Adressatenorientierung

Adressatenorientierung ist doch selbstverständlich – glaubt man. Aber haben Sie schon daran gedacht, dass eine Präsentation um 10 Uhr eventuell ganz anders sein muss als eine um 20 Uhr? (…wenn alle gerade gegessen haben?)

Zeigen Sie, dass Sie verstehen, nach welchen Spielregeln Ihre Zuhörergruppe* arbeitet und was sie braucht. Finden Sie Metaphern und Vergleiche, die wirken. Emotionale Trigger funktionieren nur, wenn sie sich wie Messer ins Zentrum des Erlebens bohren.

Entdecken Sie Haltungen und Einstellungen Ihres Publikums. Meine Checkliste Adressatenorientierung hilft dabei. 

Adressatenorientierung unterwirft

jeden Aspekt der Präsentation einer Prüfung. Jede Gruppe hat ihre eigenen (Denk-) Gewohnheiten, Eigenheiten und Einstellungen. Für eine wirklich adressatenorientierte Präsentation muss der Fokus sehr weit gewählt werden, damit Ihnen nichts entgeht. Wenn z.B. das Datum Ihrer Präsentation für Ihre Zuhörer ein besonderes ist, sollten Sie das wisen. Hier noch ein paar Beispiele für Klippen beim Thema Adressatenorientierung.

  • Deutschland ist weltberühmt für seine Autos. Trotzem ist Neuwagengeruch bei Menschen unter 40 kein emotionaler Trigger mehr. (Fun Fact: „Zwischengas“ werden die meisten von Ihnen googeln müssen.)
  • Derselbe Sachverhalt bekommt beim Vorstand vielleicht nur drei, in der Fachabteilungsrunde aber 15 oder sogar 45 Minuten. Der Vorstand möchte nur eine Botschaft hören, die Fachabteilung muss grundlegend informiert werden.
  • Fußballmetaphern sind besonders in Deutschland für (fast) jeden verständlich und werden hochgeschätzt. Das kann in einem Schachclub trotzdem ganz anders sein.
  • Wenn jemand Campingurlaub macht, dann hat er beim Thema Service ganz andere Assoziationen als ein Besucher der Robinson Clubs.

Ihr Publikum hat eine Archillesferse. Aber wo?

Ihre Präsentation kommt an, wenn Sie Ihr Pulikum an seinen empfindlichen Stellen treffen. Hagen konnte Siegfried nur töten, weil er wusste, wo das Lindenblatt die Benetzung mit Drachenblut verhindert hatte.

Nehmen Sie Ihr Publikum mit all seinen Eigenschaften richtig unter die Lupe. Richten Sie das Brennglas auf die besonderen Punkte.

Haben Sie schon einmal darüber nachgedacht, dass z.B. jede Alterskohorte durch ganz bestimmte Probleme geprägt wird? Die Babyboomer hatten immer damit zu kämpfen, dass es zu viele von ihnen gab. Die Generation Einzelkind lernt so etwas jetzt erst kennen, denn sie findet für ihre Kinder keine Kindergartenplätze. Entdecken Sie solche Lindenblätter in den Lebensumständen Ihres Publikums.

*Für Reden, die ein Publikum zweiten Grades erreichen, kann (zusätzlich) etwas ganz anderes gelten.

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