Warum ich gerne Kniffe verrate, aber keine Tricks

Ich werde oft  nach Tricks gefragt. Beim Kartenspiel und in der Zauberei sind Tricks gut geübte Sequenzen, mit denen das Gegenüber überlistet wird. Solche Tricks sind das Resultat von Erfindungsgeist und harter Arbeit. Sie funktionieren nur mit viel Übung.

Wenn man mich nach Tricks fragt, dann sollen das Abkürzungen sein. Erleichterungen. Methoden die wie ein Pfuschzettel wirken.

Ich möchte Sie aber dauerhaft fit machen. Sie sollen jederzeit auf jeder Bühne und vor jedem Publikum bestehen können. Nicht nur in einer einmaligen Prüfung, nach dem man das Gelernte getrost vergessen darf.

Tricks als Krückentechniken

Es geht deshalb niemals um „Tricks“ in meinen Kommunikationsseminaren. Solche „Krückentechniken“ versagen immer dann, wenn es ernst wird. Sie versagen auch, wenn etwas ein klein wenig anders läuft als geplant. Ausserdem ist das Laufen mit einer Krücke nur selten elegant. Krückentechniken behindern Sie in Ihrem Wachstum. Sie lassen Sie auf Dauer nicht gut aussehen. Höchstleistungen sind so nicht möglich.

Tricks, die einem helfen sollen, wenn man das eigentlich erforderliche nicht tun mag, nenne ich Krückentechniken. Leider behindern Krückentechniken mehr als sie helfen.

Wir pfuschen nicht in meinen Seminaren. Sie beherrschen im Anschluss Methoden und Kniffe, die tatsächlich funktionieren, die wirken, die Sie sicher machen. Diese Methoden können auf  jede Situation – auch auf die ungeübte – übertragen werden. Schlussendlich trägt so gerüstet jeder „Auftritt“ zu Ihrem Erfolg bei! Hier einige Beispiele für Kniffe:

Sie brauchen eine Lösung für ein spezielles rhetorisches Problem? Sie finden hier im Blog und auch sonst keine Lösung? Dann melden Sie sich einfach bei mir zum Rhetorikchoaching. Auch Stundenweise bin ich gern für Sie da. Eigentlich ist Rhetorik ganz leicht.

PS: Ich träume schon ewig davon irgendwann einmal einen Begriff oder eine Redewendung zu erfinden. Bislang ohne Erfolg. Selbst „Krückentechnik“ gibt es schon.

Bewusstes Lernen – das Topgun-Prinzip

Bewusstes Lernen verspricht: Mit entsprechendem Einsatz und guter Anleitung kann jeder alles lernen.

Aus Erfahrung bin ich zutiefst überzeugt davon, dass durch Bewusstes Lernen jeder und jede ein wirklich guter Redner werden kann.

Oft ist schon weitaus mehr Können vorhanden, als Sie sich vorstellen können. Sie sind kein Anfänger – auch wenn Sie es glauben. Sprechen sie nicht jeden Tag – und regemäßig – mehr zu anderen als zu sich selbst?

Wieder einmal höre ich „Ich habe halt kein Talent“ und möchte weinen. Wie so oft ist es der letzte Satz einer kleinen Ansprache, in der mir erklärt wird, „Ich kann einfach nicht reden. Ich bin zu doof dafür.“ Dabei ist die Mini-Rede rhetorisch gut durchdacht und strukturiert. Sie wird flüssig und mit Nachdruck vorgetragen. Mimik und Gestik sind passend und ausdrucksstark, die Gedanken sind klar formuliert und scheinbar schlüssig.

Ich denke während der gelungenen Rede nur an all die Möglichkeiten, die mein Gegenüber verpasst hat, weil er diesem dummen Aberglauben aufgesessen ist.

Wenn Sie besser wissen wollen, wie gut Sie aktuell reden – holen Sie sich Feedback.

Talent wird überschätzt

K. Anders Ericsson, der weltweit wichtigste Forscher zum Thema Exzellenz*, sagt: „Talent existiert nicht“.

Aber wieso sind manche so beneidenswert gut in dem was sie tun? Wieso gibt es auf jedem Gebiet Könner, Experten und Menschen, die ein maximal mittleres Leistungsplateau erreichen und dann nicht darüber hinaus kommen (können)? Ericssons Antwort ist erst einmal ganz einfach: „Meisterliche Leistungen entstehen durch Bewusstes Lernen“.

Ericsson selbst benutzt die Worte „Deliberate Practice“. Sie wurden mit „Bewusstes Lernen“ übersetzt. Eigentlich müsste es „Tun“ heissen, weil es tatsächlich mindestens so viel ums Tun geht wie ums Begreifen.

Ein ganz wesentlicher Teil des Bewussten Lernens besteht aus Lernen von den Besten. Dieser Teil der Methode ist nicht bahnbrechend neu. Bewusstes Lernen legt aber detailliert fest, wie und mit welchem Ziel dies geschieht.

Ziel ist nicht die einfache Nachahmung der Besten. Ziel des Bewussten Lernens ist statt dessen die Verinnerlichung von sogenannten Mental Representations.

Mental Representations

Bewusstes Lernen soll dazu führen, dass der Übende eine genaue Vorstellung davon hat, wie „es richtig geht“. Er soll sich zukünftig mit Übungen und Methoden diesen Idealvorstellungen Schritt für Schritt annähern. Das gilt nicht nur für das Ganze, sondern genauso für einzelne Details

„Mental representations“ sind Einstellungen, Verhaltensmuster, und Zielvorstellungen, die man Experten abschaut und verinnerlicht. Sie können auch neu entwickelt werden. Lernwillige und ExpertInnen richten danach ihre Übungen und ihr tägliches Tun aus.

Nutzen von Mental Representations

Der Nutzen ist ganz einfach erklärt: Je besser Mental  Representations verinnerlicht werden, desto gezielter kann man das eigene Handeln darauf ausrichten und eine Abweichung vom Ideal korrigieren. Man fährt beinahe auf Autopilot. Je besser die Mental Representations sind, desto eher kann auch in neuen Situationen adäquat reagiert werden. Neue Situationen zerlegen sich quasi automatisch in Sequenzen, von denen dann ein großer Teil mit den vorhandenen Mental Representations bewältigt werden kann. Je mehr und je detailliertere Mental Representations zur Verfügung stehen, desto schneller und passender werden die Reaktionen ausfallen.

Michael Phelps

Bestes Beispiel für diese Form des Vorgehen ist die intensive Vorbereitung des US-amerikanischen Schwimmers Michael Phelps. Bei seinem Weltrekord und Olympiasieg 2008 über die 200 Meter Schmetterling musste er die letzten 100 Meter blind schwimmen, weil sich seine Schwimmbrille mit Wasser füllte. Alle Schwimmer fürchten diese Situation. Doch die wenigsten gehen das Problem an. Phelps dagegen hatte Methoden für den Umgang mit solchen Situationen entwickelt und derart verinnerlich, dass er den Rekord trotzdem noch schwimmen konnte.

https://www.youtube.com/watch?v=Htw780vHH0oPhelps‘ Psycholgy of Speed.

Phelps, bereitete sich durch Schwimmen mit einer geschwärzten Schwimmbrille, Zählen seiner Schwimmzüge und Imagination der Situation vor. Er war damit exzellent gerüstet. Die sechste von acht Goldemdallien bei dieser Olympiade erreichte er so nicht ganz mit der geplanten Zeit. Aber selbst Franziska van Almsick, die das Rennen kommentierte, machte keinen Unterschied in seinem Schwimmstil aus.

Wie wird Bewusstes Lernen angewendet?

Bewusstes Lernen ist extrem strukturiert, anstrengend und permanent auf Verbesserung der Leistungsfähigkeit ausgerichtet.**

Die beste Version von uns selbst

Bewusstes Lernen schult Methoden und spezifische (Teil-)fertigkeiten, legt exakt fest, was genau zu welchem Zweck geübt wird. Stetes Nachjustieren passt die Übungen an den Fortschritt an.  So entsteht ein koninuierlicher Prozess. Was nicht zu einer Leistungsverbesserung führt, wird aufgegeben und durch Neues ersetzt. Veränderung wird nur erreicht, wenn spezifische Reize gesetzt und regelmäßig Feedback zum Fortschritt eingeholt wird.

Was Sie mit Bewusstem Lernen erreichen