körpersprache wirken soll, brauchen Sie vor allem drei Dinge.

Sie brauchen:
1. entspannte Aufmerksamkeit (der Tiger vor dem Sprung)
2. eine klare Struktur und
3. eine Botschaft, die Sie mit Leidenschaft vertreten.

Auch Zahlen können sehr wohl Leidenschaft wecken. Es muss nicht immer die Begeisterung über die Werte an sich sein. Zahlen oder deren Ursprung müssen nur gut analysiert werden. Die Ergebnisse dieser Analyse sprechen immer eine klare Botschaft. Diese Botschaft können Sie dann voller Überzeugung vortragen.

Wenn Sie andere begeistern wollen, dann seien Sie einfach selbst begeistert. Sie wünschen sich größere Gesten? Sie möchten ausdrucksvoller sein? Ihre Körpersprache soll stärker wirken? Dann finden Sie bitte eine erregende Einstellung zur eigenen Botschaft. Der Rest kommt dann fast von allein.

Sich eine Ansicht zu eigen machen

Wenn Ihnen ein Thema eigentlich nicht liegt, müssen Sie daran arbeiten Sie müssen es zu Ihrem Thema machen. Sonst können Sie nicht überzeugend dazu sprechen.

Als Politikerin kenne ich diese Situation gut. Seltenst ist die Meinung der Partei identisch mit meiner. Also fragte ich mich, wo ich zustimme und worauf ich stolz bin. Es hilft auch, mich zu fragen, warum es zu dieser Entscheidung genommen ist. Vielleicht ist der kleine Schritt das maximal Erreichbare.

Mit aussreichend Arbeit kann man sich sehr viele Ansichten zu eigen machen. Es geht nicht darum zu lügen, sondern darum, tiefes Verständnis für die zu vertretende Position zu entwickeln. Wenn ich mit nichts übereinstimme, dann sollte ich die Rede nicht halten.***

Eindrucksvolle Körpersprache

Was lässt Sie glaubwürdig und eindrucksvoll wirken? Sprechen Sie über eigene Erlebnisse. Bringen Sie Beispiele. Werden Sie emotional. Viele denken dabei sofort an Schauspiel. Sie liegen damit nicht ganz falsch.

Method Acting

Redner können viel von Schauspielern lernen.

Schauspieler erwecken Worte zum Leben. Wir sollen in Filme eintauchen. Glauben, dass die Geschichte vor unseren Augen spielt. Wir sollen die Kunst vergessen. Das Spiel soll real wirken.*

Viele Schauspieler bauen auf das Stanislawski-System oder Method Acting. Sie nutzen persönliche Erlebnisse. Der Abruf dieser Erlebnisse gewährt Zugang zu den damit verbundenen Gefühlen. Die Gefühle werden gespeichert. Später können sie auf der Bühne benutzt werden, um die Rolle besser zu „spielen“.

Über Liebe sprechen ist leichter, wenn wir uns noch gut daran erinnern wie es war. An diesen Tagen am Meer. Mit ihm. Mit ihr.
Über Liebe zu sprechen ist leichter, wenn wir uns noch gut daran erinnern wie es war. An diesem Tag. Am Meer. Mit ihm. Mit ihr.

Die Methoden sind sehr wirksam. Das beweist eine lange Liste sehr erfolgreicher Schauspieler, die sich ihnen verschrieben haben: James Dean, Paul Newman, Al Pacino, Jane Fonda, Jack Nicholson. Daniel Day-Lewis gewann damit schon drei Mal den Oscar für die beste männliche Hauptrolle.

Wollen Sie Ihre Körpersprache direkt beeinflussen? Ohne Umweg
über das Method Acting? Dann üben Sie bitte hundertfach. Danach
sind die Bewegungen abrufbar. (Wenn Sie nicht von etwas überrascht
werden.)

Blickkontakt

Sie wollen sympathisch wirken? Sie möchten glaubwürdig sein? Sie wollen zeigen, dass Sie kompetent sind? Dann ist der Blickkontakt Ihr Hebel. Ihr Blickkontakt soll ruhig, stet und direkt sein. Schauen Sie dazu entweder in das rechte oder das linke Auge. Nicht auf die Stirn oder auf die hintere Wand. Je intensiver Ihr Blickkontakt ist, um so mehr Autorität, Souveränität und Kompetenz schreibt man Ihnen zu.

Blickkontakt ist ein Autoritätssignal. „Ich sehe, was du tust.“ Demütig gesenkte Blicke haben statt dessen keine Autorität.

Aber warum macht Sie der Blickkontakt sympathisch?
Es ist recht einfach. Das Publikum möchte gesehen werden. Es will den Kontakt mit uns: intim und unmittelbar. Denn das unterscheidet Live von der Konserve. Kein Aspekt der Körpersprache, außer der Nennung eines Namens, sagt klarer „Du bist gemeint!“. Diese Zuwendung macht sympathisch.

Tipp: Sie wollen den Eindruck „Ich rede nur für Dich“ verstärken? Mit einem LAP-Dance personalisieren Sie Ihren Vortrag ganz leicht.

Im Gespräch halten nur die Zuhörer stets Blickkontakt. Der Sprecher muss das nicht. Denn es ist schwer Blickkontakt zu halten, während man spricht. Beim Denken z.B. schauen wir meist weg. Auch aus diesen Gründen würde ständiger Blickkontakt im Gespräch als „Anstarren“ gewertet.

Doch auch wenn Sie vor großen Gruppen reden, möchte jeder Zuhörer angeschaut werden. Darum gelten für Redner zwei Gesetze:

  1. Nie mehr reden ohne Blickkontakt.
  2. Jeden Blickkontakt so lange halten, bis Sie eine Rückmeldung bekommen.

Blickkontakt-Kniff: Cheerleader

Damit es leichter klappt, hier noch ein Kniff. Sprechen Sie, wenn Sie sich nicht wirklich gut fühlen nur zu Ihren Cheerleadern. Cheerleader sind die Zuhörer, die Ihnen zu verstehen geben, dass sie „ganz Ohr“ sind. Sie tun das durch Lächeln, intensiven Blickkontakt und ggf. Nicken. Die beschriebenen Signale sagen Ihnen deutlich: „Sprich weiter. Ich will mehr hören. Du machst das gut“ – Cheerleader halt.

Kniff: Blickkontakt für Fortgeschrittene

Sprechen Sie genau eine Phrase, einen kurzen Abschnitt zu jedem Zuhörer, mit dem Sie Blickkontakt halten. Wenn Sie durch sind, nicken Sie kurz. Warten Sie die Reaktion ab und gehen erst dann zum nächsten Zuhörer über. Dadurch wird Ihr Blickkontakt zu einem virtuellen Handschlag.

Dieser Kniff hilft Ihnen auch dabei, mehr und gute Pausen zu machen.

Wie man sich ausdrucksstarke Gesten aneignet, habe ich in einem Extraartikel beschrieben.

Haltung

Stehen und sitzen Sie aufrecht! Lassen Sie Ihr Brustbein strahlen!

Sich aufzurichten zahlt sich aus. Jeder einzelne Zentimeter Körpergröße ist bares Geld wert. Für Männer 0,65% Brutto monatlich.

Es ist darum nicht verwunderlich, dass bedeutende Könige schon sehr früh (Kyros II. – bereits in der Antike) „Groß“ genannt wurden. Auch eine unterdurchschnittliche Körpergröße (Alexander – um 1,50m, Katharina II. – keine 1,52m, Friedrich II. – 1,62m) war kein Hinderungsgrund. Einzig Karl der Große war mit – auf heute umgerechneten – 1,95m tatsächlich weit überdurchschnittlich groß.

Wir betrachten beeindruckende und hervorragende Leistungen nicht nur sprachlich als GROßartig.

Blasen Sie sich unbedingt „zu voller Ochsenfroschgröße“ auf, wenn Sie auf der Bühne sind. Versuchen sie nicht, sich zu verstecken. Zeigen Sie sich. Ich bin ja der Ansicht, dass mir mein Gewicht auf der Bühne hilft. (Helmut Kohl, 1,93m konnte Menschen erschrecken, einfach indem er einatmete.) Trotzdem empfehle ich Ihnen eine Gewichtszunahme nicht als Strategie. Weniger schlanke Menschen werden gern für dumm, faul und undiszipliniert gehalten.

Halten Sie sich lieber einfach besonders aufrecht. Gestikulieren Sie weit ausladend und expansiv. Das lässt Sie größer wirken. Besonders groß wirken Sie mit Gesten, bei denen die Hände bis auf die Höhe der Schultern kommen.

Freude und Triumph sind Gefühle, die sich nach oben orientieren. Sie richten uns auf. Deshalb wirken Gesten die nach oben führen auch so gut. Hängende Schultern machen unglücklich.

Marionetten-Übung

Sie wollen lernen sich gerade zu halten? Bitte stellen Sie sich vor, dass oben auf Ihrem Kopf ein Faden befestigt ist. An diesem Faden werden Sie marionettengleich nach oben gezogen, bis sich ganz aufrecht stehen. Bitte ziehen Sie die Schultern nicht gleichzeitig zu den Ohren hoch. Die Schultern bleiben unten.

Engels-Übung

Sie kennen Abbildungen des Erzengels Gabriel? Nein? Vielleicht ja doch. Er ist der mit den riesigen Flügeln. Flügeln, für die mindestens fünfzehn Gänse Ihr Leben lassen mussten.

Bitte stellen Sie sich vor, solche Flügel auf dem Rücken zu tragen. Gehen Sie danach durch ein Einkaufszentrum oder zur Kantine. Das Gewicht der Flügel zieht Ihre Schultern nach hinten. Sie müssen sich bewusst gerade halten und etwas langsamer gehen, um trotz des Luftwiderstands vorwärts zu kommen. Beim Gehen hören Sie ein leises „Wusch, Wusch, Wusch“.

Sie dürfen gern dabei lächeln und den Entgegenkommenden in die Augen schauen. Auch wenn man Ihnen sonst keinen Platz macht. Auch wenn Sie sonst oft ausweichen müssen. Während dieser Übung ist das anders, wenn Sie alles richtig machen.

Nougatkrokant-Übung

Sie sehen einen Türrahmen. Das ist ab sofort Ihr Signal. Denn oben im Türrahmen hängt etwas, das Sie unbedingt mit Ihrem Mund schnappen sollten. Ganz so wie Sie es am liebsten haben, handelt es sich dabei um ein Sück Nougatkrokant, ein Mettbrötchen mit Zwiebeln, ein Stück dunkle Schokolade. Von mir aus gern ein Bissen saftige, aromatische Melone. Schnappen Sie zu. Es wird Sie innerlich wie äußerlich aufrichten.

Nase-Nabel-Kontakt

Sie wollen Ihren Blickkontakt nun noch weiter intensivieren? Dann machen Sie ihn zum Nase-Nabel-Kontakt.

Die volle Zuwendung zum Publikum wird durch den N-N-Kontakt perfekt beschrieben. Wenden Sie dazu Ihre Nase der Nase eines Zuhörers zu. Richten Sie auch Ihren Nabel auf seinen hin aus. Die Verbindungslinien von Nase zu Nase und von Nabel zu Nabel verlaufen nun parallel. Ihre Hüfte steht senkrecht dazu. Zeigen Sie möglichst vielen diese intensive Form der Hinwendung. Der N-N-Kontakt ist absolut das Gegenteil des über-die-kalte-Schulter-blickens.

Gerade, wenn Sie nicht so groß sein sollten, ist der N-N-Kontakt wichtig für Sie.

Kniff

Setzen Sie den N-N-Kontakt bewusst ein. Immer. Bei allen Gesprächen und Auftritten. Ergänzen Sie Ihren Blickkontakt mit dem N-N-Kontakt. Es wird Ihnen schnell in Fleisch und Blut übergehen.

Intensiver Kontakt ist einer der stärksten Treiber für Ihre Ausstrahlung. Verzichten Sie deshalb niemals wieder darauf. In keiner Situation außer dem Konfliktgespräch.

Achten Sie darauf, wer in einer Gruppe den meisten N-N-Kontakt bekommt. Er oder sie ist der Führer der Gruppe. Wenn Sie eine Entscheidung erreichen wollen, müssen Sie ihn überzeugen.

Stand

Bitte wenden Sie sich Ihrem Publikum immer frontal zu. Ihr Brustbein zeigt in die Mitte des Publikums. Sie sollen gut zu sehen sein. Wenden Sie sich nicht ab. Stehen Sie nicht im Halbprofil. Es sei denn, es gibt einen guten Grund dafür.

Sie sollten nicht nur sehr aufrecht, sondern auch sicher stehen. Idealtypisch beschreibt man das so:

  1. Gewicht auf beiden Füßen
  2. Gewicht tendenziell mehr auf den Ballen als auf den Fersen
  3. Füße etwa hüftbreit auseinander
  4. einen Fuß zwei Finger breit vor dem anderen.

Männer dürfen etwas breiter stehen, aber dafür nicht viel schmaler
werden. Frauen dagegen dürfen nicht viel breiter stehen. Verhalten sie
sich anders, könnte es sein, dass das Publikum mehr über Ihre
Geschlechtsidentität nachdenkt als über Ihr Thema.

Wimbledon-Übung

Wimbledon ist berühmt für seine Rasenplätze.
Jedes Jahr beim großen Tennisturnier leidet der Rasen, weil er das
intensive Spiel nicht gut verträgt.

Um zu spüren, wie sich ein richtig guter Stand anfühlt, machen
Sie bitte die Wimbledon-Übung. Testen Sie ein Stück Rasen: Stehen
Sie gerade und aufrecht. Unter Ihren Füßen liegt der Test-Rasen für
Wimbledon. Trampeln Sie, treten Sie den Rasen mit aller Kraft. Lassen
Sie auf einem etwa Din A3 großen Flecken (Zeichenblock) möglichst
keinen Grashalm stehen. Benutzen Sie dabei erst den einen und dann
auch den anderen Fuß. Verausgaben Sie sich.

Nun treten Sie locker einen Schritt zurück und verharren. Stehen
Sie aufrecht. Spüren Sie Ihre Füße. Nehmen Sie die Verbindung zum
Boden wahr. Wenn Sie intensiv genug „Getestet“ haben, wird
Ihr Stand nun fast perfekt sein. Diesen Stand sollten Sie ab heute
immer einnehmen, wenn Sie beginnen zu sprechen. Über den Sinn von
Routinen schreibe ich hier. (folgt)

Haselnuss-Kniff

Ausstrahlung besteht aus Kontakt und Haltung. Nichts verbessert Ihre Präsenz mehr als eine gute Körperspannung. Daran können Sie ganz leicht und ganz bewusst arbeiten. Stellen Sie sich einfach vor, eine Haselnuss zwischen den Pobacken festzuhalten.

Sie kennen eine ähnliche Anweisung schon vom Sport. „Becken nach vorn. Bauch fest.“ Den zweiten Teil der Anweisung ignorieren Sie bitte. Ihre Bauchdecke soll nicht angespannt sein. Sie brauchen sie, um mit dem Zwerchfell zu atmen und für die Stimmresonanz.

Bewegung

Stand und Bewegung sind eng verknüpft. Mischen Sie beides trotzem nicht. Wenn Sie stehen, stehen Sie ruhig. Einen Standpunkt mus man vertreten. Wenn Sie sich bewegen, tun Sie es absichtsvoll.

Es gibt noch einen ganz anderen Aspekt. Wir sind Nachfahren von Jägern. Darum suchen wir den Horizont fortwährend nach Beute und Raubtieren ab. Wer das nicht tat, verschwand aus dem Genpool.Darum es uns zur zweiten Natur geworden. Und darum hält uns Bewegung auf der Bühne wach. Bewegungslosigkeit wirkt dagegen beruhigend und einschläfernd.

Bewegung ist gut. Zuschauer belohnen Energie und Abwechslung.

Wie bringt man beide Aspekte zusammen? Bewegung ist immer dann
gut, wenn sie das Gesagte unterstreicht. Sie bringen ein neues
Argument, dann wechseln Sie dazu den Platz. Sie sagen: „Es muss
so bleiben“, dann bewegen Sie sich bitte nicht. Schwanken,
Tänzeln oder Wippen am Platz ist nicht gut.

Ein Zuviel an Bewegung ist schlecht. Denn es lenkt ab.

Außerdem verlieren Sie so an Status. Warum das so ist, fragen Sie? Wichtige Menschen bewegen sich nur wenig. Statt dessen bewegen sich die anderen Gruppenmitglieder um das alpha-Tier herum oder darauf zu oder davon weg.

* Ja, Brecht sieht das anders.
*** Wenn Sie so gar keinen Weg finden können, sprechen Sie mich an. Es dauert meist nicht lang, Sie zu einem guten Botschafter zu machen. Ein Wechsel der Perspektive und die Wahl des richtigen Rahmens helfen erfahrungsgemäß sehr.

Es stört Sie doch nicht, wenn ich weiter ruhig bleibe?!

Schlagfertig mit Standardantworten

Gerade, wenn man gestresst ist und den Anderen einfach nur stoppen möchte, sind Standardsätze und Standardantworten die scharfen Säbel der Schlagfertigkeit. Mit Standardsätzen sind Sie schlagfertig ohne sich anzustrengen. Mit Standardsätzen weisen Sie den Anderen in die Schranken, ohne viel darüber nachdenken zu müssen. Bleiben Sie dabei einfach ruhig und gelassen. So können Sie die Situation deeskalieren, ohne inhaltlich nachzugeben oder das Gesicht zu verlieren.

Ängstlich zu sinnen und zu denken, was man hätte tun können, ist das Übelste, was man tun kann.

Georg Christoph Lichtenberg

Lassen Sie sich nicht ablenken. Machen Sie Ihrem Gegenüber klar, dass er Abstand halten soll, dass sein Verhalten nicht ok ist. Sparen Sie Ihre Energie und bleiben Sie beim Thema. Nutzen Sie Standardsätze.

Beispielsätze

  1. Es stört Sie hoffentlich nicht, wenn ich weiter ruhig bleibe.
  2. Es macht ihnen doch sicher nichts aus, wenn ich weiter sachlich bleibe.
  3. Sie sollten nicht von sich auf andere schließen.
  4. Sie gestatten sicher, dass ich weiter höflich bleibe.
  5. Ich bin bereit, trotz allem weiter konstruktiv an einer Lösung zu arbeiten. Können sie sich das auch vorstellen?
  6. Für Sie ist es sicher in Ordnung, wenn ich mich weiter (konstruktiv) um eine Lösung bemühe?

Nehmen Sie sich einen der Beispielsätze und lernen Sie ihn auswendig. Versuchen Sie ihn eine Woche lang immer wieder anzuwenden. Dazu müssen Sie ihn nicht einmal laut aussprechen. Denken reicht. Danach steht er Ihnen auch im Ernstfall – schlagfertig – zur Verfügung.

Standardsätze sind nicht immer die allerbeste Lösung, aber immer ein guter Anfang. Schlagfertige Menschen suchen nicht nach 150-prozentig passenden Antworten . Es geht oft darum, überhaupt eine Antwort zu haben, die zu Ihnen passt. (Jemand mit meiner Größe und Ausstrahlung darf z.B. nicht „Das ist Ihr Horizont sagen„. Mit 1,52m ginge es vielleicht schon.) Darum erarbeiten wir im Seminar individuelle Standardantworten. Je besser Sie sich damit fühlen, desto eher werden Sie sie benutzen.

Buchen Sie mein Schlagfertigkeitstraining, um noch schlagfertiger zu werden und sich dabei wohl zu fühlen.

Metapher

Was ist eine Metapher?

Metaphern setzen zwei Objekte symbolisch miteinander gleich. Metaphern erklären auf diese Art etwas Unbekanntes. Sie weisen auf bestimmte Merkmale, Verhaltensweisen oder Ähnlichkeiten hin. Dabei sind sich die Dinge, die zueinander in Beziehung gesetzt werden, nicht wirklich ähnlich.

„Du bist ein Sonnenschein“. Natürlich produziert die hier gemeinte Person weder Wärme noch Licht im pysikalischen Sinn. Trotzdem wissen wir alle, was gemeint ist.

Kalte Füße, schwarze Schafe, Feuerwerk der Gedanken – im Zweifel ist bei diesen Beispielen nicht das tatsächliche Phänomen gemeint. Sie stehen statt dessen für etwas anderes, z.B. einen Sachverhalt/ abstraktes Konzept / Szenario.

Beispiele für Metaphern

  1. Zuhause ist Zirkus, seit meine Mutter auf Kur ist.
  2. Sie ist eine Augenweide.
  3. Sein Lebensabend.

Wann sind Metaphern nützlich?

Metaphern sind besonders gut dazu geeignet, komplizierte und komplexe Sachverhalte anschaulich zu machen. Metaphern tragen zur Verständlickeit bei. Denn Sie benutzen Bilder, die die Zuhörer bereits kennen. Durch den Verweis auf Bekanntes wird der Zuhörer verführt, sich auf den Sachverhalt an sich einzulassen.

Besonders interessant wird es, wenn Metaphern zu Geschichten wachsen:

Dachmetapher

Oft werden die letzten Jahre im Leben eines Menschen als sein Lebensabend beschrieben. Wenn Sie dann in Ihren Ausführungen konkret darauf eingehen, was einen Abend ausmacht, wird der Lebensabend zur Dachmetapher für den gesamten Text. Dachmetaphern können Reden sehr interessant machen. Meist werden Dachmetaphern aber bis zu dem Punkt getrieben, an dem sie unvorteilhaft wirken.

Ob die Entwicklungsabteilung glücklich damit werden würde, wenn Sie den Kindergarten als Dachmetapher wählen? (weil dort auch mit Lego gearbeitet wird) Bevor Sie selbstverliebt mit einer Dachmetapher arbeiten, fragen Sie sich bitte, welchen Vorteil das birgt. Betrachten Sie die Angelegenheit unbedingt auch vom Ende her.

Wer dem Startup sagt, dass es gerade laufen lernt, kommt damit durch. Wer die Dachmetapher „Leben“ benutzt, müsste aber folgerichtig auch den Tod betrachten.

Metaphern sind gefährlich

Metaphern sind sehr mächtige Stilmittel. Sie bieten Systematisierung fürs Unvorstellbare und machen Sachverhalte (scheinbar) greifbar. Auch wenn wir bisher keine Vorstellung über sie hatten.

Metaphern sprechen durch ihre Bildhaftigkeit unser Unbewusstes an. Sie sind darum besonders überzeugend.

„Geschickt“ gewählte Metaphern können verzerren und unzulässig vereinfachen. Kein rethorisches Stilmittel ist unschuldig. So ist die Flüchtlingskrise schon bedrohlich. Als Flüchtlingslawine wird sie zur unbeherrschbaren Naturgewalt.

Die Metapher ist darum ein bevorzugtes Instrument des Framing.

Ähnliche Stilmittel

Parallelismus, Gleichnis, Synkedoche, Analogie, Meonymie, und Vergleich

Wenn es schief geht

„Protektionismus heißt, sich in einer dunklen Kammer einzuschließen… dann bleiben zwar Wind und Regen draußen, aber auch Licht und Luft.“

Xi Jinping, Chinesischer Präsident seit 2013  (Weltwirtschaftsforum in Davos 2018)

Dazu schreibt der Spiegel: „Die Metapher der „dunklen Kammer“, die bislang meistzitierte aus Xis Davos-Rede, ist auch eine der fragwürdigsten: Man sollte anderen keine Ratschläge erteilen, sich nicht „einzuschließen“, wenn man wie Xis Internetzensoren selbst 1,3 Milliarden Menschen hinter einer „Großen Brandmauer“ einsperrt und Hunderte von Websites blockt. Die Chinesen, zumal die jungen und kreativen, die das Internet bevölkern, erkennen diesen Widerspruch genau.“

Wäre XI Jinping Präsident eines demokratischen Staates, dann würde ihm auch die Umweltbewegung seines Landes die Metapher wahrscheinlich ewig vorhalten. Schließlich wird es in China oft gar nicht hell vor lauter Staub und Ruß.

Wolfgang Schäuble vergriff sich 2015 in einer Rede, in der er sich am Rande zum massiven Anstieg der Flüchtlingszuwanderung äußerte. Er hatte gesagt: „Lawinen kann man auslösen, wenn irgendein etwas unvorsichtiger Skifahrer an den Hang geht und ein bisschen Schnee bewegt“ und wurde prompt überall gefragt, wer denn die Lawine der Flüchtlinge „losgetreten habe“.

Sie wünschen sich Unterstützung bei der Vorbereitung besonders wichtiger Präsentationen?

Schlagfertigkeit, die über’s Ziel hinausschießt

Teuflisch schlagfertig oder höllisch dumm?

Kann man zu schlagfertig sein? Ganz klare Antwort: „Ja!“ 

Schlagfertigkeit, die übers Ziel hinausschießt, ist gefährlich und teuer. Schlagfertigkeit, die zu weit geht, verletzt den anderen tief und kann den Lebenszielen Ihres Gegners ein weiteres hinzufügen, schlimmstenfalls Ihre Vernichtung.

Wenn sie an Schlagfertigkeit denken, träumen viele von den Schenkelklopfern, dem wiehernden Lachen, der endgültigen Erniedrigung des Anderen. Das ist grundfalsch. Schlagfertigkeit muss richtig eingesetzt werden, sonst kehrt sie sich gegen uns. Schlagfertigkeit ist ein zweischneidiges Schwert. Dazu zwei Beispiele aus meinem (Er-)Leben.

Martin

Es ist Donnerstag, 18:12. Martins Antrag im Ausschuss für Soziales wurde gerade abgelehnt. Wütend und enttäuscht darüber sagt er etwas weinerlich: „Ich habe das Gefühl, ich soll hier heute zum Martyrer gemacht werden“. Die Ausschussvorsitzende und Fraktionskollegin zögert keine Sekunde mit Ihrer Antwort: „Das kann ich gut verstehen. Wenn ich Dich sehe, habe ich auch Kreuzigungsabsichten“.

Büllendes Gelächter unterbricht die Sitzung. Die Dezernentin bückt sich nach Ihrer Tasche, um ungesehen mitlachen zu können.

Eine wahre Geschichte, die die Karriere der Ausschutzvorsitzenden beendete. Denn Martin hatte nun nur noch ein Ziel: sie auszuschalten.

Von solcher Schlagfertigkeit sollten Sie nicht einmal träumen. Es geht schließlich nicht um kurzfristige Triumphe, sondern um langfristige und nachhaltige Landgewinne.

Apropos Land…

Landesverband

Lange hatte ich mich auf dieses Schlagfertigkeitsseminar gefreut. Der Landesvorsitzende einer großen und finanzstarken Organisation hat seine Teilnahme angekündigt. Ich hoffe darum auf lukrative Folgeaufträge.

Unsere Begrüßung verläuft nicht glücklich. Statt mich am Oberarm zu berühren, um auf sich aufmerksam zu machen, landet seine Hand an meiner Brust.

Nichts kann ich ihm recht machen. „Das geht vielleicht in Berlin – aber nicht hier.“ „Frau Galland, das kann ich so nicht stehen lassen.“ Es geht so über Stunden. Dann: „Frau Galland, Sie reden so viel über Teflon, weil Sie sich als Frau gut in ihrer Küche auskennen, richtig?.“

Meine Antwort „Das ist ihr Horizont.“

Ab diesem Punkt kann ich arbeiten. Die anderen TeilnehmerInnen fragen mich später, was ich mit dem Herrn gemacht hätte. So ruhig haben sie ihn nämlich noch niemals erlebt.

Er bucht mich tatsächlich noch einmal. Genau einmal. Und nennt mich die ganze Zeit „meine Sado-Maso-Trainerin.“

Man kann es besser machen. Lernen Sie wie, in meinem Seminar „Professionelle Schlagfertigkeit

Ruhe! – so glückt der Redeeinstieg

Redeeinstieg mit voller Aufmerksamkeit

Sie brauchen zum Redeeinstieg unbedingt die volle Aufmerksamkeit des Publikums. Es gibt keine zweite Chance dafür. Darum dürfen Sie nicht versuchen gegen den Lärm des Publikums anzusprechen. Selbst mit Mikrophon wird Ihre Einleitung sonst nicht ausreichend gewürdigt. Warten Sie darauf, dass Ruhe einkehrt. Entschleunigen Sie. Dann glückt der Redeeinstieg.

Heute müssen sich Redner*innen von Beginn an gegen die ständige Konkurrenz der Smartphones durchsetzen. Emails, die Twitter-Timeline und Newsfeeds lauern immer im Hintergrund. Nicht zu vergessen die Schönheiten von Instagramm.

Um in dieser Flut von Ablenkungen nicht unterzugehen, muss man heute viel anders machen als früher. Dies gilt in ganz besonderem Maß für den Redeeinstieg.

Der einfach Kniff für den gelungenen Beginn Ihrer Präsentation: Sprechen Sie erst, wenn das Publikum ruhig geworden ist. Geben Sie dem Publikum Zeit, Sie wahrzunehmen. Aufmerksam zu werden. Zuzuhören. Bauen Sie Spannung auf.

So machen Sie den Redeeinstieg richtig

Bis das Publikum wirklich ruhig ist, folgen Sie einfach diesen Anweisungen:.

  1. Stellen Sie sich sehr aufrecht in die Mitte der „Bühne“.
  2. Beschäftigen Sie sich mit nichts anderem – nur mit dem Warten darauf, dass endlich Ruhe einkehrt.
  3. Schweigen Sie.
  4. Nehmen Sie Blickkontakt auf.
  5. Warten Sie genüsslich ab.
  6. Schauen Sie in die Ecken, in denen noch Unruhe herrscht.
  7. Nehmen Sie Blickkontakt auf.
  8. Schweigen Sie.
  9. Warten Sie genüsslich ab.

Es wird von ganz allein ruhig werden. Damit bekommt Ihr Redeeinstieg die nötige Aufmerksamkeit. Man wird Ihren ersten Worten gespannt lauschen. Mit einer gelungenen Einleitung können Sie danach die Aufmerksamkeit Ihres Publikums binden.

Achtung: Dies ist keine Disziplinarmaßnahme. Wenn es ruhig genug geworden ist, beginnen Sie mit Ihrer Präsentation. Warten Sie nicht auf den allerletzten Zuhörer.

Gelinggarantie

Vermeiden Sie den Eindruck, beschäftigt zu sein. Warten Sie einfach (vielleicht sogar etwas arrogant) ab, bis sich der „Plebs“ beruhigt hat. Das ist die Gelinggarantie für einen wirkungsvollen Redeeinstieg. Sie wollen es besonders gut machen? Dann warten Sie – nachdem Ruhe eingekehrt ist – noch eine Millisekunde ab, bevor sie sprechen. Lassen Sie das Publikum warten. Das kehrt die Dynamik um.

Viele Redner lassen sich vom Publikum treiben. Das mindert deren Präsenz. Je souveräner Sie mit Ihrer Zeit umgehen, desto präsenter werden Sie wirken. Seien Sie gegenwärtig (präsent) und eilen Sie nicht voraus.

Wie kam ich dazu, diese Form des Redeeinstiegs zu entwickeln?

Vor vielen, vielen Jahren stehe ich das erste Mal vor mehr als 120 aufgeregten, lauten Oberstufenschülern. Ein schwieriges Publikum. Ich habe kein Mikrophon. Was ich sagen muss, ist wichtig für das Gelingen der Veranstaltung. Denn werde ich nicht gehört, wird es das totale Chaos entstehen. Weil ich weiß, dass ich diese vielen Menschen niemals werde übertönen können, warte ich darum (scheinbar) ruhig ab. Und es wirkt wie nichts anders zuvor. Die Schüler sind tatsächlich alle ruhig, als ich beginne zu sprechen. Die letzten werden von ihren Nachbarn per Ellenbogencheck zum Zuhören aufgefordert. Die Veranstaltung kann wie erhofft ablaufen.

Damals blieb mir nichts anderes übrig. Die Methode hat seitdem IMMER funktioniert und lässt alle, die sie anwenden, herrlich souverän wirken.

Auch in Meetings und auch bei Wortbeiträgen sollten Sie niemals sprechen, bevor Sie nicht ausreichende Aufmerksamkeit erhalten. Die Stille, die durch Ihr Abwarten entsteht, ist lauter als alles andere, das Sie tun könnten.

Im Rhetorik-Bootcamp üben wir diesen und andere Kniffe, damit Sie sich sicher fühlen und souverän wirken.

Bewusstes Lernen – das Topgun-Prinzip

Bewusstes Lernen verspricht: Mit entsprechendem Einsatz und guter Anleitung kann jeder alles lernen. Durch Bewusstes Lernen kann jeder und jede ein wirklich guter Redner werden.

Oft ist schon weitaus mehr Können vorhanden, als Sie sich vorstellen können. Sie sind kein Anfänger – auch wenn Sie es glauben. Sprechen sie nicht jeden Tag – und regemäßig – mehr zu anderen als zu sich selbst?

Wieder einmal höre ich „Ich habe halt kein Talent“ und möchte weinen. Wie so oft ist es der letzte Satz einer kleinen Ansprache, in der mir erklärt wird, „Ich kann einfach nicht reden. Ich bin zu doof dafür.“ Dabei ist die Mini-Rede rhetorisch gut durchdacht und strukturiert. Sie wird flüssig und mit Nachdruck vorgetragen. Mimik und Gestik sind passend und ausdrucksstark, die Gedanken sind klar formuliert und scheinbar schlüssig.

Ich denke während der gelungenen Rede nur an all die Möglichkeiten, die mein Gegenüber verpasst hat, weil er diesem dummen Aberglauben aufgesessen ist.

Wenn Sie besser wissen wollen, wie gut Sie aktuell reden – holen Sie sich Feedback.

Talent wird überschätzt

K. Anders Ericsson, der weltweit wichtigste Forscher zum Thema Exzellenz*, sagt sogar: „Talent existiert nicht“. Ob man das glaubt oder nicht, ist egal. Schon ein einzelnes Rhetorik-Seminar kann viel bewirken.

Wieso sind manche so beneidenswert gut in dem was sie tun? Wieso gibt es auf jedem Gebiet Könner, Experten und Menschen, die ein maximal mittleres Leistungsplateau erreichen und dann nicht darüber hinaus kommen (können)? Ericssons Antwort ist erst einmal ganz einfach: „Meisterliche Leistungen entstehen durch Bewusstes Lernen“.

Ericsson selbst benutzt die Worte „Deliberate Practice“. Sie wurden mit „Bewusstes Lernen“ übersetzt. Eigentlich müsste es „Tun“ heissen, weil es tatsächlich mindestens so viel ums Tun geht wie ums Begreifen.

Ein ganz wesentlicher Teil des Bewussten Lernens besteht aus Lernen von den Besten. Dieser Teil der Methode ist nicht bahnbrechend neu. Bewusstes Lernen legt aber detailliert fest, wie und mit welchem Ziel dies geschieht.

Ziel ist nicht die einfache Nachahmung der Besten. Ziel des Bewussten Lernens ist statt dessen die Verinnerlichung von sogenannten Mental Representations.

Mental Representations

Bewusstes Lernen soll dazu führen, dass der Übende eine genaue Vorstellung davon hat, wie „es richtig geht“. Er soll sich zukünftig mit Übungen und Methoden diesen Idealvorstellungen Schritt für Schritt annähern. Das gilt nicht nur für das Ganze, sondern genauso für einzelne Details

„Mental representations“ sind Einstellungen, Verhaltensmuster, und Zielvorstellungen, die man Experten abschaut und verinnerlicht. Sie können auch neu entwickelt werden. Lernwillige und Expert*innen richten danach ihre Übungen und ihr tägliches Tun aus.

Nutzen von Mental Representations

Der Nutzen ist ganz einfach erklärt: Je besser Mental  Representations verinnerlicht werden, desto gezielter kann man das eigene Handeln darauf ausrichten und eine Abweichung vom Ideal korrigieren. Man fährt beinahe auf Autopilot. Je besser die Mental Representations sind, desto eher kann auch in neuen Situationen adäquat reagiert werden. Neue Situationen zerlegen sich quasi automatisch in Sequenzen, von denen dann ein großer Teil mit den vorhandenen Mental Representations bewältigt werden kann. Je mehr und je detailliertere Mental Representations zur Verfügung stehen, desto schneller und passender werden die Reaktionen ausfallen.

Michael Phelps

Bestes Beispiel für diese Form des Vorgehen ist der US-amerikanischen Schwimmers Michael Phelps. Bei seinem Weltrekord und Olympiasieg 2008 über die 200 Meter Schmetterling musste er die letzten 100 Meter blind schwimmen, weil sich seine Schwimmbrille mit Wasser füllte. Alle Schwimmer fürchten diese Situation. Doch die wenigsten gehen das Problem an. Phelps dagegen hatte Methoden für den Umgang mit solchen Situationen entwickelt und derart verinnerlich, dass er den Rekord trotzdem noch schwimmen konnte.

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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=Htw780vHH0o

Phelps, bereitete sich durch Schwimmen mit einer geschwärzten Schwimmbrille, Zählen seiner Schwimmzüge und Imagination der Situation vor. Er war damit exzellent gerüstet. Die sechste von acht Goldemdallien bei dieser Olympiade erreichte er so nicht ganz mit der geplanten Zeit. Aber selbst Franziska van Almsick, die das Rennen kommentierte, machte keinen Unterschied in seinem Schwimmstil aus.

Wie wird Bewusstes Lernen angewendet?

Bewusstes Lernen ist extrem strukturiert, anstrengend und permanent auf Verbesserung der Leistungsfähigkeit ausgerichtet.** Die Zusammenarbeit mit mir ist fordernd. Mein Feedback zeichnet sich durch Klarheit und Ehrlichkeit aus. Es gibt immer noch einen Tipp, mit dem Sie noch besser wirken können. In dieser Kombination machen Sie die schnellsten Fortschritte. Das ist das Topgun-Prinzip

Die beste Version von uns selbst

Bewusstes Lernen schult Methoden und spezifische (Teil-)fertigkeiten, legt exakt fest, was genau zu welchem Zweck geübt wird. Stetes Nachjustieren passt die Übungen an den Fortschritt an. So entsteht ein koninuierlicher Prozess. Was nicht zu einer Leistungsverbesserung führt, wird aufgegeben und durch Neues ersetzt. Veränderung wird nur erreicht, wenn spezifische Reize gesetzt und regelmäßig Feedback zum Fortschritt eingeholt wird.

Ich bin fest davon überzeugt und habe es auch schon oft miterlebt, dass wirklich jeder gut zu reden lernen kann. Möglich ist es Dank des Prinzips des bewussten Lernens. Der Aufwand hängt ausschließlich von Ihrem Einsatz ab. Ein der besten Redner, die ich je begleiten durfte, war ein extremer Stotterer. Viele waren nur unsicher und die meisten wussten vorher nicht, was Sie tun sollten. Aber dafür bin ich da.

Adressatenorientiert durch LAP-DANCE

Adressatenorientiert zu präsentieren, macht sympathisch. Es verstärkt die Verbindung des Publikums zu uns. Und es vervielfacht dessen Bereitschaft, sich von uns überzeugen zu lassen.

Bitte stellen Sie darum immer (wieder) das Publikum in den Mittelpunkt Ihrer Präsentation. Hörbar. Adressatenorientiert zu sprechen, heißt nicht nur, gute Argumente wirkungsvoll zu präsentieren. Ihre Zuhörer müssen statt dessen bemerken, dass der Vortrag für sie ganz persönlich gehalten wird. Darum sollte jeder Vortrag erkennbar individualisiert sein.

Eine simple, aber kaum planbare Methode ist es, in der Präsentation auf Dinge einzugehen, die kurz zuvor passiert sind. Damit weisen Sie auf etwas hin, dass das Publikum und Sie gemeinsam erlebt haben. Sie können z.B. auf die Vorreden Bezug nehmen. Das verlangt Ihnen aber viel ab. Das muss nicht sein. Es geht auch viel, viel leichter.

Kommen Sie Ihrem Publikum einfach aufreizend nahe mit einem LAP-DANCE. Damit werden selbst Standardreden adressatenorientiert. Das Beste, Sie können den LAP-DANCE leicht vorbereiten.

Die Zauberformel LAP-DANCE übersetzt sich in: Lokalisierung, Aktualisierung und Personalisierung.

Adressatenorientierung durch Lokalisierung

Unter Lokalisierung versteht man das Herstellen eines regionalen Bezugs. Erwähnen Sie den Ort, an dem Sie sprechen.  „In diesem Saal…“, „In hunderten Räumen, die genauso aussehen wie dieser hier, jede Woche…“. Sagen Sie nicht „in Bogenhausen“, sondern „nur 3 km von hier, in Bogenhausen“. Oder sagen Sie „Herzlich willkommen in Bayreuth. Wer Bayreuth denkt, denkt Wagner. So wie Wagner die Musik revolutionierte, so wird KI …“. Es geht dabei nicht (nur) um räumliche Nähe, sondern um den Bezug zum Ort, an dem Sie sich befinden.

Bitte lokalisieren Sie auch Ihre Metaphern. Am Meer sprechen Sie vielleicht über Schiffe, die in den Hafen einlaufen. In den Bergen würden Sie über Wanderer sprechen, die die schützende Hütte erreichen.

„Wir in Deutschland…“ ist keine Lokalisierung sondern ein Appell an das Gemeinschaftsgefühl, die Gruppenzugehörigkeit vielleicht auch ein Versuch, das Prinzip der sozialen Bewährtheit zu nutzen. Um durch Lokalisierung adressatenorientiert zu sprechen, müssen Sie näher ran.

Aktualisierung

Auch die Aktualisierung stellt einen Bezug zwischen Ihrem Thema und dem Publikum her. Die Aktualisierung bezieht den Zeitpunkt der Rede auf ein anderes, zum Redethema passendes Ereignis. „Jetzt, um zwölf Uhr wird in Brüssel entschieden…“ „Erst gestern…“ „Heute beim Frühstück…“ „Wenn morgen…“ „In der Türkei passiert gerade das Gleiche…“ So sagen Sie: „wir sitzen alle in einem Boot“. „Dieses Thema ist jetzt aktuell.“ Sie machen so außerdem klar, dass Sie auf der Höhe der Zeit sind. Zusätzlich können Sie so leicht den Zusammenhang zwischen Ihrer Präsentation und einem anderen, für Ihr Ziel günstigen Ereignis herstellen.

Achten Sie auch hier darauf, passende Metaphern zu wählen: Nutzen Sie im Winter nicht ein Sommergewitter, sondern einen Schneesturm. Sprechen Sie im Hochsommer nicht vom Winter- sondern lieber vom Wassersport.

Machen Sie es den Gehirnen Ihrer Zuhörer leicht, bei Ihnen zu bleiben. Adressatenorientierung betrifft jeden Punkt Ihrer Rede. Sie können gern meine Checkliste zur Adressatenorientierung benutzen.

Personalisierung

Werden Sie persönlich! Bei der adressatenorientierten Personalisierung geht es darum, die Zuhörer bei der Begrüßung und gern auch mitten in der Präsentation direkt anzusprechen. Dabei nennen Sie entweder einzelne, beliebte und bekannte Gruppenmitglieder oder Gruppierungen oder die Gruppe als Ganzes: „Sie selbst, Frau…“, „Ihr, als Gewerkschaftsführer und Gewerkschaftsführerinnen…“, „Echte Aficionados wie Sie…“.

Wenn Sie keine eigenen Erlebnisse erzählen, erzählen Sie die Geschichten Ihrer Zuhörer. Solange Sie sich nicht zur Anonymität verpflichtet fühlen, sagen Sie wer die Geschichte erlebt hat und zeigen Sie, wo diese Person im Publikum sitzt.

Nicht jede Begrüßung ist gleich eine Personalisierung. Lieblos vorgetragene Namen und Gruppenbezeichnungen reichen nicht aus! Werden Sie statt dessen kreativ! Ihre IT hat sicher nichts dagegen, „Heimliche Herrscher über die Arbeitplätze“ genannt zu werden. Schon so ein klitzekleiner Kniff hebt Ihre Präsentation von allen anderen ab.

Standardpräsentationen adressatenorientiert aufpeppen

Nutzen Sie Lokalisierung, Aktualisierung und Personalisierung um Ihre Reden und Präsentationen aufzupeppen. Die täglichen Reden im Wahlkampf z.B. wären anders gar nicht zu bewältigen.

In der Geschäftswelt sind diese Techniken noch viel zu wenig bekannt. Sie sollten sie ruhig auch bei Präsentationen nutzen, die nur einmal gehalten werden. Denn Salz gehört schließlich auch an jedes Gericht (inklusive Margaritas).

Im der Rhetorik-Masterclass vermittle ich noch weitere solcher arbeitserleichternden und wirksamen Techniken.

*Alterozentriert: Das Gegenüber in den Mittelpunkt stellen