Was tun, wenn Sie keine Antwort wissen?

Eine Antwort nicht zu wissen, ist der Albtraum für viele. Dahinter steckt die Angst, für dumm oder unwissend gehalten zu werden. Viele fühlen sich an die Schule und die Demütigungen von damals erinnert. Das macht Fragerunden für viele sehr schwer. Hier die gute Nachricht: Ab und zu eine Antwort nicht zu wissen, ist überhaupt kein Drama.

Wie ich gelernt habe, dass keine Antwort eine gute Antwort sein kann

Als junge Abgeordnete der CDU im Berliner Abgeordnetenhaus habe ich von Beginn an viele Besuchergruppen betreut. Sie machen keinen Hehl aus ihrer Abscheu über unseren Spendenskandal. Sie nehmen keine Rücksicht darauf, dass ich ganz neu bin. Die Bauordnung in Bayern nicht detailliert kenne. Am Spendenskandal der CDU keinen Anteil habe.

Ich sitze vorn, meist als einzige Frau in der Runde, fast immer in der Mitte. An meiner Seite erfahrene Kollegen/Konkurrenten aus den anderen Fraktionen. An den restlichen Tischen im hellen Sitzungssaal bis zu 50 Besucher. Sie haben alle ein gratis 0,33l -Getränk vor sich und 45 Minuten Zeit, uns alles zu fragen, was sie möchten. Ich kann gar nicht alle Fragen beantworten können. Niemand könnte das.

Eine meiner wertvollsten Erfahrungen: Zu sagen, dass ich keine Antwort weiss, aber die Antwort gern nachliefere. Damit mache ich richtig Punkte. Bin beinahe versucht, es absichtlich zu sagen. Es wirkt mutig, ehrlich und verantwortungsvoll. Das zu lernen ist ein echtes Geschenk.

Heute vermisse ich die Besuchergruppen sehr. Sie haben mir so viel beigebracht und mir so viel Einblicke geschenkt. Vielen Dank nachträglich!

Was tun, wenn man die Antwort nicht weiss?

Versuchen Sie zuerst die Frage zu beantworten. Viele geben zu früh auf. Stellen Sie darum erst einmal sicher, dass Sie die Frage richtig verstanden haben. Fragen Sie nach weiteren Details oder einer Einordnung der Frage. Sie können auch Angebote machen: „Finden wir es gemeinsam heraus“ oder auch „Vielleicht können wir es gemeinsam herausfinden?“

Wenn es sich dann doch um eine Frage handelt, die Sie wirklich nicht beantworten können, dann geben Sie das zu. Bieten Sie an, die Antwort nachzuliefern. Am nächsten Tag per Mai. Mailadresse einzusammeln nicht vergessen! Sie könnten auch die anderen anwesenden Zuhörer fragen, ob sie die Antwort kennen. Gehen Sie souverän mit der Situation um.

Mein schlimmster Albtraum

Ich werde meine firmeninterne Abschlussprüfung bei Siemens niemals vergessen. Sie entschied über das Einstellungsgehalt. Es geht um 500 Mark mehr oder weniger jeden Monat. Mehr als 20% meines gesamten Gehalts. Richtig viel Geld.

Ich wache morgens auf und muss froh sein, meinen Namen buchstabieren zu können. „Siemens“ ist schon zu schwer für mich. Ich weiss nichts mehr. Wirklich gar nichts mehr. Ein totaler Blackout.

Die Prüfung

Zum Glück wusste ich schon damals viel über Rhetorik. Darum gebe ich die ganze Prüfung hindurch meine selbstbewusste Haltung den fünf hochrangigen Prüfern gegenüber nicht auf. Meine Arme liegen raumgreifend auf den beiden Armlehnen meines isoliert im Raum stehenden Stuhls, meine Füße stehen fest und sicher nebeneinander auf dem Boden. Ich sitze aufrecht und halte Blickkontakt.

Gleich die erste Frage schockiert mich: „Was steht auf Seite 12 unten?“. Ich weiss es nicht. Gar nicht. Es föllt mir extem schwer, weiter Selbstsicherheit zu heucheln, aber das ist meine einzige Chance. Immer wieder wird mir diese eine Frage gestellt. Ich weiss die Antwort nicht und muss das noch mehrfach zugeben. Ich komme einfach nicht drauf. Wir plaudern derweil sehr nett über andere Dinge. Irgendwann reicht es einem Prüfer. Er bittet seinen Kollegen „Nun sagen Sie es ihr doch.“

Das Ergebnis

Einen Tag später erfahre ich, dass ich in dieser Prüfung eine eins mit Stern bekommen habe. So kann es auch gehen. Darum: Niemals aufgeben und mit den Dingen punkten, die man kann. Auch wenn es im ersten Moment nur das aufrechte, gespielt selbstbewusste Sitzen ist. Denn wäre ich in Panik verfallen, hätte ich niemals die wunderbaren Fragen bekommen, mit denen ich meine Qualitäten zeigen konnte.

Falls Sie neugierig geworden sind: Ich habe eine kaufmännische Ausbildung bei Siemens gemacht und auf Seite 12, der letzten Seite des Abschlussberichts, steht der Gewinn. Das hätte ich tatsächlich wissen sollen und auch durch etwas Nachdenken herausfinden können…. Ein bisschen peinlich war meine Wissenslücke also tatsächlich. Heute erzähle ich mir die Geschichte gern selbst, wenn ich wieder einmal durchs Feuer gehe.

Gern trainiere ich Sie für zukünftige Fragerunden. Es gibt keinen besseren Zeitpunkt, um richtig, richtig Eindruck zu machen. Rufen Sie mich einfach an, schreiben Sie mir oder buchen Sie das Seminar „Q & A: Die nächste Frage BITTE!

Wortschatz erweitern und redegewandt werden

Seinen Wortschatz zu erweitern, ist der beste Weg, um redegewandt und ausdrucksstark zu werden.

Warum finden wir so oft nicht das richtige Wort? Wir verstehen alle viel mehr Worte als wir selbst benutzen. Diese Worte bilden den passiven Wortschatz. Um wortgewandt, redegewandt und ausdrucksstark zu sein, muss der aktive Wortschatz gestärkt werden. Es geht nicht darum, einfach nur Ihren Wortschatz zu erweitern. Sie müssen Ihren Ihren aktiven Wortschatz erweitern.*

Test Ihres aktiven Wortschatzes

Testen wir doch einmal Ihren aktiven Wortschatz: Sie haben 5 Minuten, um so viele Synonyme wie möglich für entweder „gut“ ( positive Leistungsbeschreibung) oder „gehen“ (Fortbewegung zu Fuß) zu finden.

Mit einem guten Wortschatz sollten Ihnen schnell jeweils mehr als 15 Synonyme einfallen. Falls Sie sehen möchten, was Ihnen vielleicht entgangen ist, finden Sie hier die entsprechenden Listen: Synonyme für „gut“ (> 60 Alternativen), Syonyme „gehen“ (>50 Alternativen).**

Wie können Sie Ihren aktiven Wortschatz erweitern?

Lesen allein reicht nicht

Um Ihren (aktiven) Wortschatz zu erweitern, ist es wichtig, Worte nicht nur zu lesen oder zu hören. Nicht nur passiv aufzunehmen. Statt dessen muss man sie sich wirklich aneignen. Es kann dabei ausreichen, sie sich selbst laut vorzulesen. Ich empfehle dazu die FAZ oder die Süddeutsche Zeitung, da beide einen sehr großen Wortschatz verwenden. Ausserdem decken Sie einen breiten Wissensbereich bis hin in die Naturwissenschaften ab.

Wer sich neu in ein Feld einarbeitet (Studenten, Jobeinsteiger) sollte unbedingt entsprechende Fachartikel und -zeitschriften laut lesen. Wenn Sie beschreibener werden möchten, dann lesen Sie Belletristik, Kurzgeschichten, Krimis. Wechseln Sie hin und wieder das Genre. Dann erweitert sich Ihr Wortschatz quasi automatisch.

Übersetzen Sie

Die Königsdisziplin, um neue Worte kennenzulernen und damit Ihren aktiven Wortschatz zu erweitern, ist das Übersetzen. Genau den Ton und die Intention des Autors zu treffen ist eine Kunst. Nehmen Sie sich einen wortmächtigen fremdsprachlichen Text und versuchen Sie diesen zu übersetzen. Dazu müssen Sie Wörterbücher wälzen. Sie werden sich intensiv mit den gefundenen Begriffen auseinandersetzen müssen.

Spielen Sie

Lösen Sie Kreuzworträtsel, spielen Sie Scrabble oder Tabu. Jede Beschäftigung, die mit Worten zu tun hat, erweitert Ihren aktiven Wortschatz.

Dichten Sie

Egal, ob Sie ein Haiku, das Sonnett oder die Freiform wählen. Dichten aktiviert Ihr Sprachgefühl wie kaum etwas anderes und Sie werden dabei oft genug nach treffenden Worten pirschen. Dichtung ist präzise und emotional. Vielleicht entdecken Sie ein neues Hobby.

Was Sie ausserdem noch tun können, um Ihren aktiven Wortschatz zu erweitern

Wenn Sie es ernst meinen und Ihren Wortschatz gezielt erweitern möchten, bieten sich noch weitere Methoden an.

Synonyme finden

Treten Sie mit sich selbst in Wettbewerb und versuchen Sie möglichst viele Synonyme (bedeutungsgleiche Worte) zu finden. Wer Feedback gibt, der sollte mehr kennen als „schlecht“ und „sehr gut“. Machen Sie sich eine Liste mit möglichen Alternativen. Sie können sich dabei online oder von Wörtebüchern helfen lassen.

Wenn Sie dabei auf Worte stoßen, die Ihnen gefallen, dann lernen Sie diese wie Vokabeln. Am besten nehmen Sie sich vor, sie an einem Tag dreimal zu benutzen.

Sie können auch das Alphabet oder ein bliebiges langes Wort als Grundlage nehmen und versuchen zu jedem Buchstaben ein Wort zu finden.

Gegenteile suchen

Versuchen Sie das exakte Gegenteil zu Worten zu finden. Seien Sie sehr kritisch dabei. Es muss genau passen. Nicht nur irgendwie.

Spielen wir es am Beispiel von „genau“ durch. Das Gegenteil könnten ungenau, vage, diffus, ungefähr, fast, teilweise sein. Welches trifft es ganz genau und warum die anderen nicht? Oder trifft jeweils eins eine ganz bestimmte Situation?

Konnotationen erkennen

Geizig und sparsam, großzügig und verschwenderisch sind jeweils zwei vorurteilsbeladene Seiten einer Medaille. Was wäre der neutrale Begriff? Finden Sie solche Synonyme mit gegensätzlichen Konnotationen und ergänzen Sie sie mit dem neutralen Wort. Oft gibt es keins. Dann arbeiten Sie mit einer Beschreibung. Oben könnten das z.B. wenig und viel ausgeben sein.

Worte ordnen, in eine Reihenfolge bringen

Ein Beispiel: Ordnen Sie herausragend, überragend und hervorragend ihrer Bedeutung nach. Was ist das Ordnungskriterium?

Bringen Sie Ihre Synonyme zu „gehen“ in eine Reihenfolge. Was ist schneller? Was ist zielgerichteter?: Promenieren oder stolzieren?

Sie könnten sich auch einfach Dinge fragen wie, was ist schneller als „rasend schnell“ und was ist langsamer als „betulich“? Besonders für die Ausdrücke, die wir oft benutzen, wäre es gut, diese Übung zu machen. Was ist noch kleiner als klein und was ist nicht ganz so klein wie klein? Was ist besser als gut und was ist zwar noch gut aber nicht ganz so gut?

Definitionen bilden

Wenn Sie sich an Definitionen versuchen, geht es darum, abstrakt genau zu erklären, was die Wortbedeutung ausmacht. „Ein Kreisverkehr ist ein Instrument der Verkehrsregelung. Statt einer Kreuzung wird eine kreisförmige Einbahnstraße angelegt, in die beinahe beliebig viele Straßen münden können.“

Varieren von Sprachniveau und Abstraktheit

Um Ihren Wortschatz zu vergrößern, können Sie etwas nacherzählen. Dabei sollten Sie dann bewusst das Sprachniveau variieren oder die Abstraktheit erhöhen bzw. verringern. Sprechen Sie z.B. einmal so, wie Sie es in einer Universitätsvorlesung tun würden und dann so wie Sie es beim feuchtfröhlichen Umtrunk täten.

Fassen Sie einen komplexen Text zusammen.

Wortherkunft

Ich schmökere gern in etymologischen Wörterbüchern. Denn diese erklären die Herkunft von Ausdrücken. Oft ist das so interessant, dass ich mir Wort und Geschichte merke.

* Während der durchschnittliche aktive Wortschatz nur nur 12.000 bis 16.000 Worte umfasst, verstehen wir im Schnitt viermal so viele Worte. Je nach Zählweise hat die deutsche Sprache bis zu 500.000 Ausdrücke. Shakespeare benutzte etwa 29.000 Worte, Luther 23.000 und Goethe 60.000 Worte. Es ist also – für die meisten von uns – noch ausreichend Luft nach oben.
** Ich freue mich, wenn Sie mir weitere Synonyme in die Kommentare schreiben.


Frauenfeindliche Witze kontern

Es fängt mit netten Witzen an und plötzlich überbieten sich die Anwesenden im Erzählen frauenfeindlicher Witze. Einer schlimmer als der andere. Was harmlos genug anfängt mündet oft genug irgendwann in Beleidigungen. Lachen Sie nicht mit. Lassen Sie es nicht so weit kommen.

Frauenfeindliche Witze gehen zu weit. Wo Sie die Grenze setzen, ist Ihnen überlassen. Sie dürfen und sollten sensibel sein, denn frauenfeindliche Witze dienen immer einem Zweck. Typischerweise der Abwertung und Ausgrenzung, oft genug auch der Beleidigung oder gar der sexuellen Belästigung. Lassen Sie sich das nicht gefallen.

Typischerweise bauen sich diese Situationen langsam auf.  Oft wird den Opfern vorgeworfen, mitgemacht zu haben. Es muss nicht dazu kommen. Wenn Sie die Eskalation früh genug stoppen, kann der Abend wieder nett werden oder bleiben.

Immer, wenn die Witze gehässiger werden, immer, wenn es nur gegen eine Gruppe geht, sollten Sie kontern. Je früher Sie es tun, als desto natürlicher wird man es empfinden, als desto weniger störend wird es wirken. Üben Sie also gern auch, wenn es nicht gegen Frauen sondern gegen Ausländer*, Blondinen oder Behinderte geht.

Wann sollte ich auf frauenfeindliche Witze reagieren?

Es ist gut sensibel zu sein. Lassen Sie erst gar keine Eskalation zu. Im Zweifel reagieren Sie darum lieber früher als später. Lassen Sie sich nicht ausgelachen. Mit den unten beschriebenen Techniken wird vielen gar nicht auffallen, was Sie getan haben. Es ist wichtig, dass Sie frühzeitig eingreifen. Bevor der Abend abdriftet.

Strategien, mit denen Sie frauenfeindliche Witze kontern können

Selbst einen guten Witz erzählen

Sie könnten selbst einen guten Witz erzählen, der eine andere Zielrichtung hat. Passiert das früh genug, nimmt der Abend oft gar keine so unangenehme Richtung. Hat es aber jemand darauf angelegt, Sie aus der Gruppe zu vertreiben, wird er das nicht zulassen. Er wird darum seinerseits wieder die alte Richtung anstreben. Dann müssen Sie eine „Entscheidung“ der restlichen Gruppenmitglieder vorantreiben. Das geht gut mit Strategie zwei:

Einen männerunfreundlichen Witz erzählen

Um die Eskalation hin zu frauenfeindlichen Witzen zu verhindern, habe ich für mich die Lösung des männerunfreundichen Witzes gefunden. Leider patze ich beim Erzählen von Witzen regelmäßig. Darum ist die Strategie eins für mich nicht gut geeignet. Aber mindestens einen speziellen, nicht männerfreundlichen Witz als Konter habe ich immer drauf.

Der Witz muss nicht gut und auch nicht neu sein. Sie müssen ihn nicht einmal gut erzählen. Er soll nur sagen, „Stop. Das geht mir jetzt zu weit. Ich halte dagegen.“ Lassen Sie Ihr Publikum das Gefühl des schlechten Witzes auf seine Kosten erleben. Es nimmt dem Prozess den Schwung. Die Kette reißt ab. Mehr ist nicht nötig. Die Eskalation ist gestoppt.

Nach dem männerunfreundlichen Witz wird es deutlich schwieriger wieder zu den frauenfeindlichen Witzen zurückzukehren.

Männerunfreundliche Witze:

  • Die Missfits texteten: „Wozu hat der liebe Gott die Männer erfunden? Antwort: Als Prüfung für die Frauen, damit sie gute Eigenschaften wie Geduld und Mitleid lernen.“
  • „Was sagte Gott, nachdem er den Mann erschaffen hatte? „Das kann ich auch noch besser.“
  • Als Entgegenung auf Bondinenwitze: „Was macht ne Blondine morgens mit Ihrem Arsch? Sie schmiert ihm ein Brot und schickt ihn zur Arbeit.“
  • Mein liebster Anti-Witz (inzwischen aber alt und manchen sicher zu hart): „Was sind tausend tote Mönner auf dem Meeresgrund? Ein guter Anfang.“ (Ich habe ihn sicher schon 50 Mal erzählt und es hat immer geholfen.)

Mänerfeindliche Witze

Zu weit gehen mir die folgenden Witze. Ich empfinde Sie als mönnerfeindlich.

  • „Warum werden an den Münchener Universitäten jetzt alle Versuche zur Verhaltensbiologie mit Männern statt mit Ratten durchgeführt? Es gibt einfach ein paar Dinge, die Ratten nicht tun würden.“ Das kann man (frau) erst erzählen, wenn sie sowieso gehen möchte.
  • „Warum haben Männer ein Gen mehr als Schweine? Damit sich das Schwänzchen nicht ringelt.“ Sicher hübsch für den Mädelsabend, aber sonst etwas zu hart.

Männer lachen nicht gern über sich selbst

Die meisten Männer können weniger gut über sich selbst lachen als Frauen im umgekehrten Fall. Darum bitte nicht Gleiches mit Gleichem vergelten. Seien Sie gnädig. Lächeln Sie beim Erzählen des männerunfreundlichen Witzes. Die Andeutung reicht. Wenn Sie mir nicht glauben, denken Sie einfach über das Folgende nach: Google findet für „männerfeindliche Witze“ 11.900 Treffer, für „frauenfeindliche Witze“ aber fast dreimal so viele nämlich 32.000 Treffer

Einer neueren Untersuchung zufolge werden sexistische d.h. frauenfeindliche und homophobe Witze vor allem von Männern gemacht, die sich in ihrer Männlichkeit bedroht fühlen.

Fun Fact: In einer Studie fanden Studenten mehrheitlich die Witze von Frauen lustiger, schrieben sie aber eher Männern zu.

Macht Lachen schön?

Ein gutes, aber leider sehr altes Buch zum Thema ist Helga Koffhoffs: „Das Gelächter der Geschlechter. Humor und Macht in Gesprächen von Männern und Frauen.“ Generell zum Thema Humor: „Macht Lachen schön? 223 Fragen (und Antworten) zum Thema Humor, Witz und Lachen“ von Harald Alexander Korp und Michael Titze.

Wenn Sie in jeder Situation schlagfertiger werden wollen, kommen Sie gern in mein Schlagfertigkeitsseminar.

Die frauenfeindlichen Witze zum Thema machen

Die dritte Strategie: Es kann sehr lohnend sein, diskriminierende und aggressive Witze zum Thema zu machen.

In der „lustigen“ Runde werden Sie das Problem kaum ansprechen können. Die Dynamik des Zusammenseins steht dem entgegen. Es spricht aber alles dafür, am nächsten Tag das Gespräch zu suchen. Suchen Sie sich Verbündete – egal ob Chef oder Kollegen – um den Prozess beim nächsten Mal stoppen zu können

Bitte benennen Sie dabei konkret was Sie sich wünschen und was besonders abstoßend war. Versuchen Sie aufzuzeigen, wie unwohl sich andere Gruppenmitglieder wegen der frauenfeindlichen Witze gefühlt haben.

Warum werden so häufig Witze erzählt, die andere herabsetzen?

Agressive und diskriminierende Witze sind oft nur eine abgewandelte Form des Raufens. Man testet seine Kräfte und meint es nicht unbedingt „böse“. Wenn in diesem Zusammenhang auch frauenfeindliche Witze erzählt werden, eskaliert die Situation gern. Vielleicht auch, weil man(n) darauf wartet, das frau sich wehrt und mitspielt.

Herabsetzende Witze können aber auch eine wichtige Funktion in der Gruppe erfüllen. Das gemeinsame Lachen über andere kann nämlich gruppenstabilisieren wirken. Mit ihm kann man sich versichern auf derselben Seite zu stehen, dasselbe zu wollen. Ab- und Ausgrenzung von anderen sind zwei der einfachsten Methoden, um den Gruppenzusammenhalt zu stärken.

Innerhalb von hirarchisch aufgebauten Gruppen gibt es zudem das Bedürfnis sich von Rangniederen abzugrenzen oder die Rangordnung zu testen. Lachen wird hier als Währung für Anerkennung verstanden. Es ist der geschuldete Tribut. Deshalb wird der Witz im Zweifel von den Mächtigeren erzählt. Man lacht den Unterlegenen aus. Wenn über den Witz gelacht wird, ist der Zweck erfüllt.

Das Erzählen von aggressiven und diskriminierenden Witzen hat immer ein Ziel. Er istTest, Machtdemonstration oder Methode der Ausgrenzung. Oft genug wird dabei jemand ausgelacht. Darum ist es für die „Anderen“ so problematisch, bei herabsetzenden diskriminierenden Witzen mitzulachen. Denn es ist gegbenenfalls ein Akt der Unterwerfung. Man sollte sich darum gut überlegen, ob man dabei mitspielen möchte.

Warum werden so oft frauenfeindliche Witze erzählt?

Die Erklärung ist ganz einfach. Der kleinste gemeinsame Nenner von Gruppen ist häufig genug die Abwesenheit oder Machtlosigkeit von Frauen. Frauenfeindliche Witze können damit ohne Risiko sowohl für Abgrenzung als auch für die Machtversicherung genutzt werden.

Frauenfeindliche Witze stellen Frauen als Objekte und sexuelle Gewalt als lustig da. Sie spielen die Belastung durch sexuelle Gewalt herunter. So können sie zu einer ablehnenden Haltung gegenüber Frauen beitragen.

Mit jedem frauenfeindlichen Witz werden Frauen marginalisiert. In Studien konnte zudem belegt werden, dass frauenfeindliche Witze Misogynie fördern. Humor verändert die Grenzen des sozial Akzeptablen. Das kann gut sein. Leider fördert er aber auch die Toleranz gegenüber unangebrachten oder falschen Verhaltensweisen. Jeder frauenfeindliche Witz macht so die Diskriminierung und Herabwürdigung von Frauen also normaler. Ich bin darum ganz klar dafür, frauenfeindliche Witze nicht zu tolerieren. Auf Dauer kommt uns das Lachen über frauenfeinliche Witze zu teuer.

Sie möchten lernen humorvoll reden? Sie möchten mit Humor führen? Sie möchten peinliche Momente mit Humor überbrücken? Dann kommen Sie zu meinem Humorworkshop.

* Falls Sie einen ausländerfeindlichen Witz kontern wollen, ist das hier meine beste Antwort: „Wie viele Deutsche braucht es, um eine Glühbirne zu wechseln? Einen. Die Deutschen sind effektiv und haben keinen Humor.“

Sexuelle Beleidigung schlagfertig kontern

Sexuelle Beleidigungen müssen Sie immer dann kontern, wenn sie vor Publikum gemacht werden. Ansonsten würde ich einfach gehen. Es gibt keinen Grund im Dreck zu wühlen.

„Ey, dich will doch eh niemand ficken!“, „So wie die heute drauf ist, ist die doch total untervögelt.“, „Boah ne, die würde ich auch nicht wollen.“, „Wie widerlich. Kein Wunder, dass die untervögelte Kuh so reagiert.“ All diese Sprüche haben meineTeilnehmer*innen* schon erdulden müssen. Sexuelle Beleidigungen hört frau im Job ebenso wie in Jugendorganisationen und Parteien. Wichtig zu wissen: Es geht nicht um Sie!

Warum werde ich sexuell beleidigt?

Sexuelle Beleidigungen werden ganz bewusst eingesetzt. Sie sollen provozieren oder ausgenzen. Der Sprecher nimmt vielleicht wahr, dass „Frau“ ihm den Rang abläuft. Wo käme man da hin, wenn frau machen könnte, was sie will.

Im Zweifel will der Sprecher einfach seine Position festigen. Oder er möchte seine Macht ausspielen. Vielleicht hat er auch Anlass anzunehmen, dass er so Punkte bei den anderen Anwesenden (Männern) machen kann.**

Wie gehe ich richtig mit sexuellen Beleidigungen um?

Sexuelle Beleidigungen darf frau nicht unerwidert stehen lassen. Zeug*innen, die merken, dass die betroffene Frau nicht antworten kann, sollten zu ihren Gunsten eingreifen. Solch ein Verhalten darf nicht ungeahndet bleiben. Oder wollen Sie ein solches Miteinander in der Gruppe?

Klarer Konter

Mir persönlich gefällt der klare Konter am besten: „Wo wir schon beim Thema sind, sollten wir endlich auch über Ihre/Deine Erektionsstörungen sprechen.“ Damit ist das Thema normalerweise erledigt und Sie bleiben nicht als Opfer zurück. Auf einen groben Klotz darf frau ruhig einmal einen groben Keil schlagen.

Ein Standardspruch, der mit dem richtigen Ton vorgetragen funktionieren kann, ist. „Danke für das Feedback. Ich werde zu gegebenem Anlass darauf zurückkommen.“ Achtung! Wenn hier der Ton verrutscht, reicht dieser Spruch nicht aus.

Lern mindestens einen Spruch auswendig und sag ihn Dir ein paar Tage hintereinander selbst laut vor, damit die Waffe griffbereit ist, wenn es zum Äussersten kommt.

In einem weiteren Artikel habe ich mehr zum Kontern frauenfeindlicher Witze geschrieben..

*Typische Adressaten sexueller Beleidigungen sind Frauen und Homosexuelle.
**Weitere Fallbeispiele finden Sie hier.
*** Wenn Sie mit ausgewachsenen sexuellen Belästigungen zu kämpfen haben, weiss dieser Flyer der Antisikrimnierungsstelle Rat.

Es stört Sie doch nicht, wenn ich weiter ruhig bleibe?!

Schlagfertig mit Standardantworten

Gerade, wenn man gestresst ist und den Anderen einfach nur stoppen möchte, sind Standardsätze und Standardantworten die Kronjuwelen der Schlagfertigkeit. Mit Standardsätzen sind Sie schlagfertig ohne sich anzustrengen. Mit Standardsätzen weisen Sie den Anderen in die Schranken, ohne viel darüber nachdenken zu müssen. Bleiben Sie dabei ruhig und gelassen. So können Sie die Situation deeskalieren, ohne inhaltlich nachzugeben oder das Gesicht zu verlieren.

Ängstlich zu sinnen und zu denken, was man hätte tun können, ist das Übelste, was man tun kann.

Georg Christoph Lichtenberg

Lassen Sie sich nicht ablenken. Machen Sie Ihrem Gegenüber klar, dass er Abstand halten soll, dass sein Verhalten nicht ok ist. Sparen Sie Ihre Energie und bleiben Sie beim Thema. Nutzen Sie Standardsätze.

Beispielsätze

  1. Es macht ihnen sicher nichts aus, wenn ich weiter ruhig bleibe.
  2. Sie sollten nicht von sich auf andere schließen.
  3. Sie gestatten sicher, dass ich weiter höflich bleibe.
  4. Ich bin bereit, trotz allem weiter konstruktiv an einer Lösung zu arbeiten. Können sie sich das auch vorstellen?
  5. Für Sie ist es sicher in Ordnung, wenn wir uns weiter (konstruktiv) um eine Lösung bemühen?

Nehmen Sie sich einen der Beispielsätze und lernen Sie ihn auswendig. Versuchen Sie ihn eine Woche lang immer wieder anzuwenden. Dazu müssen Sie ihn nicht einmal laut aussprechen. Denken reicht. Danach steht er Ihnen auch im Ernstfall – schlagfertig – zur Verfügung.

Standardsätze sind nicht immer die allerbeste Lösung, aber immer ein guter Anfang. Schlagfertige Menschen suchen nicht nach 150-prozentig passenden Antworten . Es geht oft darum, überhaupt eine Antwort zu haben, die zu Ihnen passt. (Jemand mit meiner Größe und Ausstrahlung darf z.B. nicht „Das ist Ihr Horizont sagen„. Mit 1,52m ginge es vielleicht schon.) Darum erarbeiten wir im Seminar individuelle Standardantworten. Je besser Sie sich damit fühlen, desto eher werden Sie sie benutzen.

Buchen Sie mein Schlagfertigkeitstraining, um noch schlagfertiger zu werden und sich dabei wohl zu fühlen.

Schlagfertigkeit, die über’s Ziel hinausschießt

Teuflisch schlagfertig oder höllisch dumm?

Kann man zu schlagfertig sein? Ganz klare Antwort: „Ja!“ 

Schlagfertigkeit, die übers Ziel hinausschießt, ist gefährlich und teuer. Schlagfertigkeit, die zu weit geht, verletzt den anderen tief und kann den Lebenszielen Ihres Gegners ein weiteres hinzufügen, schlimmstenfalls Ihre Vernichtung.

Wenn sie an Schlagfertigkeit denken, träumen viele von den Schenkelklopfern, dem wiehernden Lachen, der endgültigen Erniedrigung des Anderen. Das ist grundfalsch. Schlagfertigkeit muss richtig eingesetzt werden, sonst kehrt sie sich gegen uns. Schlagfertigkeit ist ein zweischneidiges Schwert. Dazu zwei Beispiele aus meinem (Er-)Leben.

Martin

Es ist Donnerstag, 18:12. Martins Antrag im Ausschuss für Soziales wurde gerade abgelehnt. Wütend und enttäuscht darüber sagt er etwas weinerlich: „Ich habe das Gefühl, ich soll hier heute zum Martyrer gemacht werden“. Die Ausschussvorsitzende und Fraktionskollegin zögert keine Sekunde mit Ihrer Antwort: „Das kann ich gut verstehen. Wenn ich Dich sehe, habe ich auch Kreuzigungsabsichten“.

Büllendes Gelächter unterbricht die Sitzung. Die Dezernentin bückt sich nach Ihrer Tasche, um ungesehen mitlachen zu können.

Eine wahre Geschichte, die die Karriere der Ausschutzvorsitzenden beendete. Denn Martin hatte nun nur noch ein Ziel: sie auszuschalten.

Von solcher Schlagfertigkeit sollten Sie nicht einmal träumen. Es geht schließlich nicht um kurzfristige Triumphe, sondern um langfristige und nachhaltige Landgewinne.

Apropos Land…

Landesverband

Lange hatte ich mich auf dieses Schlagfertigkeitsseminar gefreut. Der Landesvorsitzende einer großen und finanzstarken Organisation hat seine Teilnahme angekündigt. Ich hoffe darum auf lukrative Folgeaufträge.

Unsere Begrüßung verläuft nicht glücklich. Statt mich am Oberarm zu berühren, um auf sich aufmerksam zu machen, landet seine Hand an meiner Brust.

Nichts kann ich ihm recht machen. „Das geht vielleicht in Berlin – aber nicht hier.“ „Frau Galland, das kann ich so nicht stehen lassen.“ Es geht so über Stunden. Dann: „Frau Galland, Sie reden so viel über Teflon, weil Sie sich als Frau gut in ihrer Küche auskennen, richtig?.“

Meine Antwort „Das ist ihr Horizont.“

Ab diesem Punkt kann ich arbeiten. Die anderen TeilnehmerInnen fragen mich später, was ich mit dem Herrn gemacht hätte. So ruhig haben sie ihn nämlich noch niemals erlebt.

Er bucht mich tatsächlich noch einmal. Genau einmal. Und nennt mich die ganze Zeit „meine Sado-Maso-Trainerin.“

Man kann es besser machen. Lernen Sie wie, in meinem Seminar „Professionelle Schlagfertigkeit

Teuflisch schlagfertig

Wir haben sie alle schon gehört: Höllisch gute Antworten, die teuflisch schlagfertig sind.

Prinzipiell halte ich nichts davon, „So richtig“ schlagfertig sein zu wollen. Zu oft wird der Andere dabei tief verletzt. Das kann Sie sehr teuer zu stehen kommen. Wer zu gut zuschlägt, kann sich Feinde fürs Leben machen.

Es gibt eben ein paar Konter, die einfach richtig gut sind. Konter, die vielleicht gewagt sind, aber nicht über das Ziel hinausschießen. Diese werde ich hier zukünftig sammeln.

Wenn Sie lernen wollen, so richig schlagfertig zu sein, sind Sie hier richtig.