Der Vergleich

Kaum etwas ist so mächtig wie ein gut gewählter Vergleich. Vergleiche arbeiten direkt im Kopf der Zuhörer und brennen Bilder ins Hirn. Bitte nutzen Sie darum Vergleiche nur, wenn Sie wollen, dass Ihr Gegenüber die Dinge so sieht wie Sie. Wichtig ist, den „Angriffspunkt“ genau zu treffen. Welchen Aspekt wollen Sie definieren? Was sollen die Zuhörer darüber denken? Welche weiteren Einschätzungen wollen Sie transportieren.

Hier Beispiele für gegenteilige Eindrücke je nach gewähltem Vergleich.

  • Das ist so erfolgversprechend wie sein T-Bone-Steak von einem Berner Sennhund bewachen zu lassen.
  • Das ist so erfolgversprechend wie sein T-Bone-Steak von einer Hyäne bewachen zu lassen.
  • Das ist so erfolgversprechend wie ein Fässchen Rum von einem Berner Sennhund bewachen zu lassen.
  • Sie war ungestüm wie ein Wirbelwind.
  • Sie war so wild wie ein Tsunami.

Was ist ein Vergleich?

Vergleiche setzen Dinge in Beziehung zueinander. Die Dimension bezüglich derer die Gleichheit oder Ungleichheit der zu vergleichenden Objekte (A und B) gemessen wird, ist das „Tertium comperationis“. Es ist die Maßeinheit der Ähnlichkeit der beiden verglichenen Objekte. (In den folgenden Beispielen sind das Größe, Gewicht und XXX.)

  • A ist so groß wie B.
  • A ist fünf kg schwerer als B.
  • A hat genauso eine XXX wie B.

Wobei hilft ein Vergleich?

Man nutzt Vergleiche, damit das zuerst genannte Objekt in Bezug auf eine bestimmte Dimension besser eingeschätzt werden kann. Dies geschieht entweder in Bezug auf die Änlichkeit der beiden oder den Kontrast zwischen den beiden Objekten. Die verglichene Eigenschaft wird eindringlich veranschaulicht.  Bsp.: Haare (erstes Objekt) so schwarz (verglichene Eigenschaft) wie Ebenholz (Veranschaulichung).

Vor jeder Entscheidung steht die Beurteilung der Optionen. In der Mehrzahl der Fälle stellt das Publikum dazu ganz automatisch und oft unbewusst Vergleiche an. Wenn Sie Ihren Zuhörern den Vergleich und damit das Vergleichsobjekt selbst an die Hand geben, haben Sie großen Einfluss darauf, wie das Urteil ausfällt.

Durch die Wahl des Objekts der Veranschaulichung können Sie Humor, Bildung und Sachkunde beweisen. Darum sein Sie bitte kreativ und innovativ. Dann wird aus dem oft langweiligen Vergleich eine richtig tolle Sache.

Sie können implizit sehr viel aussagen. (s.o. Berner Sennhund gegen Hyäne.) Die Flüchtlingslawine ist eben nicht nur riesig, wir sind ihr außerdem hilflos ausgeliefert.

Meine Lieblingsvergleiche

  • so sinnvoll wie eine Landkarte im Maßstab 1:1
  • so schnell wie eine gelähmte Schnecke am Stock
  • so schlau wie ein Meter Feldweg

Verfälschende Vergleiche

Sie wollen manipulieren? Dann müssen Sie nur das Objekt, mit dem verglichen wird, geschickt auswählen.

Hier ein weiteres Beispiel: Sie hatte Lippen so rot wie Erdbeeren. / Ihre Lippen waren so rot wie Schweineblut. / Ihre Lippen waren so rot wie das Coca-Cola Logo. Wir sind uns einig, dass es sich hier um drei ganz verschiedene Frauen handelt? Und dass der Autor nicht alle gleich schätzt?

Die weiteren Eigenschaften des verdeutlichenden Objekts übertragen sich auch dann, wenn sie nichts zum eigentlichen Vergleich beitragen.

Verunglückte Vergleiche

Bestimmte Vergleiche sind tabu. In Deutschland sind das z.B. alle Vergleiche, die irgendeinen Aspekt der nationalsozialistischen Herrschaft zur Verdeutlichung von Leistung nutzen. Der Blitzkrieg mag in Japan bewundert werden, hier nicht.

Ähnliche Stilmittel

Metapher, Synkedoche, Meonymie, Analogie, Parallelismus und Gleichnis

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