Was kann Branding leisten?

Aufgabe des Personal Branding ist es, Ihre wertvollsten Seiten ins rechte Licht zu rücken. Auch ein Diamant braucht eine meisterliche Fassung, um seine ganze Brillianz zu zeigen. Ein gelungenes Branding gibt Ihnen diese Fassung und Ihren ganz individuellen, vielleicht auch aufsehenerregenden Schliff.

Sie entscheiden, welche Ihrer Facetten Sie betonen möchten. Gemeinsam erarbeiten wir, wie Sie das erreichen können.

Wie können Sie das Branding vorbereiten?

Bevor Sie sich branden „lassen“, entscheiden Sie bitte genau, wofür sie sich branden lassen möchten. Legen Sie noch nicht fest, wie Sie wirken möchten. Überlegen Sie statt dessen genau, wobei Ihnen das Branding helfen soll. Wofür möchten Sie bekannt sein? Wie soll man Sie nennen? Welches Ziel wollen Sie erreichen?

Definieren Sie drei Eigenschaften, die Sie dabei gern verkörpern würden. Jede Rolle kann sehr unterschiedlich geprägt werden. Ihre „Lieblings“- Eigenschaften machen Sie unverwechselbar. Auch wenn Sie „dasselbe“ anbieten wie „alle anderen“.

Vorurteile neu bewerten

Wie oft haben Sie schon gedacht: „Ich will nicht in eine Schublade gesteckt werden“? Lassen Sie es bitte sein. Sie wollen in eine Schublade gesteckt werden! Nur die Richtige muss es sein. Vorurteile und Verhaltensmuster sind das Material, mit dem Branding arbeitet.

Wenn Sie Ihren Besuch meines Branding Seminars oder Einzelcoachings so vorbereiten, werden Sie viel mehr davon haben. Je genauer ich das Ziel kenne, auf das Sie hinarbeiten möchten, desto zielführender können meine Hinweise sein.

Wie wird das Personal Branding konkret umgesetzt?

Wenn Sie z.B. sympathischer wirken möchten, dann gibt es dazu ganz verschiedene Wege:

  • Ähnlichkeitkeit
  • Freundlichkeit
  • Schönheit
  • Virilität

Warum hat sich Christoph Lindner ein Beispiel an Jürgen Klopp genommen und sich Haare transplantieren lassen? Auch, weil Virilität auf Sympathie einzahlt

Nun werden Sie vielleicht sagen, „Natürlich will ich sympathisch wirken! Das ist doch selbstverständlich.“ Falsch. Ein Brand wird komponiert. Sympathie und Kompetenz können sich z.B. gegenseitig in ihrer Wirkung behindern. Ein gutes Branding berücksichtigt diese Zusammenhänge. Ausserdem wäre Sympathie als Hauptmerkmal in den meisten Tätigkeitsfeldern zu austauschbar. Für einen guten Personal Brand braucht es mehr. Darum ist Ihre genaue Zieldefinition so wichtig.

Kennzeichen eines gelungenen Personal Brandings

Ein gutes Personal Branding stülpt Ihnen nichts über. Sie sind schließlich kein Schmiedeeisen, das man mit Hitze und vielen präzisen Schlägen in jede beliebige Form bekommt. Sie sind lebendig und müssen sie selbst bleiben.

Innerhalb Ihres Personal Brands müssen Sie wachsen können. Ein Personal Brand muss zukunftsfähig sein.

Ein gutes Personal Branding macht zukünftige Enscheidungen leichter. Sie können jede Ihrer Entscheidungen daran messen, ob sie den Brand unterstützen oder zum Branding passen. Das macht manches einfacher.

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg auf Ihrer Reise zum und mit Ihrem Personal Brand. Ein gelungener Personal Brand ist wie ein Leuchtturm. Wenn das Fundament solide ist, kann man hoch darauf bauen und in der Folge das Licht weit strahlen. Solch ein Leuchtturm übersteht auch manchen Sturm. Das wünsche ich Ihnen für Ihre Zukunft

Wie kann ich sympathisch wirken?

Sympathisch zu wirken ist eine der Grundvoraussetzung, damit man uns vertraut. Und weil Vertrauen die Grundvoraussetzung für Überzeugung ist, lohnt es sich in Sympathie zu investieren.

Warum wirken manche Menschen sympathisch?

Wie kommt eine sympathische Wirkung zustande? Es gibt dafür vier klare Kriterien:

  1. Ähnlichkeit
  2. Freundlichkeit
  3. Schönheit
  4. Virilität

Ähnlichkeit

Ähnlichkeit ist einer der Haupttreiber für Sympathie. Warum, ist leicht erklärt. Menschen weichen nämlich generell der Anstrengung aus und suchen nach Leichtigkeit

  1. Ähnlichkeit verspricht weniger Anstrengung – es ist leichter bekannten als neuen Mustern zu folgen.
  2. Ähnlichkeit suggeriert besseres Verstehen, was ebenfalls wieder zu Leichtigkeit führt.
  3. Nicht zuletzt führt Ähnlichkeit – scheinbar – zu Vorhersehbarkeit, was uns wiederum Sicherheit suggeriert. Nicht auf der Hut sein zu müssen, ist viel weniger anstrengend als auf jedes und alles achten zu müssen
  4. Es fällt uns leicht, Menschen zu trauen, die uns ähnlich sind. Wenn ich vertraue, muss ich nicht auf der Hut sein. Auch deshalb halten wir den Umgang mit sympatischen Menschen für einfacher.
  5. Was genau können Sie also tun um (noch) sympathischer zu wirken? Ähnlichkeit ensteht durch Gemeinsamkeiten. Betonen Sie darum Gemeinsamkeiten. Sie haben dabei die folgenden Optionen:

Gemeinsamkeiten bezogen auf Herkunft und Biographie

Betonen Sie Gemeinsamkeiten zwischen sich und den anderen. Haben Sie vielleicht an derselben Universität studiert, Ihre Kinder zur selben Zeit bekommen, denselben Trainer? Haben ihre Eltern ähnlich gelebt?

Sie könnten solche Gemeinsamkeiten auch bewusst herstellen. So etwas ist oft zu beobachten, wenn geübte Redner eine Rede mehrfach halten. Sie benutzen den LAP-Dance (Lokalisierung, Aktualisierung und Personalisierung), um eine Rede auf die Situation vor Ort anzupassen. Dabei zeigen sie, welchen persönlichen Bezug sie selbst oder ihnen nahestehende Personen zum Ort, dem Anlass oder den handelnden Personen haben.

Gemeinsamkeiten in der Kleidung

Für Ihre Kleidung gilt: Verbiegen Sie sich nicht – aber passen Sie sich an. Wer im Frack zu einem Fußballturnier geht, macht einen Fehler. Wer als Banker im Gespräch mit Obdachlosen im Jogginganzug rumlümmelt, auch. Passen Sie sich an, ohne sich zu verkleiden. Am besten lernen Sie die Dresscoderegeln und zeitgemäßes Styling.

Gemeinsamkeiten in der Sprache

Achten Sie darauf, Ihre Sprache der Ihres Publikums anzupassen. Es geht dabei nicht nur um das Sprachniveau, d.h. Ihr Vokabular oder die Verwendung von Fremdworten. Es geht genauso um Sprechtempo, Sprachfärbung und Lautstärke. Es ist z.B. sehr anstrengend, jemandem zuzuhören, der sehr viel schneller oder langsamer spricht als man selbst. Zu leises und zu lautes Sprechen machen auch nicht sympathisch. Machen Sie es Ihren Zuhörern leicht. Diese Leichtigkeit übersetzt sich direkt in Sympathie.

Darum ist ein selten genannter aber einfacher Kniff um sympathischer zu wirken der kurze bzw. leicht verständliche Satz.

Gemeinsamkeiten in der Haltung

Kirchgang, Twitternutzung, politische Einstellung. All das kann Ihre Sympathiewerte erhöhen. Schließlich möchte unser Publikum, dass wir seine Werte teilen. Meist werde Werte nur als Mittel der Differenzierung betrachtet. Ich halte es für noch viel wichtiger, diesbezügliche Gemeinsamkeiten herauszustellen. Früher wurden gemeinsame Werte als gegeben vorausgesetzt. Davon können wir heute nicht mehr ausgehen.

Gemeinsamkeiten im Lebensstil

Sie spielen Golf, tragen eine Rolex, fahren kein Auto. Reden Sie darüber, wenn es passt.

Nicht perfekt sein

Perfektion ist ein direkter Vorwurf an jeden, der nicht perfekt ist. Darum versuchen Sie bitte gar nicht erst perfekt zu sein. Wenn Sie vertrauenswürdiger erscheinen möchten, ist es sogar strategisch ratsam, einzelne Fehler und Schwächen von sich aus und grundlos zuzugeben.

Spiegeln

Ganz unwillkürlich imitieren wir Menschen, die uns sympathisch sind. Diesen Prozess dürfen Sie natürlich auch bewusst nutzen. Spiegeln Sie Ihr Gegenüber. (im gleichen Rhythmus atmen, gleiche Haltung, Kleidung, Sprachmuster usw.) Ihr Gegenüber weiß dann nicht, ob er selbst Sie unbewusst imitiert hat oder ob Sie aktiv etwas getan haben, um diesen (falschen) Eindruck zu erzeugen. Da unser Gehirn für das Denken der zweiten Option zu faul ist, geht es davon aus, dass Sie sympathisch sind. Damit die Wirkung nicht ins Gegenteil umschlägt, kommt es auf das richtige Maß an.

Freundlichkeit

Freundliche Menschen wirken sehr sympathisch.

LMAA war früher eine schwere Beleidigung. Ab sofort steht es bitte für „Lächle mehr als Andere!“. Was Sie sonst noch alles tun können, damit man Ihre Freundlichkeit sieht:

  • freundliches Lächeln, gern auch mal grundlos
  • Hilfsbereitschaft – ohne sich zum Fußabtreter zu machen
  • Nähe suchen – z.B. nach der Arbeit mit Kollegen ausgehen, um Hilfe bitten
  • „Bitte“ und „Danke“ sagen
  • gelungene Komplimente machen – denn dagegen sind Deutsche fast wehrlos. Und wie ich mal sagte: „Solange man nicht lügt, ist alles erlaubt. Sie müssen Ihre Komplimente im Übrigen nicht beim Notar beeiden lassen.“
  • beim Namen nennen – Ein Zeichen von Respekt (ich habe Dich wahrgenommen) und ein ganz einfaches Kompliment ist es, das Gegenüber mit dem Namen anzusprechen. Doch bitte übertreiben Sie es nicht. Mancher Vertrieb wurde so gedrillt, dass man sich wünschte, man hätte keinen Namen.
  • grüßen – grüßen – grüßen Sie „alles, was sich bewegt“.

Freundliches Verhalten tut jedem gut. Versuchen Sie – besonders in schwierigen Situationen und an schlechten Tagen – Ihren Partner*innen ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern. Es wird Ihnen vielfach zurückgezahlt werden. Schließlich gilt:  „Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es heraus“.

Ganz subtil

Sorgen Sie dafür, dass Ihre Besucher*innen, Partner*innen und Gäste sich wohlfühlen. Waschen Sie sich z.B. kurz vor einem Termin die Hände mit warmem Wasser. So haben Sie bei der Begüßung einen warmen Händedruck.

Lassen Sie Ihre Besucher*innen möglichst nicht hart sitzen. Geben Sie ihnen immer ein warmes Getränk. Am liebsten in den stoffummantelten Bechern und Tassen der Kahla AG*. Weichheit macht sanft und weniger wachsam.

Fun Fact

Wenn Sie statt der Becher echte Porzellantassen mit zierlichen Henkeln nutzen, werden Ihre Äusserungen und die Ihrer Partner*innen automatisch präziser werden. Form follows function.

Sie wollen noch mehr ganz praktische Tipps und Kniffe lernen? Dann kommen Sie auch ins Rhetorik-Bootcamp, in die Rhetorik-Masterclass, oder zu Schwierige Gespräche erfolgreich führen.

Offene Körpersprache

Wir machen uns innerhalb von Millisekunden ein Bild von unserem Gegenüber. Meist noch bevor das erste Wort gefallen ist. Darum ist Ihre Körpersprache so wichtig.

Wenden Sie sich Ihrem Partner*in zu, zeigen Sie eine möglichst offene Körperhaltung, gern auch oft die Handinnenflächen. Wenn Sie sich nicht im Konflikt befinden, kann der Nase-Nabel-Kontakt hilfreich sein.

Hände, Augen und Augenbrauen müssen immer sichtbar sein. Nur so kann Ihr Gegenüber alle wichtigen Signale wahrnehmen. Dies ist sehr wichtig, denn wer etwas versteckt, dem kann man nicht trauen.

Während Sie zuhören, ist Blickkontakt (in unserem Kulturkreis) Pflicht! Sie könnten ausserdem nicken und lächeln. Am Telefon ersetzt ein mmh oder ach so und ja diese Signale

Berührungen

Kleine Berührungen stehen für Vertrautheit und Freundschaft. Berühren Sie kurz den Oberarm (seitlich), Ellenbogen oder Unterarm Ihrer Gesprächspartner*in. Die Sympathie zwischen Ihnen beiden wird unmittelbar steigen. Kellner erhalten für so ein Manöver etwa 60% mehr Trinkgeld**. Wenn Sie sich im Umgang mit Berührungen unsicher fühlen oder wenn es sich um eine Partner*in des anderen Geschlechts handelt, gehen Sie lieber nach dem Motto „weniger ist mehr“ vor.

Machen Sie sich miteinander vertraut

Nur wenn ein Gespräch die Regionen des belanglosen Smalltalks verlässt, kann Sympathie wachsen. Das Teilen kleiner Geheimnisse, festigt die Beziehung ebenso wie das Zeigen (kleiner) Schwächen. Gemeinsames Lachen oder gemeinsame Erlebnisse – beides stärkt die Beziehung zwischen zwei Menschen. Zu Ihren Schwächen zu stehen, lässt das Vertrauen Ihrer Gesprächspartner*in wachsen.

Vielleicht finden Sie auch einen gemeinsamen „Gegner“. Nichts lässt so schnell ein „Wir-Gefühl“ und damit eine hohe Sympathie entstehen. Aber übertreiben Sie es nicht – über andere herzuziehen, macht unsympathisch

Bitten Sie um einen kleinen Gefallen!

Sie wollen Sympathien festigen? Dann bitten Sie die betreffende Person einfach um einen (kleinen) Gefallen. Das in sie gesetzte Vertrauen und der Glaube an seine Fähigkeiten schmeichelt Ihrem Partner*in. Viel besser: Wenn wir einem Menschen einen Gefallen erbringen, schließt das Gehirn ganz „logisch“: Ich muss ihn/sie mögen, sonst würde ich ihm/ihr keinen Gefallen tun. Also bekommen Sie nicht nur Ihren Wunsch erfüllt sondern auch mehr Sympathie. Aber Vorsicht. Sie müssen im Gegenzug auch gefällig sein.

Schönheit

Tatsächlich gehört zur Schönheit vieles:

  • gute Körperpflege
  • gesunde Zähne, Haut und Haare
  • Ihre guten Seiten betonende Kleidung. Versuchen Sie einmal Ihre Haar- und / oder Augenfarbe in Ihrer Kleidung zu wiederholen. Das wirkt wahre Wunder.
  • gepflegte Kleidung und Schuhe
  • schmeichelnde Accessoires
  • ein schöner Arbeitsplatz
  • alles um Sie herum sollte wertig sein. Die Wertigkeit Ihres Umfelds erhöht Ihren Wert. Gute Stoffe z.B. wirken einfach besser und sind schöner. Wertig ist nicht gleich teuer.

Virilität

Das Wort Virilität kommt aus dem Lateinischen von vir – der Mann. Virilität im engeren Sinn bedeutet heute Zeugungsfähigkeit. Somit geht es bei diesem Aspekt um Jugendlichkeit, Gesundheit, Fitness. Darum springen manche Redner so gern auf die Bühne. Fürs Erste würde es reichen, Haltung zu zeigen: Schultern zurück und das Brustbein strahlen lassen. Selbst auszuschlafen kann Sie sympathischer machen, denn es verhindert Augenringe.

Wann ist zu viel Sympathie schädlich?

Die meisten Teilnehmer*innen meines Branding Seminars: Wie wirke ich auf andere?, wollen gern (noch) sympathischer wirken. Manchmal lohnt es sich aber, ganz bewusst nicht (noch) sympathischer wirken zu wollen. Denn Sympathie und Kompetenz schließen sich manchmal gegenseitig aus. Zu sympathisch zu wirken kann das Maß an Kompetenz und Führungsstärke, das man Ihnen zuschreibt, mindern. Dies gilt ganz besonders für Frauen.

Wird zu offensichtlich um Sympathie gebuhlt, wird das als Anbiederung verstanden.

*nach den neuesten Regeln muss ich diesen Link als Werbung kennzeichnen, auch wenn ich keinen Vertrag mit Kahla habe und nichts daran verdiene.

** Richard Wisemann: Wie Sie in 60 Sekunden Ihr Leben verändern.

Personal Branding

„Wie werde ich bekannt? Was kann ich tun, um erinnerungswürdiger zu sein? Wie falle ich positiv auf? Was muss ich tun, damit dass Journalisten auf mich aufmerksam werden? Wie komme ich in die Medien?“ Diese Fragen stelle ich mir als neugwählte Abgeordnete und finde eine erste Antwort für mich. Ich will die Frau sein, die man zu einem bestimmten Thema immer fragt. Ich will eine Marke werden. Ich nenne das damals aber noch nicht so.

Die Macht der Vorurteile führt mir mein Wahlkampf für das Abgeordnetenhaus im heissen Sommer 1999 klar vor Augen. Jung, weiblich und gut angezogen zu sein, sichert mir immer einen extrem freundlichen Empfang beim Haustürwahlkampf. Dafür reicht es sogar 2001. Meine Helfer meinen, an meinen Türen könnte man glauben, dass wir die Wahl gewinnen. Am Wahltag schneidet die CDU 17% schlechter ab als 1999.

1999, nach meiner Wahl, fand ich niemanden, der mir meine Fragen beantwortet hätte. Man schien sich eher zu wundern, dass ich diese Fragen stellte. Ich wollte nichts über klassische PR lernen. Ich wollte wissen, wie ich mich präsentieren sollte, um bekannt zu werden. Ich wollte analysieren, welche Rolle „noch frei“ war. Ich wollte wissen welcher Typus vielleicht gesucht wurde. Doch damals hat niemand meine Fragen verstanden. Das wäre heute ganz anders. 1997 wurde das Konzept des Personal Brandings in einer Amerikanischen Zeitschrift von Tom Peters erstmals vorgestellt. Bis seine Idee nach Deutschland vordrang, war es für mich als Politikerin zu spät. 2001 war mein Wahlkreis einfach nicht zu gewinnen.

Geschichte des Brandings

Früher, bevor das Konzept bekannt war, entstanden Personal Brands eher zufällig. Eine Person fiehl auf. Sie passte (damit) zusätzlich in ein Schema und trat danach konsistent immer wieder ähnlich auf. Die Marke ergab sich im Laufe der Zeit ganz von allein, quasi zufällig aus der Wiederholung bestimmter Signale. Damals waren Marken ein Nebenprodukt des Wirkens der Personen.

Oft wird und wurde die Markenbildung von einem optischen Signal begleitet, das zum Markenzeichen wird. Darum waren die Beatles lang als Pilzköpfe bekannt. Udo Lindenberg kennen die allermeisten nur mit Hut.

Die Raute, die Angela Merkel zu Beginn Ihrer Karriere sicher nicht aus Gründen des Personal Brandings zeigte, ist inzwischen fast ikonisch zu nennen. Sie steht für Angela Merkel wie der Stern für Mercedes.

Franz-Josef Strauss wurde (vielleicht auch wegen seiner auffälligen Figur) zu einer starken Personenmarke. Ganz im Gegensatz zu Helmut Kohl, der körperlich und von seinen Erfolgen her sicherlich genauso beeindruckend, aber lange Zeit eine viel schwächere Marke war. Wahrscheinlich, weil er viel weniger polarisierte. Aufzufallen, d.h. in der Öffentlichkeit zu stehen, ist Grundbedingung, damit ein Personal Brand entstehen kann.

John McEnroe wurde bekannter als erfolgreichere Tennisspieler, weil er auf dem Platz immer wieder Unruhe stiftete. Er war aber auch wegen seiner Haare einer der auffälligeren Spieler.

Wer in der Öffentlichkeit sehr penerant immer dasselbe tut und dabei auffällt (vom Mainstream abweicht!), hat gute Chancen zu einer Marke zu werden.

Heute wird dieser Prozess bewusst angestoßen. Es wird versucht, die Marke zu komponieren. Die Markenbildung soll direkt beeinflusst werden, um den Prozess zu beschleunigen. Es wird versucht, bestimmte, wertvolle Eigenschaften zu betonen oder zuzuschreiben. Das passiert bei der zufallsgesteuerten Markenbildung eher nicht. Im Zeitalter von Social Media und Influencer Marketing ist aber schon die Bekanntheit an sich ein Wert.

Was können Sie tun, um eine starke Marke zu werden

Um eine Marke zu werden, soll man sich aber nicht verbiegen. Denn das hält man nicht lange genug durch. Impression Management muss konsistent durchgehalten werden. Man soll lieber die Eigenschaften, die sowieso schon da sind, klarer zutage treten lassen. Sie werden komplettiert und abgerundet, um ein schlüssiges eindringliches Bild entstehen zu lassen. Wer moderne Politik macht, sollte auch modern aussehen. Wer Jugendlichkeit ausstrahlen will, lässt sich als Mann auch schon mal die Geheimratsecken mit Haar auffüllen. Je kongruenter die Signale, die eine Person mit Ihrem Aussehen, Auftreten und Handeln aussendet, sind, desto wirksamer ist das Personal Branding.

Personal Branding – die Bildung einer Personenmarke und Impression Management sind heute eingeführte Fachbegriffe.

Ich habe seit 1999 sehr viel über Personal Branding gelernt. Seit 2003 gebe ich regelmäßig Branding-Seminare für die Konrad-Adenauer-Stiftung.